Noch immer viel zu viel Plastik im Gemüseabteil

PLASTIK-MÜLL bei Obst und Gemüse - Diese DISCOUNTER schneiden besonders schlecht ab

News Team
Von News Team

Öffentlich feiern sich die großen Supermarktketten und Discounter gerne selbst, dass sie immer mehr auf Plastik verzichten. Ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zeichnet jedoch ein anderes Bild.

Demnach wird in 42 untersuchten Filialen der acht wichtigsten Lebensmittelhändler von Aldi bis Penny Obst und Gemüse noch immer zu fast zwei Dritteln in Plastikverpackungen verkauft.

Die Verbraucherschützer überprüften laut Mitteilung in einer nicht-repräsentativen Stichprobe das Sortiment an Tomaten, Möhren, Paprika, Gurken und Äpfeln. Dafür nahmen sie insgesamt 1394 Angebote in Augenschein.

So hoch ist die Plastikquote bei den Lebensmittel-Händlern

  • Penny: 81 Prozent
  • Aldi (Nord/Süd): 74 Prozent
  • Netto Marken-Discount: 69 Prozent
  • Lidl: 67 Prozent
  • Kaufland: 64 Prozent
  • Rewe: 59 Prozent
  • Real: 58 Prozent
  • Edeka: 48 Prozent

(Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg / Verbraucherzentrale Bundesverband)

Die Verbraucherschützer stellen zusammengefasst fest

  • Der Anteil an in Plastik verpacktem Obst und Gemüse im Einzelhandel ist unverändert hoch, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen einzelnen Einkaufsmärkten.
  • Discounter verkaufen deutlich mehr Obst und Gemüse in Plastikverpackungen als Supermärkte. Bei Penny und Aldi ist die durchschnittliche Plastikquote mit 81 Prozent und 74 Prozent besonders hoch, bei Edeka mit 48 Prozent deutlich geringer.
  • Unverpacktes Obst und Gemüse ist häufig teurer. Bei deutlich mehr als der Hälfte von 162 vorgenommenen Preisvergleichen war die unverpackte Variante kostspieliger. Nur bei rund einem Drittel konnten Verbraucher durch den Verzicht auf Plastik auch Geld sparen.

vzbv-Vorstand Klaus Müller:

Es reicht nicht, Verbrauchern Mehrwegnetze anzubieten, wenn sie dann überwiegend vorverpackte Produkte in den Regalen finden. Der Handel ist in der Pflicht, das Angebot an unverpacktem Obst- und Gemüse zu vergrößern. Einige Läden zeigen bereits, dass das geht. Vor allem Discounter müssen ihre Hausaufgaben noch machen.

Tomaten besonders plastiklastig

Die Plastikbilanz von Tomaten war laut den Testern besonders schlecht. "Insgesamt 360 Fälle von verpackten Tomaten standen nur 103 unverpackte Angebote gegenüber, was einer durchschnittlichen Plastikquote von 78 Prozent entspricht", heißt es in einer Mitteilung. In einem Kaufland-Markt seien 14 von 16 verschiedenen Tomatensorten in Plastik verpackt gewesen und damit 88 Prozent. "Bei jeweils einer Lidl- und Penny-Filiale fiel die Quote mit neun verpackten und einer unverpackten Sorte (90 Prozent) sogar noch höher aus", so die Verbraucherschützer.

Kleine Lichtblicke konnten die Verbraucherschützer bei Gurken ausmachen. Sie schnitten mit einer Plastikquote von 43 Prozent am besten ab. Normale Schlangengurken werden praktisch nur noch ohne Plastikhülle verkauft, kleinere Snackgurken hingegen stecken oft in Plastikcontainern.

Unverpacktes Gemüse meist teurer

Im Mittel war bei 57 Prozent der durchgeführten Preisvergleiche zwischen verpackten und unverpackten Ernteprodukten die Plastik-Variante günstiger, nur in 35 Prozent der Fälle teurer. Besonders aufgefallen sind den Testern Möhren und Äpfel: 96 Prozent der Möhren und 76 Prozent der Äpfel kosteten unverpackt mehr als das jeweilige Pendant mit Plastikhülle. Nur Rispentomaten waren unverpackt überwiegend (88 Prozent) günstiger.

In 31 der insgesamt 42 besuchten Discounter und Supermärkte zahlen Verbraucher für einen umweltfreundlichen Einkauf mehr Geld. Bei 162 vorgenommenen Preisvergleichen der Stichprobe müssten Konsumenten, die auf Plastik verzichten wollten, 273,64 statt 233,92 Euro berappen.

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