Bei Parmesan überzeugt laut "Öko-Test" nicht immer die Qualität.

Öko-Test: Nur ein Parmesan als "gut" bewertet - Alle Käse im Test mit Mineralöl belastet

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Parmesan ist bei den Deutschen einer der beliebtesten Hartkäse. Kamen in den 70ern häufig noch Tütchen mit fertig geriebenem Käse auf viele Esstische, greifen Verbraucher heute meist zum Käsestück und reiben den Parmesan selbst über ihre Pasta. Köstlich!

Weniger vorzüglich fällt das Ergebnis des aktuellen Parmesan-Tests der Zeitschrift "Öko-Test" aus: Nur einen Parmesan können die Tester empfehlen. Als einziger erhielt er das Urteil "gut".

Ein Drittel der Käse fällt komplett durch

Insgesamt 16 Sorten des beliebten Hartkäses haben die Tester für die September-Ausgabe der Zeitschrift "Öko-Test" genau unter die Lupe genommen und mit Blick auf Mineralölrückstände, Geschmack und Tierhaltung untersucht.


Das unrühmliche Fazit: Ein Drittel (6 Sorten) der getesteten Hartkäse fallen mit Bewertungen von "mangelhaft" bis "ungenügend" komplett durch. Die Gründe dafür sind schlechte Tierhaltung, fehlende Transparenz und: Belastungen durch Mineralöl.


Bei vier Marken war der Mineralölgehalt den Testern zufolge sogar sehr stark erhöht. Darunter der Verlierer im Test: „Giovanni Ferrari Parmigiano Reggiano“ erhielt als einziger die Note "ungenügend".

Zu den fünf mit "mangelhaft" bewerteten Käsen gehört auch der Parmesan von Lidl.

Im Video:

Eier im Öko-Test: Diese Anbieter fallen in puncto Haltung durch

Doch auch die Käse, die im Test besser abschnitten, waren nicht frei von Mineralölen.

Wir finden es beunruhigend, dass das von uns beauftragte Labor in jedem Parmesan im Test mindestens Spuren von Mineralöl gefunden hat

so "Öko-Test".

Das gilt auch für den Test-Sieger, den Bio-Parmesan von Alnatura, der als einziger mit "gut" bewertet wurde, weil er abgesehen von den Mineralölspuren die Tester überzeugte.

In den getesteten Käsen fand sich auch der Mineralölbestandteil MOSH, der sich in menschlichen Geweben und Organen ablagern kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät dringend MOSH zu minimieren.

Wie gelangt Mineralöl in Käse?

Wie die Mineralölspuren in den Käse gelangen können, ist unklar. Als mögliche Quellen vermutet Öko-Test Schmieröl-Verunreinigungen während des Produktionsprozesses oder beim Versiegeln der Verpackungen. Die Verunreinigungen könnten aber auch aus der Umwelt stammen.

Auch in Sachen Tierwohl kritisieren die Tester große Versäumnisse. Bis auf ein Milcherzeuger lässt demnach keiner seine Kühe auf die Weide. "In der Parmigiano-Reggiano-Region steht es schlecht um die Weidehaltung", heißt es. Auch die Bio-Betriebe im Test schicken demnach ihre Kühe nicht auf die Weide, sie haben Zugang zu Laufhöfen.

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Bei allen Kühen, die Milch für die Parmesan im Test liefern, wurden die Hörner entfernt, was für die Tiere oft schmerzhaft sei.

Top 3: Diese Parmesan-Sorten schnitten im Test am besten ab

  • 1. Bio-Parmigiano Reggiano, Alnatura. Note: "Gut". Preis: 5.90 €/200g
  • 2. Bio Verde Parmigiano Reggiano, Isana Naturkost. Note: "Befriedigend". Preis: 8.30 €/200g
  • 3. Cucina Parmigiano Reggiano, Aldi Süd. Note: "Befriedigend". Preis: 4,60 €/200g

Geschmacklich immerhin überzeugen fast alle Käse: In zwei Fällen bemängelten die Tester einen bitteren und muffigen Geschmack. Öko-Test: "Doch meist schmeckt der Käse, wie Parmesan schmecken sollte: würzig, salzig, lecker."

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