Brasilien: Manipulierte Mücken breiten sich aus - Tiere könnten gegen Insektizide resistent sein

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Brasilien: Manipulierte Mücken breiten sich aus - Tiere könnten gegen Insektizide resistent seinFoto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

In Brasilien sind Forscher auf einen Mückenstamm mit Spuren von manipuliertem Erbgut gestoßen. Es besteht der Verdacht, dass die Nachkommen von zuvor gentechnisch veränderten Moskitos gegen Insektizide resistent sein könnten. Die Tiere waren vor einigen Jahren von der US-amerikanischen Biotec-Firma Oxitec in der Natur freigelassen worden, um krankheitserregertragende Mücken zu töten.

Bei dem Versuch, den das US-Unternehmen zwischen 2013 und 2015 durchführte, waren wöchentlich rund 450.000 genmanipulierte Männchen in der Natur freigelassen worden. Die Mücken, das Produkt einer Kreuzung von Mückenstämmen aus Kuba und Mexiko, sollten bei der Paarung ein sogenanntes „Todes-Gen“ auf normale Mücken übertragen. Nachkommen wären damit vom Schlüpfen an zum frühzeitigen Tod genetisch programmiert.

Kritiker warnten damals vor Eingriff ins Ökosystem

Schon vor Beginn der Versuche hatten Kritiker vor einem Eingriff ins Ökosystem gewarnt. Sie befürchteten etwa, dass sich das Todes-Gen bei einigen Mücken abschalten, Mutationen auftreten könnten. Auch auf die Gefahren einer unkontrollierten Verbreitung des Gens oder darauf, dass genmanipulierte Mücken aus Laboren ausbrechen und so Populationen auslöschen könnten, machten Umweltaktivisten damals aufmerksam.

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Population stieg nach anfänglichem Erfolg wieder an

Zunächst konnten die Forscher Erfolge verbuchen: Die Population der zu bekämpfenden Mücken - etwa der „Ägyptischen Tigermücke“ (Aedes aegypti), die neben Gelbfieber und Dengue auch das Zika-Virus überträgt und 2016 in Brasilien eine Epidemie auslöste mit Tausenden von Erkrankten und etlichen Säuglingen mit Fehlbildungen - ging zwar zurück. Nach einem Zeitraum von etwa 18 Monaten stellten die Forscher aber fest, dass die Population wieder anstieg.

Spuren von Gen-Mücken immer noch vorhanden

In einer neuen Studie, die nun in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht wurde, berichten die Forscher, dass sich Spuren der gentechnisch veränderten Mücken in nicht-manipulierten Populationen finden lassen. Junge Stichproben aus der Ortschaft Jacobina rund 300 Kilometer nordöstlich von Salvador (Bundesstaat Bahia) haben etwa ergeben, dass zehn bis 60 Prozent der Aedes aegypti Spuren der manipulierten Moskitos im Genom aufweisen.

Mücken möglicherweise resistent gegen Insektizide

Welche Folgen die Übertragung des manipulierten Gens auf normale Mücken haben könnte, ist laut den Forschern unklar. Sie befürchten aber, dass die Nachkommen der normalen und der gentechnisch veränderten Mücken, die nunmehr Erbgut dreier Stämme in sich tragen, robuster und gegen Insektizide resistent geworden sein könnten. Ob diese Resistenz auf das übertragene Gen oder das Misch-Genom zurückzuführen ist, sei ebenfalls unklar.

(feb)

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