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Ramadan Arbeitsbefreiung ?


Ein Bekannter hat hier im Kreis eine Dachdeckerei. 8 Dachdecker und seine Frau sitzt im Büro. Vor knapp 2 Wochen verweigerte einer der Dachdecker die Arbeit mit der Begründung es wäre Ramadan und es wäre unverantwortlich den ganzen Tag ohne zu trinken und essen auf einem Dach zu arbeiten. Er empfahl ihm, dann doch bitte schön Urlaub zu nehmen. Am nächsten Tag kam ein gelber Schein, für 4 Wochen arbeitsunfähig. Mein Bekannter informierte über die KV den MDK ; schon nach 2 Tagen erfolgte Begutachtung und setzte die Krankmeldung außer Kraft : arbeitsfähig. Dennoch erschien er nicht auf Arbeit : Abmahnung. Mein Bekannter schlug vor, seinen Jahresurlaub dafür anzurechnen. Damit war der Dachdecker nicht einverstanden und blieb weiterhin der Arbeit fern. 2. Abmahnung. Lt. dem Anwalt meines Bekannten kann er nun, wenn er am Montag wieder nicht erscheint, ihm fristlos kündigen.
Steht nun die Religion über der Arbeit ?

Nachtrag bzg. einer Gegennotiz :
Das Urteil ist hier in diesem Fall nicht anwendbar. Denn "Da das Leistungshindernis nur temporär während dem Ramadan und regelmäßig auch die Arbeitsleistung täglich nur teilweise nicht erbracht werden kann, kommt eine personenbedingte Kündigung regelmäßig nicht in Betracht. " https://www.haufe.de/personal/arbeit...126284.html trifft hier nicht zu, da er die Arbeitsleistung nicht nur "teilweise" sondern gänzlich nicht erbracht wird. Er fehlt somit seit 2 Wochen .

17.06.2017, 14:38 Uhr
KategorieKultur
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136 Kommentare

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wenn man das alles so liest... was Dr. google und Rechtsanwalt google so hergibt könnte man fast meinen, wir brauchen weder Ärzte noch Juristen... ich sage dazu einfach nur.... und in der Realität sieht alles dann doch ganz anders aus...

So ein Fall kommt evtl. vors Arbeitsgericht.. und einzig diese Entscheidung des Richters ist dann maßgebend!!!!

Da kann man sich noch so sehr die Köpfe heiß reden... auch hier sind viele Aspekte zu berücksichtigen... ich werde den Teufel tun, die hier unter juristischer Sicht zu betrachten, solange nicht die Fakten wirklich auf dem Tisch liegen!!!!!!!!!!!!!!!!!!
  • 17.06.2017, 23:08 Uhr
  • 0
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Religion ist ja angeblich Privatsache ... damit erledigt sich eigentlich jede weitere Diskussion. Ich frage mich allerdings, was das für ein vergöttertes Wesen ist, das den Menschen dieses Glaubens so viel abverlangt, bis hin zu einem möglichen Todesfall
  • 17.06.2017, 17:40 Uhr
  • 4
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An den Lauscher MGB : Nicht lauschen, sondern lesen : ...Arbeitsleistung täglich nur teilweise nicht erbracht werden kann.....
https://www.haufe.de/personal/arbeit...126284.html

hier in diesem Fall wird die Arbeitsleistung täglich nicht nur "teilweise" nicht erbracht, sondern gar nicht. Unentschuldigt.
  • 17.06.2017, 17:26 Uhr
  • 6
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Was wäre, wenn der AN zur Arbeit kommen würde ?
Der AN dürfte ihn nicht aufs Dach lassen.

Abhilfe: Eine "Ramadan-Klausel" im Arbeitsvertrag zur zwingenden Nahrungsaufnahme.
  • 17.06.2017, 17:20 Uhr
  • 1
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hier hat auch mal wieder einer gegoogelt: wize.life/schwarzes-brett/notiz/594535e6e694a...rbeitsrecht

und hier noch eine andere sicht der dinge:
https://www.impulse.de/recht-steuern...786645.html

erscheint er nicht, braucht der chef auch nichts zu zahlen.

ich glaube, das wird ein fall für arbeitsgericht, zum einem teil ist der mann durch die religionsfreiheit geschützt, aber... die krankschreibung ohne krankheit, das verweigern der arbeit ist dabei auch beachten.

