Mega-Fusion geplant: Aldi Nord und Aldi Süd wollen enger zusammenarbeiten

Seit 1961 gibt es Aldi Nord und Aldi Süd
Seit 1961 gibt es Aldi Nord und Aldi SüdFoto-Quelle: wize.life
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Von News Team

Seit fast 60 Jahren ist Deutschland einkaufstechnisch geteilt - in Aldi Nord und Aldi Süd. Jetzt wollen die Discounter offenbar wieder enger zusammenrücken, berichtet das "Manager Magazin". Die Mega-Fusion zu einer "Nord-Süd-Gesellschaft" ist demnach 2022 geplant.

Erste Pläne für eine engere Zusammenarbeit seien bereits vor mehr als zwei Jahren geschlossen worden, seien aber weitreichender als bisher bekannt, schreibt das Wirtschaftsmagazin.

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Durch die Mega-Fusion soll ein "einheitlich gesteuerter Verbund mit nahezu identischen Organisationsstrukturen und gleichem rechtlichen Rahmen" entstehen. Laut dem Bericht soll Aldi ab 2022 in einer "Nord-Süd-Gesellschaft" organisiert sein.

Aldi Süd und Aldi Nord sind zusammen ein Handelsimperium: Beide Discounter zusammen beschäftigen demnach in ihren 11.000 Filialen in aller Welt rund 210.000 Mitarbeiter. Die Umsätze beider Ketten liegen bei insgesamt 100 Milliarden Euro brutto.

Kosteneinsparung durch Schulterschluss

Mit dem Schulterschluss reagieren die Discount-Schwestern dem "Manager Magazin" zufolge auf den harten Wettbewerb in Deutschland.

"Aldi Süd kommt auf dem Heimatmarkt nur mit Mühe über eine schwarze Null hinaus, der Norden schreibt seit 2018 gar Verluste", schreibt das Wirtschaftsmagazin.

Durch die engere Zusammenarbeit versprechen sich die Discounter offenbar Einsparungen bei den Kosten: "Alle Sortimente und Abläufe" sollen harmonisiert werden, sämtliche Leistungen von Einkauf, Logistik bis Werbung sollen "nur noch einmal erbracht werden", schreibt das Blatt und bezieht sich auf ein Protokoll von Spitzenmanagern mit dem Titel: "Kooperation Aldi Nord - Aldi Süd".

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Ziel des Projekts sei die "Verringerung von Redundanzen bis hin zu einer gesellschaftsrechtlichen Verflechtung."

Unklar ist demnach bislang, ob die beiden Eigentümerfamilien ihren Besitz, der in Stiftungen liegt, zusammenführen wollen. Das Kartellamt dürfte dem Magazin zufolge keine Einwände gegen eine Fusion der beiden Discounterschwestern haben, da beide Teile des Konzerns "der gleichen Sippe gehören".

Seit 1961 gibt es Aldi Süd und Aldi Nord

Die Sippe - das sind die Familien Albrecht. Die Aldi-Gründer Theo Albrecht und Karl Albrecht hatten 1945 das kleine Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern in Essen übernommen und im Laufe der Jahre zu einer Handelskette ausgebaut.

1961 kam es zur geschäftlichen Trennung der beiden Brüder. Der 2010 verstorbene Theo Albrecht führte fortan Aldi Nord, sein Bruder Karl (2014 gestorben) den Süden. Über die Gründe dafür kursieren mangels offizieller Version mehrere Gerüchte. Einem Gerücht zufolge sollen die Brüder in Streit darüber geraten sein, ob sie Zigaretten in ihren Filialen verkaufen wollen - was längst sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd im Angebot haben.

autoren wize.life

1 Kommentar

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Was dann wohl auf die Verbraucher sowie die Zulieferer zukommen wird, wird der Preiskampf noch härter als ohnehin ?
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