Bahn dreht Fahrgästen den Strom ab, behauptet Lokführer - Verspätungen wegen Sparpolitik?

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Zwingt die Bahn Lokführer dazu, langsamer zu fahren und dafür Verspätungen in Kauf zu nehmen? Das behauptet ein Lokführer in der "Bild"Foto-Quelle: Pixabay (Symbolfoto)
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Von News Team

Wegen ihrer Zugverspätungen steht die Deutsche Bahn regelmäßig in der Kritik. Ein Viertel der Fernzüge des Unternehmens waren im Schnitt im vergangenen Jahr unpünktlich. 74,9 Prozent der ICE, IC und EC erreichten ihr Ziel laut Fahrplan.

In einigen Fällen könnten die Verspätungen vermieden werden. Das zumindest legen die Aussagen eines Lokführers nahe, der jetzt in der "Bild"- Zeitung auspackt.

Der Zugführer verrät, dass die Bahn ihre Lokführer zu einem verhaltenen Fahrstil zwinge, was auch bedeuten könne: Langsamer zu fahren, um Strom und damit Kosten zu sparen. Die Folge seien noch mehr Verspätungen, schlechter Service.

"Es ist völlig irre", sagt der "Bild" zufolge der Lokführer, "wir kriegen jeden Stromverbrauch, der über dem Schnitt liegt, um die Ohren gehauen".

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Für einen erhöhten Stromverbrauch bekommen Lokführer demnach Ärger in Form von Ermahnungen und Mitarbeitergesprächen.

Ärger - so oder so

Andererseits werde auch genau protokolliert, wie ein Lokführer Verspätungen abbaue. Was die Zugführer in die Zwickmühle bringe: "Fahre ich also langsamer und spare Strom, gibt es Ärger. Drücke ich auf die Tube und hole Verspätungen wieder rein, drohen ebenfalls Konsequenzen.“

Auch er selbst habe schon Verspätungen in Kauf genommen, um seine persönliche Strombilanz zu schönen. „Da fährt man eben langsamer, kommt ein paar Minuten später", sagte er der Zeitung. Damit versperre man anderen Zügen den Weg. Die dann auch verspätet unterwegs seien und dies mit Vollgas und entsprechend höherem Stromverbrauch reinholen müssen. Ein Teufelskreis.

Plötzlich kommt kein Strom mehr aus der Steckdose

Und wer sich schon einmal gewundert hat, dass während einer Zugfahrt plötzlich das Handy nicht mehr durch die Steckdose am Sitzplatz aufgeladen wird, wird dies mit Befremden zur Kenntnis nehmen: Mancher Kollege, so behauptet es der anonyme Lokführer in der "Bild", stelle gar die Steckdosen und Lüftungen in den Waggons ab, um Strom zu sparen.

Da wundert sich mancher Fahrgast, warum sein Handy nicht lädt und die Klimaanlage ausgeht

sagte der Lokführer. Auf diese Weise hole sich mancher Kollege seinen Mehrverbrauch zurück - auf Kosten der Fahrgäste.

Die Bahn weist diese Vorwürfe zurück. Zwar bemühe sich das Unternehmen um einen "möglichst energieeffizienten Betrieb“, so eine Sprecherin zur Bild, der aber "nie zu Lasten der Pünktlichkeit und des Kundenkomforts" gehe.

Im Video:

ECx: Deutsche Bahn stellt neue Fernzüge vor

autoren wize.life

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Die gute Nachricht: Wenn der Lokführer "zu viel Strom spart", gibt es Entschädigung - zumindest ab einer Stunde Verspätung. Quelle: https://rechtecheck.de/bahn-verspaet...erstattung/
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