lohn zahlen braucht der arbeitgeber allerdings für diese zeit nicht!
  • 17.06.2017, 17:11 Uhr
  • 2
Das in der Gegennotiz aufgeführte Urteil ist in diesem Fall nicht anwendbar.
Denn "Da das Leistungshindernis nur temporär während dem Ramadan und regelmäßig auch die Arbeitsleistung täglich nur teilweise nicht erbracht werden kann, kommt eine personenbedingte Kündigung regelmäßig nicht in Betracht. "https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/ramadan-wenn-die-fastenpflicht-mit-der-arbeitspflicht-kollidiert_76_126284.html
trifft hier nicht zu, da er die Arbeitsleistung nicht nur "teilweise" sondern gänzlich nicht erbracht wird. Er fehlt somit seit 2 Wochen unentschuldigt. Die Zeit als bezahlten oder unbezahlten Urlaub anzurechnen lehnte der AN ab. Somit ist eine fristlose Kündigung durchaus berechtigt.
  • 17.06.2017, 17:15 Uhr
  • 2
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die grosse illusion "fachkräfte für die deutsche wirtschaft"...
  • 17.06.2017, 16:30 Uhr
  • 4
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Religion steht nie über den Arbeitsrechten und pflichten
was ich nicht verstehe, wie konnte dein Bekannter den MDK
informieren, nach der Rechtslage kann nur die KK eine
Begutachtung veranlassen, wie gesagt das ist mein Kenntnisstand.
  • 17.06.2017, 16:30 Uhr
  • 0
Bitte richtig lesen : ..informierte über die KV den MDK ...
und übrigens : Gegennotiz , wenn man schon glaubt, etwas widerlegen zu können, sollte man auch in der Lage sein, mit Argumenten punkten zu können. Aber hier ein Urteil anzuführen...."Da das Leistungshindernis nur temporär während dem Ramadan und regelmäßig auch die Arbeitsleistung täglich nur teilweise nicht erbracht werden kann, kommt eine personenbedingte Kündigung regelmäßig nicht in Betracht. " Trifft hier in diesem Fall nicht zu. Die Arbeitsleistung wird in diesem Fall gar nicht erbracht. Er fehlt unentschuldigt, seit 2 Wochen.
  • 17.06.2017, 16:42 Uhr
  • 2
Eine gute Alternative ist es, den Medizinischen Dienst der gesetzlichen Krankenkasse einzuschalten. Die Entscheidung darüber, ob die Krankenkasse ein Gutachten einholt, liegt aber alleine bei der Kasse. Wenn diese aufgrund der Diagnosen des Arztes der Auffassung ist, dass die Arbeitsunfähigkeit eindeutig ist, wird die Kasse ein Gutachten ablehnen. Die Krankenkasse ist aber unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, eine gutachtliche Stellungnahme des Medizinischen Diensts einzuholen. Beispiele hierfür sind etwa, wenn der Arbeitnehmer auffällig häufig oder besonders oft nur für kurze Dauer arbeitsunfähig ist, der Beginn der Arbeitsunfähigkeit meist auf einen Arbeitstag am Beginn oder am Ende einer Woche fällt oder die Arbeitsunfähigkeit von einem Arzt festgestellt worden ist, der durch die Menge der von ihm ausgestellten Bescheinigungen auffällig geworden ist.
  • 17.06.2017, 16:44 Uhr
  • 0
Evtl. haben die KK z.Zeit ihren Focus auf solche Fälle gerichtet. Die Reaktionszeit hat mich auch gewundert.
  • 17.06.2017, 16:52 Uhr
  • 0
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Was gilt, wenn der Mitarbeiter gar nicht arbeiten kann?

Kann der Mitarbeiter seine übliche Arbeit nicht verrichten – zum Beispiel schwere körperliche Arbeit auf der Baustelle – können Sie ihn nicht direkt abmahnen oder kündigen. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 24.02.2011 (2AZR 636 / 09) muss der Arbeitgeber versuchen, dem Angestellten vorübergehend andere Aufgaben zu geben.

Ist das in einem kleinen Betrieb nicht möglich, wird es schwierig. „Der Arbeitgeber kann die Arbeitspflicht wegen der Kollision mit der Religionsfreiheit nicht durchsetzen. Die Arbeit wird rechtmäßig verweigert“, sagt Asma Hussain-Hämäläinen.

