Pornoschauen im Inkognito-Modus: Google, Facebook und Co. wissen trotzdem, was Sie tun

Pornoschauen im Inkognito-Modus: Google, Facebook und Co. wissen trotzdem, w ...
Pornoschauen im Inkognito-Modus: Google, Facebook und Co. wissen trotzdem, was Sie tunFoto-Quelle: Unsplash / wize.life
News Team
Von News Team

Wer im Internet Pornovideos schaut, will meistens anonym bleiben. Um Such- und Browser-Verlauf deshalb geheim zu halten, wird oft der sogenannte „Inkognito-Modus“ aktiviert. Doch während der Nutzer vermeintlich unerkannt surft, verfolgen die Seiten all seine Schritte - und geben die Daten in 90 Prozent der Fälle Dritten preis.

Das ist das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Wissenschaftler. Ziel der Forscher von den Universitäten Carnegie Mellon und Pensylvania sowie von Microsoft war es, herauszufinden, ob Besucher von Pornoseiten sicher vor Nachverfolgung durch Werbeunternehmen sind - oder ob sie zumindest ausreichend über die Funktion informiert werden.

Jede neunte Webseite gibt Daten weiter

Was sie dabei entdeckten, ist ernüchternd: Von den über 22.000 untersuchten Seiten, gaben 93 Prozent Nutzerdaten an Dritte weiter. Unter den Empfängern befanden sich 230 Firmen, die vor allem auf Pornographie spezialisiert sind. Doch auch Google, Facebook und Amazon tauchten dabei auf - ersterer war sogar auf 75 Prozent der Seiten vertreten.

Datenschutzerklärungen mangelhaft

Besorgniserregend war auch die Tatsache, dass die meisten dieser Firmen in der Datenschutzerklärung der Seiten gar nicht erwähnt werden. In den knapp 4000 analysierten Texten - oft hatten die Anbieter gar keinen - wurde nur ein Zehntel erwähnt. Zudem waren die Texte so schwer, dass in der Regel nur ein Akademiker sie verstehen kann.

Firmen könnten Nutzerprofile erstellen

Ein weiterer Punkt, den die Forscher bemängeln, ist die Sicherheit der Besucher. Da die Daten mit Dritten geteilt werden, könnten die Firmen die Daten über die sexuelle Vorliebe der Nutzer mit den von anderen Anbietern bereitgestellten Informationen abgleichen und damit praktisch lückenlose Profile erstellen. Darüber wurden Nutzer selten aufgeklärt.

Auf Anfrage der „New York Times“ teilten Google und Facebook mit, die über die Pornoseiten gesammelten Daten nicht für Werbezwecke zu nutzen.

  • Lesen Sie auch: Im Inkognito-Modus ist man nicht unsichtbar: Das kann der Arbeitgeber trotzdem sehen

  • IM VIDEO | Neuer Trend FaceApp: Datenschützer schlagen Alarm


    (feb)

    Kommentare

    Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.