Büchsenmacher Rosl: Dieses lustige Gesicht kennt jeder - die ergreifende Geschichte dazu nicht

Dieses lustige Gesicht kennt jeder - die ergreifende Geschichte dazu nicht
Dieses lustige Gesicht kennt jeder - die ergreifende Geschichte dazu nichtFoto-Quelle: Facebook - Büchsenmacher Rosl
News Team
Von News Team

Diese Postkarte ist eine der meist verkauften überhaupt, doch lange war unbekannt, wer darauf zu sehen ist. Dass sie ein Star ist, hat die Büchsenmacher Rosl nie erfahren. Ihre Grimassen sind weltberühmt und doch blieb sie selbst unbekannt.

1966 entdeckte der Fotograf Peter Cermak aus Mariazell in den Beständen eines Fotogeschäfts das Foto einer alten Frau, die darauf eine unglaublich komische Grimasse schnitt. Den Laden hatte er von einem gewissen Herrn Machnitsch übernommen, der das mit "1928" datierte Bild möglicherweise selbst aufgenommen hatte. Cermak erkannte sofort die Qualität des Originalbildes und ließ es von einem befreundeten Maler kolorieren. Doch eine kleinen Auflage als Postkarten verkauft sich nur schleppend, wie der Entdecker gegenüber der Süddeutschen berichtete:

Aber dann rief ein Verleger aus Kärnten an und wollte 12 000 Stück. Ich bin fast vom Stuhl gefallen.

Ab 1971 boomte dann der Verkauf der Postkarten, die von dem Garmischer Fotoverleger Hans-Peter Huber (Fotoverlag Huber GmbH & Co. KG) herausgegeben wurde. Bis heute wurden weit über zwei Millionen Exemplare verkauft. Dass die abgebildete Frau zu diesem Zeitpunkt bereits über dreißig Jahre tot war, wusste keiner der Beteiligten. Erst als eine Tochter der fotografierten Frau eine der Postkarten entdeckte, wurde ihre Identität enthüllt.

Die Frau war Rosina Maria Friedrich, eine arme Frau, die auch als Büchsenmacher Rosl bekannt war.


Rosina Friedrich wurde am 6. Januar 1858 in Aflenz in der Steiermark als Tochter des Büchsenmachers Adalbert Friedrich und dessen Frau Barbara geboren. Sie arbeitete als Kellnerin, Kindermädchen und Wäscherin und betrieb nebenher gegen Bezahlung das Kartenlegen und Wahrsagen. Ihre Kinder, die sie unehelich auf die Welt brachte, gab sie weg.

Im Alter bewohnte sie eine ehemalige Köhlerhütte am Kohlplatz in Aflenz. Dort verdiente sie mit dem Grimassen-Schneiden ihren spärlichen Unterhalt. Dabei wurde sie 1928 von einem Fotografen mit einer Plattenkamera verewigt. Sie starb 1933 im Alter von 75 Jahren im Altersheim in Feldbach. Ihre Tochter war wenig glücklich über die posthume Bekanntheit ihrer Mutter und resümierte bitter:

Ich bin die Tochter von einem Kasperl!

Im Video: Frau macht Grimassen beim Essen um Lippenstift nicht zu ruinieren

Noch heute gibt es das kolorierte Porträt der Büchsenmacher Rosl in einschlägigen Andenkenläden in touristisch geprägten Orten Oberbayerns als Postkarte zu kaufen. Seit 2011 befindet sich beim Alpengasthof Bodenbauer (Sankt Ilgen) eine Bronzebüste von Rosina Friedrich. Seit 2013 wird die Kamera, mit der sie fotografiert worden war, unter dem Motto 155 Jahre „Büchsenmacher Rosl“ im Hochschwabmuseum in Sankt Ilgen ausgestellt.

(Quelle: u.a. Wikipedia)

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