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Recycling von Akkus oft schädlicher als Produktion - die schmutzige Wahrheit ...

Recycling von Akkus oft schädlicher als Produktion - die schmutzige Wahrheit über E-Mobilität

News Team
Von News Team

Egal ob Auto, Roller, Rad oder Scooter - bei der E-Mobilität wird in der Regel auf Lithium-Ionen-Technologie gebaut. Welche Probleme auftauchen, wenn man die Akkus recyclen will, hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ermittelt.

Wie BR24 berichtet, müssen gemäß einer EU-Richtlinie lithiumhaltigen Batterien mindestens zu fünfzig Prozent recycelt werden. Das bedeutet, dass die Hälfte der enthaltenen Materialien einem neuen Verwendungszweck zugeführt werden müssen. Das ist aber gar nicht so einfach. In ihrem Abschlussbericht zu einem Expertenforum kommt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zu dem Schluss, dass sich das Recycling bei manchen Materialien weder ökologisch noch ökonomisch lohnt.

Fallweise könne es sogar umweltbelastender sein, Lithium oder Eisen im Recycling wiederzugewinnen, als neues abzubauen.


Vor allem das Herauslösen des Lithiums aus alten Akkus ist anspruchsvoll. Neben vielen einzelnen Arbeitsschritten ist hier auch der Einsatz großer Mengen von Chemikalien üblich. Nüchtern betrachtet ist es sowohl billiger, als auch umweltfreundlicher stattdessen den Rohstoff neu zu gewinnen.

Die 5 Phasen des Akku-Recyclings

  • Deaktivieren/Entladen (speziell für Traktionsbatterien)
  • Demontage der Batteriesysteme (speziell für Traktionsbatterien)
  • mechanische Prozesse (Schreddern, Sortieren, Sieben etc.[70])
  • hydrometallurgische Prozesse
  • pyrometallurgische Prozesse

Falk Petrikowski vom Umweltbundesamt, ein Experte auf dem Gebiet, erklärt, dass die Probleme bereits bei den ersten beiden Schritt beginnen:

Die Batterien weisen je nach Bauart Spannungen von mehreren hundert Volt auf und können aktuell von außen vor der Zerlegung oft nicht so einfach entladen werden. Die Batterien sind zudem verschweißt oder konsequent verklebt, was das Öffnen zusätzlich erschwert.

Bei den Stoffen im Inneren der Lithium-Ionen-Zellen birgt das Elektrolyt weitere Probleme. Die zähe Flüssigkeit, in der sich die Elektronen bewegen, besteht zum Teil aus Fluor, einer Chemikalie, die giftig, stark ätzend, hochreaktiv und entzündlich ist. Durch eine undichte Stelle kann es zu einem Kurzschluss kommen und der Akku in Flammen aufgehen.

Akkus, die unsortiert entsorgt wurden, verursachten deshalb immer wieder Brände mit verheerenden Schäden.


Wenn der Recycling-Prozess ordnungsgemäß und vollständig durchlaufen ist, bleibt lediglich eine Art Schlacke zurück. Die etwa im Straßenbau verwendet werden kann. Doch noch kümmert sich bundesweit nur eine handvoll von Betrieben um diesen Müll der Zukunft, wie Falk Petrikowski bemerkt:

In Deutschland gibt es – Stand Ende 2018 - sechs Recyclingbetriebe für lithiumhaltige Altbatterien.

Weil Akkus bei ihrer Aussortierung noch immer 70 bis 80 Prozent ihrer Leistung bringen, wird momentan außerdem eine Zweitverwendung vor dem Recyclen erprobt. So experimentiert beispielsweise Audi in Ingolstadt damt, die gebrauchten Batterien in Gabelstaplern und Zugmaschinen in seinen Fabriken weiterzuverwenden. Auch in Solaranlagen wäre eine solche Wiederverwendung denkbar.

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