Müssen Sie Gehalt zahlen, wenn der fastende Mitarbeiter ausfällt?

Fällt der Mitarbeiter im Ramadan aus, weil Sie ihn nicht in anderen Bereichen einsetzen können, müssen Sie für den Ausfall keinen Lohn zahlen. „Das führt zu einem gerechten Ausgleich“, sagt Hussain-Hämäläinen. „Der Arbeitgeber kann die Leistung während dieser Zeit nicht verlangen und wird dafür auf der Kostenseite entlastet.“
Eine personenbedingte Kündigung kommt allein wegen des Einhaltens der Fastenzeit nicht in Frage, sagt die Rechtsanwältin. Denn: Das Fasten ist nach einem Monat vorbei, die Arbeitsleistung also nur in dieser Zeit beschränkt.


http://www.mdk.de/321.htm
  • 17.06.2017, 16:30 Uhr
  • 1
Das Urteil ist hier in diesem Fall nicht anwendbar. Denn "Da das Leistungshindernis nur temporär während dem Ramadan und regelmäßig auch die Arbeitsleistung täglich nur teilweise nicht erbracht werden kann, kommt eine personenbedingte Kündigung regelmäßig nicht in Betracht. "https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/ramadan-wenn-die-fastenpflicht-mit-der-arbeitspflicht-kollidiert_76_126284.html trifft hier nicht zu, da er die Arbeitsleistung nicht nur "teilweise" sondern gänzlich nicht erbracht wird. Er fehlt somit seit 2 Wochen unentschuldigt. Die Zeit als bezahlten oder unbezahlten Urlaub anzurechnen lehnte der AN ab. Somit ist eine fristlose Kündigung durchaus berechtigt.
  • 17.06.2017, 16:49 Uhr
  • 2
eine fristlose kündigung kann allerdings erfolgen, wenn eine krankheit vorgetäuscht wird, das wird dann als betrug gewertet.
ramadan hin oder her
  • 17.06.2017, 17:23 Uhr
  • 3
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Religion muss Privatsache sein. Wenn Jemand aufgrund Ramadan oder Fastenkur nicht arbeiten kann soll er seinen Urlaub nehmen.
  • 17.06.2017, 16:13 Uhr
  • 4
irrtum, ramadan fällt unter religionsfreiheit, nur ich schätze obiger fall wird ein fall fürs gericht
  • 17.06.2017, 17:13 Uhr
  • 1
Richtig, das Fasten aber auch und dennoch ist es Privatsache. Letzteres sehe ich auch so, aber dann wird es hoffentlich geklärt.
  • 17.06.2017, 17:15 Uhr
  • 0
der arbeitgeber kann fristlos kündigen, wenn der fall sich so zugetragen hat, durch die vorgetäuschte krankheit, das ist ein betrugsversuch!
die gegenseite wird dageben klagen, aber ich glaube nicht das da ramadan als argument zählt
  • 17.06.2017, 17:26 Uhr
  • 1
Wenn es sich so zugetragen hat, sicher.
Und ich gehe davon aus, dass gegebenenfalls ein Arbeitsgericht dies bestätigt.
  • 17.06.2017, 17:43 Uhr
  • 0
na jedenfalls wird der fall nicht bei wl entschieden werden
  • 17.06.2017, 20:29 Uhr
  • 0
Jepp und das ist gut so
  • 17.06.2017, 20:40 Uhr
  • 0
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ist ja ein interessanter Fall. Würde mir das als AG auch nicht gefallen lassen. Hier war es der Glaube und bei den Deutschen habe ich schon gehört: "Alle waren mal dran, jetzt bin ich dran". Diese Herrschaften können im Arbeitsleben nicht bestehen, denn Faulheit wird auch belohnt - mit gaaanz viel Freizeit.
Heide, deine Überschrift ist völlig unangebracht, ja, sehe sie als Hetze an.
  • 17.06.2017, 16:07 Uhr
  • 2
Das ist dein Empfinden.
Das ist keine Erfindung - wollte damit ausdrücken , wie Ramadan für solche Fehlverhalten noch eingesetzt wird
  • 17.06.2017, 16:10 Uhr
  • 2
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