Nationalstolz - worauf sind wir denn da stolz?

Nationalstolz - worauf sind wir denn da stolz?
Nationalstolz - worauf sind wir denn da stolz?Foto-Quelle: I-vista / www.pixelio.de
Thomas Bily

Es ist ja immer wieder zu lesen: "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein." Die Griechen, die Italiener, Franzosen - alle haben ihren Nationalstolz. Die Staatsbürgerschaft bekommen die meisten von uns, weil sie in Deutschland geboren wurden. Dazu hat aber keiner einen Beitrag geleistet vor der Geburt. Worauf baut Nationalstolz dann?

Froh vielleicht, aber stolz?

Dass man in ein Land geboren wurde, das im Wohlstand schwimmt, das (wieder) einen guten Arbeitsmarkt bietet, das eine gute gesundheitliche Versorgung aufgebaut hat, wo gute Bildungschancen für alle bestehen, das weitestgehend sicher ist, seit langem in Frieden lebt und im Großen und Ganzen anerkannt ist in der Welt - dass man hier und nicht in Bangladesh das Licht der Welt erblickte, darüber kann man als Einzelner froh und glücklich sein - aber stolz?

Ich schätze es sehr, dass ich in einem freien Land geboren wurde, wo man alle Chancen hat, auch wenn man nicht aus reichem Haus stammt. Wo ein faires Leistungsprinzip herrscht, das auch nicht so starken Menschen eine Grundsicherheit anbietet und alle oben genannten Vorteile und noch viel mehr.

Eher anerkannt als beliebt

Mittlerweile kann man im Ausland als Deutscher Punkte wieder sammeln. Das war vor 30 Jahren noch ganz anders. Angeblich sollen wir heute sogar zu den beliebtesten Nation zählen. Mein Gefühl ist: anerkannt ja, aber eher durchschnittlich beliebt. Die nachwachsenden Generationen könnten es schaffen, dass wir auf der Beliebtheitskala tatsächlich klettern. Die sind noch offener und entspannter aufgestellt - nach meiner Beobachtung.

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33 Kommentare

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Ich bin zB stolz darauf,was Deutsche wie meine Eltern nach dem 2Weltkrieg geleistet haben,wie sie ein Land wieder aufgebaut haben.Den heutigen Wohlstand Deutschland verdanken wir Ihnen,der ist dem Land nicht zugeflogen.Und deshalb müssen wir ihn auch nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilen.
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Wir haben es aber nicht nötig 'everybodys darling' zu sein und anbiedern müssen wir uns schon gar nicht und klein machen lassen erst recht nicht.
Ich möchte jedenfalls auf keinem anderen Ort der Welt leben aber möchte auch unsere Identität behalten.
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Das Wort "Stolz", als Nomen, sowie als Adjektiv hat eine widerliche, sogar unverschämte Bedeutung anderen gegenüber. Im Volksmund ist z. B. ein frischgebackener Vater ist ein "stolzer Vater".
Worauf? Wie, wenn das Kind behindert ist?
Ich finde, dieses Wort sollte immer durch "Dankbarkeit" ersetzt und entsprechend empfunden werden.
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ich lebe mit einem stolzen Italiener,,ich liebe meine Heimat,,ich fühle mich wohl,,doch ich bin stolz Schweizerin zusein
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Es gibt weder einen Grund zum Nationalstolz noch braucht man sich zu schämen, weil man ein Deutscher ist; denn in aller Regel hat man ja keine Erfahrungen mit einer anderen Nationalität gemacht ! Ich persönlich kann gut damit leben zu einem Kulturkreis zu gehören, der viele Dichter und Denker hervorgebracht hat; aber man muss eben auch der Tatsache eingedenk sein, dass unsere Vorfahren die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts zu verantworten hatten !
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Ich bin wirklich stolz, auch ein Deutscher zu sein - gebrauche allerdings lieber das Wort - Patriot - oder zu Deutsch auch Vaterlandsliebe, damit keine Verwechselung zum Nationalismus entstehen kann..

Dies war in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland auch mal anders - insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg war dieser Begriff eher negativ besetzt.

Jetzt 70 Jahre danach sieht das ganz anders aus. Die Verbundenheit der Deutschen zum Vaterland nimmt immer mehr zu - gleichzeitig wächst im Ausland - das uns nach dem 2. Weltkrieg immer kritisch beobachtet hat -, unser Ansehen, so dass wir in der Beliebtheit aller Länder einen beachtlichen Spitzenwert im einstelligen Bereich eingenommen haben.

