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Ammen-Dornfinger: Gift-Spinne dank Klimawandel auf dem Vormarsch

News Team
Von News Team

In den vergangenen Jahren häufen sich Medien-Berichte zu den giftigen Ammen-Dornfinger-Spinnen. So meldete etwa die Berliner Zeitung oder das Wissenschaftsmagazin Galileo von Sichtungen. Hier haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema zusammengefasst:

Wie gefährlich sind Ammen-Dornfinger-Spinnen?

Im Gegensatz zu fast allen anderen heimischen Spinnen können Ammen-Dornfinger-Spinnen mit Ihren Giftklauen die menschliche Haut, sogar feste Kleidungsstücke wie Jeans durchdringen. Bei fast allen anderen einheimischen Spinnenarten sind die Giftklauen dafür zu kurz und/oder fragil. Bei einem Biss injizieren die Tiere gewebe- und blutschädigende Substanzen in ihre Opfer.

Ein Ammen-Dornfinger-Weibchen in Angriffsstellung. An den Spitzen der gespreizten Giftklauen tritt Gift aus.
Rainer Altenkamp unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/Ein Ammen-Dornfinger-Weibchen in Angriffsstellung. An den Spitzen der gespreizten Giftklauen tritt Gift aus.

Die Giftwirkung bei Menschen kann mit einem Wespenstich verglichen werden. In der Regel wird an der Bissstelle nach einigen Minuten ein brennender Schmerz wahrgenommen. Dieser Schmerz breitet sich innerhalb von Minuten oder Stunden auf den gesamten betroffenen Körperteil aus. Bei Gift-Bissen in Finger ist mit Schmerzen und Druckempfindlichkeit in den Lymphknoten der Achselhöhlen zu rechen. Bei schwereren Verläufen können Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, leichtes Fieber oder Kreislaufversagen auftreten. Nach 24 bis 30 Stunden sind die Symptome meist wieder abgeklungen.

Berichte über dauerhaftere Schädigungen oder gar Todesfälle gibt es nicht.
Ammen-Dornfinger-Spinne auf Brombeere
Rolf Dietrich BrecherAmmen-Dornfinger-Spinne auf Brombeere

Was ist im Fall eines Gift-Bisses zu beachten?

Wenn man von einer Ammen-Dornfinger-Spinne gebissen wurde, sind vor allem drei Dinge zu beachten:

  • umgehend einen Arzt aufsuchen
  • Biss auf keinen Fall kühlen
  • nicht kratzen
Ammen-Dornfinger-Spinne im Gespinst
Rainer Altenkamp unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/Ammen-Dornfinger-Spinne im Gespinst

Welche Gebiete sind besonders betroffen?

Ammen-Dornfinger-Spinnen bevorzugen Offenbiotope mit hohem Gras und Hochstauden, wie sie vor allem in Südeuropa anzutreffen sind. In Mitteleuropa leben sie vor allem auf Waldlichtungen, Ackerbrachen und Wiesen oder in Saumbiotopen wie Wegrändern, Bahndämmen oder Grabenrändern an trockenen Standorten, aber auch in Feuchtwiesen. Vor allem in drei Bundesländern gibt es größere Bestände:

  • Brandenburg
  • Sachsen-Anhalt
  • Baden-Württemberg
Ammen-Dornfinger-Männchen (links) und Ammen-Dornfinger-Weibchen (rechts)
Gemeinfrei / Alexf17 unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/Ammen-Dornfinger-Männchen (links) und Ammen-Dornfinger-Weibchen (rechts)

Woran erkennt man Ammen-Dornfinger-Spinnen?

Wie der Naturschutz-Bund erklärt, gibt es einige Kennzeichen, an denen man die Spinnen erkennen kann:

  • Die Ammen-Dornfinger-Spinnen zählen mit einer Körpergröße bis zu 1,5 Zentimetern zu den größten Spinnenarten Mitteleuropas.
  • Die Weibchen sind größer und haben massivere Körper.
  • Der vordere Körperteil ist rot-orange, der Hinterleib gelb bis olivgrün.
  • Die haarigen, orangen Beine werden drei bis vier Zentimeter lang.
  • Die Kieferklauen sind grünlichgelb bis gelbbraun, die Giftklauen schwarz.
Gespinst mit Eiern in aufgebrochenem Gespinst
GemeinfreiGespinst mit Eiern in aufgebrochenem Gespinst

Wie leben Ammen-Dornfinger-Spinnen?

Für Menschen besteht die größte Chance einer ungewollten Begegnung durch männliche Spinnen, die im ländlichen Raum nachts auf der Suche nach Weibchen in Häuser eindringen. Die meisten dokumentierten Bisse ereigneten sich jedoch durch Muttertiere, die bei Mäharbeiten von Hand in ihren Ruhegespinsten gestört wurden. Weibchen verlassen die Gespinste fast nie. Besonders gerne siedeln die Spinnen in Land-Reitgras. In Sachsen-Anhalt wurden an einem von Land-Reitgras begrenzten Sandweg auf einer Strecke von 150 Metern 34 Brutgespinste gefunden.

Dornfinger-Gespinst
GemeinfreiDornfinger-Gespinst

Nach der Brutzeit schlüpfen die Jungtiere von Ende September bis Anfang Oktober. Danach verteidigt das Weibchen das Brutgespint noch rund drei Wochen. Im späten Oktober schwärmt der Wurf dann zu Hunderten aus.

Dornfinger-Schlupfwinkel mit Erläuterung
Fritz Geller-Grimm unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/Dornfinger-Schlupfwinkel mit Erläuterung

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2 Kommentare

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die blödzeitungsmanier ist unseriös und macht den lesern nur unnötig angst, jeden tag eine neue schlagzeile, giftige wl-leser beissen redakteure in den hals und saugen das blut heraus, dann wird das gehirn leer davon
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.

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