Mehr Tierwohl? Bundeskabinett beschließt neues Label für Fleisch

Mehr Tierwohl? Bundeskabinett beschließt neues Label für Fleisch
Mehr Tierwohl? Bundeskabinett beschließt neues Label für FleischFoto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Kennzeichen für abgepacktes Fleisch beschlossen, das Verbraucher künftig in bestimmten Fällen besser über die Art der Haltung und der Schlachtung informieren soll. Das Kennzeichen ist für Produzenten freiwillig und soll ab Ende 2020 zunächst nur bei Schweinefleisch zum Einsatz kommen.

Bewertet werden beim staatlichen Tierwohlkennzeichen 13 Kriterien, darunter der Platz, den das Tier zur Bewegung hatte, aber auch wie gut es im Stall untergebracht war und ob es genug Beschäftigung hatte, sowie die Zeit, die das Ferkel bei der Mutter verbringen durfte. Aspekte wie Kastration, Schlachtung und Transport werden dabei auch berücksichtigt.

Je höher die Anforderungen, die der Tierhalter erfüllen muss, desto höher ist auch die Stufe des Labels, die er für sein Fleisch verwenden darf. Beim Kriterium Platz im Stall etwa muss ein Schwein auf Stufe 1 mindestens 0,9 Quadratmeter zur Verfügung haben, auf Stufe 2 sind es 1,1 Quadratmeter, und auf Stufe 3 1,5 Quadratmeter - ein Drittel davon zum Auslauf im Freien.

Die Kriterien des staatlichen Tierwohlkennzeichens für Schweine im Überblick
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)Die Kriterien des staatlichen Tierwohlkennzeichens für Schweine im Überblick

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Staatliches Label ist nicht verpflichtend

Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) soll das staatliche Tierwohlkennzeichen Produzenten auszeichnen, die mehr für ihre Tiere tun als es das Gesetz verlangt. Deshalb sei die Nutzung nicht für alle verpflichtend. Darüber hinaus sollen private Kontrollstellen die Einhaltung der Anforderungen überprüfen.

Kritiker prangern Vorhaben an

Verbraucher- und Tierschützer sehen das neue Label kritisch: „Gegen Krankheit und Elend von Millionen Tieren hilft kein weiteres freiwilliges Siegel“, sagte Matthias Wolfschmid von „Foodwatch“ gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk. Vielmehr bedürfe es „klare gesetzliche Vorgaben für bessere Tiergesundheit in allen Ställen“.

Die Schaffung einer Tierwohlkennzeichnung war im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD vereinbart worden. Sie soll bis zur Mitte des Legislaturperiode umgesetzt werden.

(feb)

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1 Kommentar

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Papier und Labels sind geduldig. Viel wichtiger wäre es die Tiere im Freien laufen zu lassen und für mehr m² je Tier zu sorgen, dann müßten entweder Tiere abgeschafft oder neue Ställe gebaut werden. Beides schränkt die Massentierhaltung ein.
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