Vater Zieten, der sanfte General

Vater Zieten, der sanfte General
Vater Zieten, der sanfte General
News Team
Von News Team

Einst mocht es ihm nicht schmecken, und sieh, der Zieten schlief.
Ein Höfling wollt ihn wecken, der König aber rief:
"Laßt schlafen nur den Alten, er hat in mancher Nacht
Für uns sich wach gehalten, der hat genug gewacht!"

In dem Gedicht von Theodor Fontane kommt die Zuneigung von Friedrich dem Großen zu seinem alten General zum Ausdruck. Konnte der „alte Fritz" zu anderen Menschen ein regelrechtes Scheusal sein, Hans Joachim von Zieten hatte einen Platz am Herzen des Königs gefunden.

Der Junge aus Zustrau

Dabei hatte seine Karriere alles andere als vielversprechend begonnen. Als Kind eines Landedelmannes aus Wustrau in Brandenburg entstammte er einfachen Verhältnissen. Als Jugendlicher trat Zieten in die Armee ein. Das damalige Ideal des „langen Kerls" entsprach der kleine und verwachsene in keiner Weise. Weil seine Stimme zu leise war, wurde er bei Beförderungen übergangen. Er wurde mehrfach aus der Truppe entlassen, trank, duellierte sich mit Vorgesetzten und musste sogar ein Jahr in Festungshaft zubringen.

Doch als er schließlich doch die Karriereleiter Stufe um Stufe aufstieg, entwickelte Zieten ein soldatisches Pflichtgefühl. Das bedeutete aber keinesfalls, dass er die üblichen Disziplinierungsmaßnahmen akzeptierte. Die Prügelstrafe verachtete er. Trotzdem schaffte er es sein Regiment von Husaren, die als widerspänstig galten, durch sein Vorbild zu einer schlagfertigen Truppe zu formen.

An der Seite des Königs

In den Schlesischen Kriegen bewies sich Zieten als fähiger Anführer und stieg zum Rang eines Generals auf. In den schweren Momenten, als Preußen immer wieder vor der Vernichtung stand, war er es, der Friedrich II. mit seinem Gottvertrauen aufmunterte. Schließlich war er es, der es durch sein militärisches Gespür dem König ermöglichte, die gewohnte starre Taktik durch selbständig operierende Kolonnen abzulösen.

In den Zeiten nach dem Krieg genoss Zieten dann auch weiterhin das Wohlwollen seines Königs. Er durfte bei Banketten einschlafen und als einziger in Gegewart des Monarchen sitzen, wenn dieser selbst stand. Am 26. Januar 1786 starb der von Friedrich als "alter Vater Zieten" bezeichnete General in Berlin im Alter von 86 Jahren. Er wurde in seiner Heimat Wustrau begraben. Sein König folgte ihm 7 Monate später.

In Wustrau befindet sich heute neben dem Grab auch ein Denkmal des Generals.

(Fotos: Doris Antony unter CC-BY-SA-3.0)

 

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