Reisen in Georgien - Entspannung statt Overtourism!

Der große Kaukasus - wie in den Alpen
Der große Kaukasus - wie in den AlpenFoto-Quelle: Thomas Bily
Thomas Bily

Ich war nie ein großer Fan von Mallorca und Co. In den letzten Jahren wird der Massentourismus immer flächendeckender. Deswegen richte ich meine Reise-Pläne neu aus auf Länder und Gegenden, die nicht im Fokus der Massen stehen. Entspanntes Reisen statt Overtourism! So kam ich dieses Jahr nach Georgien. Was für eine gute Entscheidung!

Knapp 4 Stunden fliegt man von München nach Tiflis. Das ist selbst für Leute, die nicht gerne im engen Flieger sitzen, zu bewältigen. Zum Vergleich: Nach Gran Canaria dauert es 5 Stunden. Gefühlt scheint Georgien deutlich weiter entfernt. Es liegt in Gedanken irgendwo in Russland. Weit weg. Wo man schwer hinkommt. So jedenfalls reagierten die meisten Leute, mit denen ich über meine Reise nach Georgien sprach.

Aufstrebend dank Tourismus

"Balkon Europas" nennt sich Georgien und das zeigt, wohin es Georgien zieht: Richtung Westen. Das Land ist im Aufbruch. Tourismus ist ein guter Hebel, um nach vorne zu kommen. Zumal das kleine Land sehr viel Abwechslung bietet: Von den 5000er Bergen des Großen Kaukasus bis zu den Stränden des Schwarzen Meers fährt man keine 3 Stunden. Die Weingegend Kachetien, wo der gute trockene Rote herkommt, liegt im Osten des Landes.

Blick auf Tiflis
Thomas BilyBlick auf Tiflis

Auf dem Weg dahin streift man die Hauptstadt Tiflis, eine DER Party-Städte Europas - und damit nix für mich. Zumindest nicht länger als den einen Tag, um ein Bild von der Stadt zu bekommen. Abgesehen davon ist das Land gespickt mit alten Kirchen und Höhlenstädten. Selbst dem Diktator Stalin ist eine Gedenkstätte gewidmet in seiner angeblichen Heimatstadt Gori.

Sicher, entspannt und bequem reisen

"Kann man denn dort selber fahren?" Und wie: die Straßen sind in gutem Zustand. Für Pass-Straßen in den Bergen sollte man einen 4WD nehmen. Wir starteten in Koutaisi und haben immer nur von Ort zu Ort gebucht über Internet, um dem guten Wetter zu folgen (das eh gut war) und flexibel zu bleiben. Man findet jeden Standard von Unterkünften. Wir haben uns immer für Hotels oder Guesthouses entschieden. Für Hostels fühl ich mich zu alt.

Die UNESCO Türme von Ushguli
Thomas BilyDie UNESCO Türme von Ushguli

Das Essen hat uns gut geschmeckt. Das Frühstück war meist ein Mischung aus süß (u.a. Pfannkuchen) und sauer (Salat, Würstchen, Käse...). Es gibt leckere georgische Spezialitäten wie Teigtaschen mit Fleisch oder Käse und nicht zu vermeidenden Georgischen Salat: Gurken, Tomaten und Walnüsse. Vegetarier sollten gut über die Runden kommen.

Die Höhlenstadt von Uplisziche
Thomas BilyDie Höhlenstadt von Uplisziche

Übrigens: Bezahlt habe ich fast alles mit iPay. Da ist Georgien deutlich weiter entwickelt als unsere Bargeld-nostalgische Gesellschaft. Cash braucht man nur für Kioske oder Taxis. Trinkgeld ist in den Preisen drin. Kosten für 10 Tage: 1.000 € inkl. Flug, Benzin, Brotzeit und Rotwein.

Fazit: Die 10 Tage Georgien waren eine wunderbare Reise in einem schönen, aufstrebenden Land. Natürlich hängt der Sozialismus noch in den Nischen oder Hinterhöfen. Aber sonst geht´s rund und vorwärts in Georgien.
Bagrati Kathedrale in Koutaise - UNESCO Welterbe
Thomas BilyBagrati Kathedrale in Koutaise - UNESCO Welterbe

Mehr dazu auf Rockingtravel.com, meinem Reiseblog mit ausführlichem Reisebericht.

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6 Kommentare

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Bitte Bitte Bitte. Macht ja nicht so viel Werbung für dieses wunderbare Land mit seinen wundervollen Menschen. Der Gedanke an Horden saufender und grölender Billigtouristen, die in das Land einfallen und mit Ihrer Sparbrötchenmentalität die herzliche Gastfreundschaft ausnutzen, wäre unerträglich. Wenn ich mir z.B. Bulgarien als das neue Malle anschaue, kommen mir die Tränen. Nicht auszudenken, wenn auch im Kaukasus der gleiche Ski- Zirkus wie in den Alpen stattfindet oder die schönen Landstriche Adschariens mit dieser Wahnsinns Natur "eingedeutscht" werden damit auch alles schön sauber und geordnet ist. Bin mir jedoch sicher, dass die Georgier Ihren Wert bewahren werden. Und dieser Wert ist eben, dass nicht alles Perfekt ist. Sondern Natur und Landschaft wie sie wirklich ist.
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danke für die Info´s
gern geschehen
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Danke!
Schön, mal wieder von Ihnen lesen zu dürfen; ich mag Ihre Reiseberichte - ALLE!
danke, das freut mich SEHR
So soll's sein!

Ähnlich Großartiges - Landschaften, Dörfer, Täler, Burgen - haben wir vor "tausend" Jahren in Rumänien bewundert; damals, als sich Ceaușescu nicht um das wunderschöne Land und seine Einwohner, sondern ausschließlich um seinen Wohlstand in Bukarest kümmerte!
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