Das ist der Verdienst aller Deutschen..

Die Aufbaugeneration nach dem 2. Weltkrieg und alle Generationen danach haben hier mit ihrem Fleiß und vielem mehr dazu beigetragen...

Der verstorbene Bundespräsident und ehemaliger Ministerpräsident aus NRW, aus dem Land in dem ich wohne, hat es mal so zusammengefasst.

„Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet.“


Manchmal jammert man im eigenen Land über dieses und jenes, kritisiert vieles - alles zurecht...

Aber erst wenn man im Ausland weilt, erkennt man, dass vieles bei uns doch wesentlich besser läuft...Hier entwickelt sich manchmal erst zurecht ein gewisser Stolz...

Ich bin oft in Kroatien - einem wirklich landschaftlich schönen Land, in dem ich mich sehr gerne aufhalte und alles genieße..

Wenn ich manche Behördengänge - um ein Beispiel zu nennen - mit den unsrigen vergleiche, dann erkenne ich erst einmal, wie es anderen Leuten gehen kann..
Unser freiheitlich sozialer Rechtsstaat ist damit nicht zu vergleichen...

Ich freue mich, im Land unserer Väter geboren zu sein, dort leben zu können, mir was aufbauen zu können und vieles mehr...Werde niemals ganz auswandern, auch wenn andere Dinge (Landschaft, Meer und Leute) doch schon einen sehr großen Reiz auf mich ausüben...
Ja liebe Marion, das stimmt..

Unsere Kanzlerin

- wie immer man zu ihr stehen mag im positiven oder negativen Sinne -

ist im Ausland mittlerweile eine der beliebtesten weiblichen Politikerinnen geworden.
Neulich fragten mich einige Kroaten - Hör mal, ihr habt doch in Eurem Land die wunderbare Angie, könnt ihr uns die mal nicht ein paar Jahre ausleihen, damit es auch bei uns besser wird und vorangeht...?

Dieser Satz machte mich sehr stolz...

Der wäre nach dem 2. Weltkrieg und sehr lange Zeit danach undenkbar gewesen...
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Ich weiß nicht, ob das Wort "Stolz" in anderen Sprachen auch einen schalen Beigeschmack hat. Im Deutschen hat es das für mich jedenfalls.
Ich freue mich natürlich auch, hier geboren zu sein und leben zu dürfen - aber stolz???? ich habe doch nichts dafür getan!
Natürlich hast du etwas dafür getan. Wir alle haben das. Und für die Generationen vor uns können wir nichts. Also nicht so bescheiden sein. Ist zwar ein feiner Zug, aber hier völlig fehl am Platz.
Was denn? Meine Eltern waren Deutsche, meine Großeltern und Urgroßeltern auch. Also bin ich als Deutsche, mitten in Deutschland auf die Welt gekommen. Dafür kann ich nichts.
Natürlich habe ich nie auf der faulen Haut gelegen, habe einen "ordentlichen" Beruf gelernt und bis zur Rente gearbeitet, dabei erlebt, wie sich die wöchentliche Arbeitszeit immer mehr verkürzte, habe dafür auch soviel Geld bekommen, dass ich mich und meine beiden Kinder gut ernähren und kleiden konnte, dass ich meinen Kindern auch eine gute Ausbildung ermöglichen konnte.
Meinst du, Frauen in anderen Ländern hätten weniger gearbeitet, seien fauler gewesen? Dann schau mal nach Asien, wie sich dort Näherinnen für unsere dämlichen Klamotten krumm arbeiten müssen, und nicht mal genug fürs Leben verdienen. Und dann soll ich noch stolz sein:
Wenn ich mir einen Stolz erlaube, dann den, dass ich es geschafft habe, als alleinerziehende Mutter uns vor dem sozialen Abstieg zu bewahren. Und dankbar bin ich, dass ich in einem Land lebe, wo das überhaupt möglich ist. Aber nicht stolz.
Wäre nicht der Marshall- sondern der Morgenthau-Plan nach dem Krieg in Kraft getreten, so wären wir heute ein unterentwickeltes Agrarland.
Also was soll das Gerede!
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Die Leidtragenden sind , die Griechische Bevölkerung...die Mittelschicht...die Ärmsten...so wäre es auch in Deutschland...
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ich bin Stolz eine Deutsche zu sein
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Ich bin stolz eine Deutsche zu sein
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