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geht gar nicht


an die " Gaffer" , "Unfallortblockierer" und "Filmer" ......
SCHÄMT Euch

14.09.2017, 07:45 Uhr
KategoriePersönliches

116 Kommentare

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Ich war lange Jahre als Sachverständiger für Straßenverkehrsunfälle tätig und habe so einiges erlebt. Eine Situation ist allerdings hängengeblieben - Tatsache. Bei einem schweren nächtlichen Auffahrunfall auf der Autobahn wurde ein Wohnwagengespann zwischen zwei LKW regelrecht zerquetscht. Die Fahrtrichtung war vollständig gesperrt und meine Mitarbeiter hatten unser "Flutlicht", wie wir die Ausleuchtung bezeichneten, aufgestellt. Polizeibeamte waren mit der Unfallaufnahme beschäftigt. Plötzlich kamen drei Motorräder durch die schmale Gasse geschossen - wir sprangen auseinander und hatten das Glück, nicht verletzt zu werden. Zwei Motorradfahrer fuhren durch und entfernten sich mit hoher Geschwindigkeit, der dritte kollidierte mit unserem Stromaggregat, stürzte und wurde lebensgefährlich verletzt. Er wurde polizeilich später befragt und er beschwerte sich, am Unfallort durch einen starken Scheinwerfer geblendet worden zu sein und er habe deswegen die Kontrolle über sein Kraftrad verloren - keinerlei Unrechtsbewußtsein. Die Sache ist jetzt 23 Jahre her - auch damals gab es solche Vorkommnisse; seine Kollegen und er haben ihre Strafe erhalten, einer ist 8 Monate später tödlich verunglückt - mit seinem Motorrad.
  • 14.09.2017, 13:53 Uhr
  • 1
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Rein sprachlich gefällt mir der Ausdruck gar nicht, wenn er gebraucht wird, nachdem es gegangen ist.
  • 14.09.2017, 13:27 Uhr
  • 0
Kannst du das mal näher erläutern?
Was ist "gegangen"?
  • 14.09.2017, 19:59 Uhr
  • 1
Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich so spät antworte, ich habe die Frage jetzt erst gelesen.
Beispiel: Fr. Merkel wird vom Geheimdienst eines befreundeten Staates abgehört und sagt dazu: "Das geht gar nicht!" Sie kann also gar nicht abgehört worden sein, weil das gar nicht geht. Ist sie aber doch abgehört worden, ist es doch gegangen.
  • gerade eben
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Lach...
Ist nur anders gemeint in dem Fall.
  • gerade eben
  • 0
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Na, ja, da spielen sicherlich Egoismus und eine Art von Abstumpfung, die ständig nach neuen und stärkeren Reizen sucht, eine Rolle. In der DDR gab es eher ein Miteinander als ein Gegeneinander. Ich kann mich nicht erinnern, dass da jemals irgendwo Rettungskräfte durch Gaffer behindert wurden. Vielmehr half man sich gegenseitig, erst recht in einer Notlage. Doch in einer Ellenbogengesellschaft (= Wort des Jahres 1982), in der das persönliche Fortkommen und die eigene Nutzenmaximierung im Vordergrund stehen sowie bei Unternehmen und Anteilseignern die Rendite, wundert mich so manches nicht. In dem Moment, wo man ein TV-Format, wie "Wetten dass?" absetzen muss, weil Leute es als unspektakulär empfinden, wenn da ein Bagger auf Biergläsern steht und die Zuschauer dafür lieber sehen, wo andere Maden etc. im "Dschungel" verspeisen oder durch irgendeine Jauche waten, kann man sich schon ausmalen, dass immer stärkere Reize notwendig sind, um ein abgestumpftes Publikum zu unterhalten. Reality-Shows im TV stehen aus ähnlichen Gründen wohl auch recht hoch im Kurs.
  • 14.09.2017, 13:14 Uhr
  • 1
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Endlich mal eine Notiz, wo sich alle einig sind
  • 14.09.2017, 12:44 Uhr
  • 2
  • 14.09.2017, 12:54 Uhr
  • 1
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Eigentlich wollte ich zu diesem Thema nichts schreiben. Nun tue ich es doch. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache.

Nein, es ist kein Zeichen der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft!
Es war vor 25 Jahren keinen Deut anders. Nur das es damals keine Handys gab. Aber das Verhalten war das Gleiche.
Vor 25 Jahren fiel schon der Satz: "Lasst doch mal das Kind nach vorne. Das kann ja überhaupt nichts sehen!".

Die Gaffer bei Unfällen fallen nur mehr auf. Schon mal an die ganzen Gaffer hinter den Gardinen gedacht? Die werden übrigens Pressköpp genannt, weil sie ihre Gesichter an die Fensterscheiben pressen. Dies verletzt die Intimsphäre der Patienten massiv.
Aber die fallen nicht auf.
Kosten so Menschen wertvolle Zeit?
Ja!
Man diskutiert an der Einsatzstelle, warum man die private Zufahrt zugeparkt habe, und ob man nicht mal gerade "umparken" könne. Man wird aufgefordert den Schlüssel zu übergeben, weil man das Umparken selber durchführen wolle. Oder PKWs versuchen am Rettungswagen vorbei zu kommen. Mit dem Ergebnis, dass das Fahrzeug beschädigt wird und für Stunden ausfällt.

