Was ist Amazon Echo?

Der smarte Lautsprecher Amazon Echo
Der smarte Lautsprecher Amazon EchoFoto-Quelle: Amazon
News Team
Von News Team

Von Claudia Frickel

Amazon ist längst kein reiner Online-Shop mehr. Der Internetgigant lässt auch eigene Geräte herstellen und verkauft sie den Nutzern. Dazu gehören etwa die Kindle-Lesegeräte für E-Books, die Tablet-Computer Kindle Fire oder der Streaming-Stick Fire-TV. Nun verkauft der Händler auch einen eigenen Lautsprecher namens Echo. Das klingt unspektakulär, ist aber tatsächlich eine kleine Revolution. Eine, bei der Datenschützer die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Denn das Gerät spielt nicht nur Musik und Hörbücher ab, sondern kann auch auf Sprachbefehle des Nutzers reagieren. Welche Musik man hören will, sagt man dem Gerät per Stimme. Der Lautsprecher greift dann auf die Songs von Amazons hauseigenem Musikangebot zu, aber auch auf Online-Radiodienste wie TuneIn oder Pandora. Die Hörbücher müssen vom hauseigenen Dienst Audible stammen. Nutzer von Amazons Prime-Dienst können sogar Produkte, die sie schon einmal gekauft haben, mit ein paar Worten nachbestellen.

Echo sucht Informationen bei Wikipedia und liest sie vor


Das Besondere an Echo ist aber, dass er auch als persönlicher Assistent funktionieren soll. Er beantwortet auch Fragen, findet also etwa die Wettervorhersage und liest sie vor oder sucht Informationen via Wikipedia heraus. In einem Video zeigt Amazon, was Echo alles beherrscht: Beim Kochen kann man etwa herausfinden, wie man Maßeinheiten umrechnet. Man kann mit Hilfe der Stimme auch eine virtuelle Einkaufs- oder To-do-Liste erstellen, einen Timer starten und einen Wecker bedienen. Und Echo erzählt sogar Witze, wenn Sie ihm das sagen.
Über Apps für Apple-Geräte und Android können Sie auch unterwegs auf die To-do- und Einkaufslist zugreifen.

Echo vorerst nur in den USA


Den Echo gab es in einer Testphase und auf Einladung bereits seit Ende des letzten Jahres, ab Mitte Juli ist er für die breite Masse zu haben - aber vorerst nur in den USA. Dort kostet der kluge Lautsprecher dann 180 Dollar. Ob er auch in Deutschland verkauft wird - und wenn ja, zu welchem Preis -, ist noch völlig offen.

Der Lautsprecher sieht aus wie eine schmale Säule, ist 23 Zentimeter hoch, hat einen Durchmesser von 8,3 cm und wiegt etwas mehr als ein Kilogramm. Der 360-Grad-Lautsprecher verbindet sich über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Handy oder Tablet, und über über W-Lan mit dem Internet. Er braucht also keinerlei Kabel. Der Hersteller rüstet das Gerät nach und nach mit immer mehr Funktionen aus: Man kann damit inzwischen auch die LED-Lampen von Philips steuern, es sollen weitere Geräte aus dem Smart Home dazukommen.

Mikrofone registrieren Sprachbefehle


Sieben Mikrofone stecken in seinem Inneren. Sie registrieren die Stimme des Nutzers und senden die Anfrage an die Server von Amazon. Das funktioniert auch bei lauteren Umgebungsgeräuschen, also wenn zum Beispiel Musik läuft oder sich Menschen unterhalten. Um den Lautsprecher zu aktivieren, muss der Besitzer nur laut "Alexa" sagen, dann wird er wach. "Alexa" hat Amazon die integrierte Sprachassistentin des Lautsprechers getauft, ähnlich wie die von Apple "Siri" heißt.

Der Hersteller bewirbt das Gerät mit den Worten "Always ready, connected and fast", also immer bereit, verbunden und schnell. Denn damit "Alexa" aktiv werden kann, muss der Lautsprecher permanent eingeschaltet sein. Genau das ruft Datenschützer auf den Plan: Echo hört ständig mit und funktioniert wie eine große Wanze. Theoretisch kann Amazon damit genau verfolgen, was in den Wohnzimmern des Nutzers passiert. Damit steht das Gerät allerdings nicht alleine da: Microsofts Spielkonsole Xbox ist etwa mit der Kinect-Kamera zur Bewegungssteuerung ausgerüstet. Und die erkennt dank Infrarot sogar wenn es dunkel ist, ob jemand im Raum ist.

2 Kommentare

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Für einen schwerst Behinderten kann die Technik einen Sinn ergeben. Aber für Otto Normalverbraucher? Für Amazon rechnet sich der Aufwand. So kann das Angebot Verbraucher gerecht gestaltet werden. Die Gewinnoptimierung wird schon durch Steuerminimierung erreicht.
Ich verstehe nur nicht, warum sich viele Menschen mit allen Mitteln versuchen sich noch gläserner zu machen.
Übertrieben: Wen interessiert es, wann ich den letzten Toilettengang gemacht habe.
Gut ... wir sind hier ja bei Seniorbook

Es gibt durchaus Geräte, die die Häufigkeit der Toilettengänge überwachen - und bei längerem Ausbleiben Alarm schlagen. Sinn ist es, zu verhindern, das gestürzte oder ohnmächtig gewordene Menschen unbemerkt ewig in der eigenen Wohnung liegen. (Es gibt auch Geräte , no joke, die das Gewicht des "Produktes" registrieren ....)

So ist das eben mit dem Internet der Dinge und des Lebens - wo ist die Grenze zwischen Fluch und Segen?
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