Hänseleien und physische Gewalt sind offenbar Alltag in Deutschlands Schulen

Studie der Bertelsmann-Stiftung: So unsicher fühlen sich Kinder in Deutschland in der Schule

News Team
Von News Team

Sich sich fühlen können - für Kinder und Jugendliche spielt das eine große Rolle in ihrem Leben, wie eine an diesem Mittwoch veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt. Das Problem ist nur: Gerade in der Schule fühlen sich viele von ihnen leider gar nicht sicher.

Laut der Studie geht es vor allem Ausgrenzungs- und Gewalterfahrungen. So beklagen viele Kinder an ihrer Schule im vergangenen Monat gehänselt, absichtlich gehauen oder eben ausgegrenzt worden zu sein. Je nach Schultyp unterscheiden sich die Erfahrungen: In Gesamt- und Sekundarschulen geben 39 Prozent der Befragten an, mindestens zwei der genannten Übergriffsformen (Hänseln, Hauen, Ausgrenzen) erlebt zu haben, rund 35 Prozent an Haupt- und Realschulen sowie 29 Prozent an Gymnasien.

Für Jörg Dräger, Vorstand unserer Stiftung, sind die Zahlen erschreckend:

60 Prozent und damit mehr als die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen erfährt in der Schule Ausgrenzung, Hänseleien oder sogar körperliche Gewalt, insgesamt ein Viertel fühlt sich an ihrer Schule nicht sicher.

Ärmere Schüler häufiger Opfer von Gewalt

Die ohnehin schon eher Benachteiligten werden auch noch öfter Opfer: Rund 52 Prozent der Heranwachsenden machen sich Sorgen um die finanzielle Situation ihrer Familie – 16,3 Prozent davon immer bzw. oft und 35,5 Prozent manchmal. Diese Kinder werden häufiger gehänselt, ausgegrenzt und absichtlich gehauen als Gleichaltrige ohne finanzielle Sorgen.

Sie fühlen sich zu Hause, in der Schule und Nachbarschaft häufiger nicht sicher. Sie besitzen außerdem weniger Güter, die in Deutschland zu einer normalen Kindheit dazu gehören und haben weniger Möglichkeiten, Dinge mit ihren Freunden zu unternehmen, die Geld kosten.

Wir müssen Kinderarmut konsequenter vermeiden. Das verbessert die materielle Situation der Betroffenen, lässt sie weniger Sorgen erleben und seltener Opfer von physischer und psychischer Gewalt werden

sagt Bertelsmann-Stiftungsvorstand Dräger.


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