Zum Thema Rettungsgasse:
Sie wird faktisch nicht rechtzeitig bebildet. Sie muss nämlich bei Stau oder Schrittgeschwindigkeit gebildet werden. Dies tue ich und ernte überwiegend Kopfschütteln bei anderen Verkehrsteilnehmern.
Aber die meisten bilden sie erst, wenn ein Einsatzfahrzeug wahrgenommen wird und schließen sie danach wieder.
Und am Ende einer Rettungsgasse wird es dann richtig kriminell. Menschen stehen auf der Autobahn. Einsatzkräfte bahnen sich eine Gasse durch eine Menschenmenge und Kinder spielen zwischen den Fahrzeugen.
Bildet die Rettungsgasse und bleibt im Auto!

Auch die Gewalt hat nicht zugenommen. Sie wird heute nur mehr (scheinheilig) thematisiert. Weil es politisch so herrlich korrekt ist und immer gut ankommt. Aber die war vor 25 Jahren nicht anders. Und damit muss man zurecht kommen und tut es in der Regel auch. Die Gefahr ist der Straßenverkehr. Ein Rettungswagen hat statistisch eine vierfach höhere Gefahr schwer zu verunfallen als andere. Bei Einsatzfahrzeugen, welche nur mit einer Person besetzt sind, liegt es beim 17 fachen.

Was sich geändert hat, und belastend ist, das kommt doch gar nicht zur Sprache!

Die Zahl der Einsätze ist seit 2011 gestiegen. Je nach Landkreis um ca. 20%. Die Zahl der Rettungsdienstler hat sich reduziert. Und das bei steigenden Schichtzeiten!
Um die Fahrzeuge zu besetzen fahren sie Doppelschichten, kommen aus ihrer Freizeit oder Urlaub. Die Ausbildung zum Rettungsassistenten wurde nämlich eingestellt und durch die 3-jährige Ausbildung zum Notfallsanitäter ersetzt.
Ergebnis: 3 Jahre keinen Nachwuchs!
Was glaubt ihr, wie das Rettungsdienste kompensieren?

Dazu kommt, dass die Zahl der Notfälle mit sozialer Indikation steigen, mehr Bagatellen gemeldet werden (Schnitt in den Finger beim Kartoffel schälen, seit Tagen erkältet etc.) und man den Rettungsdienst ruft, weil man dann im Krankenhaus nicht warten müsse, oder der Hausarzt zu lange brauchen würde.
Das "verbrennt" die Kollegen und keinen interessiert es!
Stattdessen lese ich medienwirksam, dass Einsatzkräfte sich durch "Rettungsgassen" quälen und beledigt werden.

Es sollen mehr Lehrer eingestellt werden. Das ist richtig und wichtig.
Es sollen mehr Polizisten eingestellt werden. Das ist wichtig und richtig.
Den Rettungsdiensten fehlen 15 - 20% der Personalstärke bei steigender Verantwortung. Das ist fakt!

Die Rettungsgasse ist tatsächlich sehr wichtig. Aber sie ist nicht das tägliche Brot der Einsatzkräfte.
Höhere Einsatzzahlen, mehr Verantwortung und Personalmangel bestimmen deren Leben.
Und wenn ich dann hier im Forum was von Lob und Anerkennung lese, dann empfinde ich das nur noch als Hohn. Es ist leicht ausgesprochen, aber hilft dem Kollegen keinem Meter weiter, der zu einem sagt, dass er einfach nicht mehr könne....

Ich habe fertig...
  • 14.09.2017, 12:17 Uhr
  • 0
Deutliche Worte und höchste Zeit, dass sie mal einer ausspricht!
  • 14.09.2017, 19:58 Uhr
  • 1
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....es sollte für diese Blockierer und Gaffer sehr teuer werden!
  • 14.09.2017, 12:06 Uhr
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  • 14.09.2017, 12:07 Uhr
  • 0
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So oft, wie zur Zeit, habe ich noch nie Berichte über
- "Wie bildet man eine Rettungsgasse!" -
gesehen und gelesen!
Traurig, sehr traurig!
  • 14.09.2017, 11:56 Uhr
  • 1
stimmt
  • 14.09.2017, 11:57 Uhr
  • 0
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Überleg Dir mal,ob man nicht gleich die Mediale Gewalt sperren soll
  • 14.09.2017, 11:44 Uhr
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Ob das "Schämt euch" reicht? Bei mir würde jeder, der eine Rettungsgasse blockiert oder auf andere weise Rettungsmaßnahmen behindert, mindestens ein Jahr laufen. Solltest mal sehen, wie fein sowas laufen kann.
  • 14.09.2017, 11:35 Uhr
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  • 14.09.2017, 11:58 Uhr
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Ah Gaby,diese Gaffer gab's schon immer.
Vor Jahren hatten meine 3 Kinder schweren Verkehrsunfall mit 7 zum Teil schwerverletzten Menschen. Einige von ihnen waren im Autos eingeklemmt. Sie hatten grosses Glück das als alle erste ein Rettungsarzt an Unfallstelle kamm.
Damals gab's noch nicht Handykamera,aber auf einmal waren viele mit Kamera da und Fotografierte und behindert sogar Hubschrauber landung.
Sowas vergisst man nicht.
Ich werde genauso vorgehen wie es Leonhard K.Meiler Kommentier hate ohne wenn und aber.
  • 14.09.2017, 11:29 Uhr
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ja, die gabs schon immer , aber es nimmt überhand
danke für deinen Kommentar
  • 14.09.2017, 11:51 Uhr
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