Mein Wort zum Sonntag: Methusalem - Der älteste Mensch der Welt

Making a connection with the young
Making a connection with the youngFoto-Quelle: Southbanksteve
News Team
Von News Team

In unserer Reihe "Der/die/das älteste ..." stellen wir heute die ältesten Menschen der Welt vor.
Mit 187 Jahren zeugte er einen Sohn, danach noch weitere Söhne und Töchter. Mit 969 Jahren starb er dann. Sein Name: Methusalem, nachzulesen in der Bibel, 1 Mose 5,25. Seitdem wird jeder ungewöhnlich alte Mensch nach ihm benannt. Die biblischen Angaben sollte man nicht so wörtlich nehmen, außer man ist Zeuge Jehovas. Nach vernünftigen Rechnungen erreichten die Herren der Bibel ein Alter von 120 Jahren - immer noch ein "biblisches Alter". Aber sind solche Angaben realistisch?

Falsche Greise

Der Überlieferung nach gab es immer alte Männer und Frauen, die sich in manchen Gegenden zu konzentrierten scheinen. Turinah Masih Sehat, eine angeblich 1853 geborene Indonesierin, machte 2010 als 157-Jährige Schlagzeilen. Alle ihre persönlichen Dokumente will sie nach eigenen Angaben vernichtet haben, um nicht mit einem „kommunistischen Putschversuch“ im Jahre 1965 in Verbindung gebracht zu werden. Die Chinesin Luo Meizhen wurde angeblich am 9. Juli 1885 geboren und soll im Juni 2013 im Alter von 127 Jahren gestorben sein. Ihren Sohn bekam sie demnach erst mit 61 Jahren, weshalb Zweifel an ihrer Altersbehauptung bestehen. Der Brasilianer Jose Aguinelo dos Santos gibt an, am 7. Juli 1888 geboren zu sein, womit er 126 Jahre alt wäre. Allerdings wurde seine Geburtsurkunde erst 2001 ausgestellt. Die höchste Altersangabe des 20. Jahrhunderts publizierte 1933 die Time, die berichtete, der zuvor verstorbene chinesische Herbalist und Professor Li Chung Yun, der angab, 1736 geboren zu sein, habe ein Alter von 197 Jahren erreicht, nannte dann aber eine weitere Quelle, die anführte, dass die chinesische Regierung ihm bereits 1827 zu seinem 150. Geburtstag gratuliert habe und er damit 256 Jahre alt geworden sei. Er soll 23 Ehefrauen überlebt haben und war gerade mit seiner vierundzwanzigsten verheiratet.

Echte Hundertjährige

Die älteste Frau Deutschlands scheint Augusta Holtz zu sein. Sie starb 1986 in den USA und wurde 115 Jahre und 79 Tage alt. Der zweifelsfrei älteste Mensch der Welt ist ebenfalls eine Frau. Jeanne Calment (1875-1997) wurde nicht nur alt, sie war auch noch recht lange fit, fuhr mit 100 Jahren Fahrrad und zog erst mit 110 Jahren in ein Altersheim. Im Alter von 115 Jahren erlitt sie zwei Knochenbrüche, so dass sie fortan ein Leben im Rollstuhl führen musste. Bis zum Alter von 119 hat sie auch noch geraucht. Das musste sie wegen ihrer Sehschwäche aufgeben: Sie konnte sich die Zigaretten nicht mehr anzünden. Natürlich wurde sie oft gefragt, wie sie so alt geworden sei. Sie begründete es dann immer mit ihrer Ernährung: mediterrane Küche, Olivenöl, ab und zu ein Glas Portwein.
Womit wir bei der Frage wären, die uns alle interessiert: Wie wird man so alt? Tatsächlich ist die Frage falsch gestellt, denn niemand will alt werden, vielmehr wollen wir jung bleiben. Die betrübliche Antwort lautet: Es liegt in den Genen, aber keiner weiß wo. Und wenn, hätten wir auch nichts davon, weil wir deren Funktion (noch) nicht beeinflussen können. Der Lebenswandel kann, so er schlecht ist, unser genetisches Leben verkürzen, aber offenbar nicht verlängern. Immerhin: Die sogenannte "Mittelmeerdiät" kann uns dabei helfen. Olivenöl, Gemüse, Rotwein, Sonne und Seelenruhe erlauben uns, die vorgesehen Lebensspanen auch auszufüllen. Wichtig ist ohnedies, ob und wie wir das Alter genießen können. Denn wer einmal die 100-Jahre-Marke erreicht hat, lebt erstaunlich gesund und beschwerdefrei. Doch er/sie muss dem eigenen Leben einen Sinn geben, Freude daran haben, sich Ziele setzen und neugierig und offen dem Leben und den Menschen gegenüberstehen.

Wie man/frau jung bleibt

Man kann es so machen wie Ray Kurzweil, Chefingenieur von Google: täglich 150 Pillen gegen das Altern schlucken. Es geht aber auch anders. Mein Vorbild in dieser Hinsicht ist die französische Schriftstellerin, Opernsängerin, Bergsteigerin, Feministin und buddhistische Nonne Alexandra David-Néel (1868-1969). Sie führte ein abenteuerliches Leben, verbrachte als Mann verkleidet Zeit in einem buddhistischen Kloster, wanderte barfuß über die Berge Tibets. Über ihre Reisen, Abenteuer und Erfahrungen hielt sie zahlreiche Vorträge. Im Alter von 100 Jahren entwickelte sie Pläne für einen vierbändigen Romanzyklus, aus dem aber dann doch nichts wurde.
Vielleicht liegt darin das Geheimnis eines hohen Alters (oder einer langen Jugend): So tun, als würde man nie sterben, und dennoch jederzeit bereit sein, diese Welt zu verlassen.

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