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Blick zurück mit einem Lächeln


Wenn ich an liebe Menschen denke, die längst verstorben sind, fallen mir oft, auch wenn ich traurig bin, sie betreffende Begebenheiten ein, die mich breit grinsen oder sogar laut lachen lassen.
Meine Oma z.B., haute uns ratzfatz eins mit dem eklig nassen Spüllappen um die Ohren, wenn wir nicht abtrocknen wollten. Ihre hinreißenden Schimpftiraden mit dem unverwechselbaren ostpreußischen Akzent, bekomme ich nie mehr aus dem Ohr.
Mein Papa ließ uns als Kinder an seinem Zeigefinger ziehen, um dann zu unserer großen Freude, laut zu furzen. Als er dies einige Jahre später, ich muss um die 17 gewesen sein, spontan mit meiner Schickimicki-Schulfreundin machte, bin ich vor Scham fast in Ohnmacht gefallen. Seine freundliche an sie gerichtete Aufforderung : "Jasmin, zieh' mal", hatte ich zu spät richtig gedeutet.
Meine Mama verbot uns Kindern ausdrücklich das Halten eines Hamsters. Somit kamen wir auf die Idee, stattdessen ihr einen zum Geburtstag zu schenken. Wegen seines einsamen Blicks, kauften wir vom Taschengeld einen vermeintlichen Kameraden, mit dem er sich im Versteck auf dem Dachboden dann ausschweifend fortpflanzte, bis das Fest gekommen war. Der fassungslose Blick meiner Mama auf die fröhlich wimmelnde Hamstertruppe in einer Zinkwanne vom Sperrmüll, unbezahlbar.

Auf diese Weise erinnere ich mich besonders gerne an "meine" Toten. Trotzdem sie nicht mehr da sind, fühlt es für mich so an, als seien sie für einen ausgelassenen Moment wieder sehr lebendig.

KategoriePersönliches

189 Kommentare

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ja, solche Momente lassen unsere "Toten" wieder aufleben..
und Du hast mir mit Deinem Hamster eine eigene Geschichte in Erinnerung gerufen..
ich hatte als kleines Kind ein wenig Angst vor dem Keller, insbesondere, wenn ich spät am Abend in den Keller gehen und Getränke hoch holen sollte..
ich hatte als Kind den Wunsch, eine Ratte oder eine Maus halten zu dürfen..
meine Mutter wunderte sich, dass ich plötzlich zu gerne in den Keller ging und schlich mir hinterher.. ja, da hatte ich von meinem Taschengeld eine Maus mit Käfig und allem drum und dran gekauft..
das Schönste war, ich durfte sie dann mit in die Wohnung in mein Zimmer nehmen.. und Mutti war, nachdem sie sie gesehen hatte, gar nicht mehr so abgeneigt..
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Ach ja, dass geht mir ganz genau so.
Mein Mann kann so herrlich meinen Stiefvater nachahmen, dann lachen wir morgens schon am Frühstückstisch. Und auch sonst fallen mir täglich Schmunzelgeschichten ein, auch sehr oft von Menschen die ich betreut hatte.
find ich schön...

meine Oma hat wenn sie sich aufgeregt hat, immer "also nei, nei, nei " (nicht wie ei gesprochen, sondern mit Betonung auf dem e) gerufen...das mach ich manchmal nach, um meinen kindern zu zeigen, wie speziell ihre Uroma war, die sie nie kennengelernt haben...und enn sie dann lachen, nicht auslachen, freu ich mich...
Ich kenne diese Art zu sprechen, genauso redete der Stiefvater. nu gib mer mol die Putter riba (Butter)
Ostpreußen halt ... meine Schwiegermutter kam aus Böhmen...
Wenn die Schwestern meines Mannes zu Besuch kommen geht mein Mann vor die Tür und ruft..."schnell, dou de Wäsch rej, dej Umgeher (Bettler?) sejn do"....
Was jedes mal Gelächter hervor ruft. Er hat Talent dafür...und ja, für diesen Moment hat man diese Menschen lebendig vor Augen.
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Uroma... Uropa.... und ich
oh mann, was für ein wunderschönes Foto...
Ja, ich liebe die alten Fotos sehr....
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Da fällt mir meine Uroma ein ... sie war bei uns zu Hause zu Besuch , mit dem Zug 400 km gereist . Samstag abends fragt sie mich ( damals 15 ) ob ich denn nicht ausginge . Ich verneinte , denn ich durfte das nicht . Da hat Uroma meine Eltern mal in die Mangel genommen ... und anschließend fuhr mein Vater mich ins Jugendheim , wo meine Klassenkameraden damals immer die Samstagabende verbrachten ... ich war Uroma sooo dankbar
Danke für diese erinnerungsträchtige Notiz
tolle Uroma !!...
Ja , sie war sehr fortschrittlich für ihr Alter ...
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Ja.... ich kenne das gut.... ein Auge lacht, das andere weint.... unterm Strich bin ich für die Zeit, die ich mit diesen Menschen verbringen durfte, unglaublich dankbar.

....und das ‚zieh mal‘ das kenn ich auch sehr gut.... die dazugehörigende Entrüstung manch anderer auch

Ich habe sie fest in meinem Herzen, meine Toten.... und denke immer wieder bei speziellen Anlässen ganz spontan an sie.... manchmal lache ich dann laut.... manchmal kullern Tränen.... ich finde beides schön....
jaaa, juhu...es gibt noch einen menschen, dem das zieh mal nicht fremd ist...ich bin begeistert...ich dachte, ich wär die einzige...
Das ist der „Claudi, zieh mal“ Opa
und das hier ist mein "puppa, zieh mal"...das bild hab ich nicht auf diesem rechner, nur in dem andern beitrag...

wize.life/themen/leben/49385/ein-tod
das ist ergreifend geschrieben.... es erinnert mich.... und bei aller Traurigkeit bin ich froh, dass es sowas berührendes hier auch mal gibt.... drück Dich
Dankeschön...
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Wunderschöne Notiz und ebensolche Kommentare
Tolle wl Momente
Dankeschön...
Sehr gerne Rose
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Köstlich. Lese noch einmal meine Lebenserinnerungen und werde sie diesbezüglich ergänzen.
gut, mach das...sowas darf nicht fehlen !...
Vorsichtshalber mache ich das nur bei den im Himmel.
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ich liebe deine Geschichten das mit dem Spüllappen kenn ich auch.....lach
cool, weiter unten ist noch ein lappenopfer...

Lappenopfer !
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Ich musste gerade an die Sehnsüchte mancher Userinnen denken die einem gestorbenem User nachtrauern. Auch hier gab es User die einen bleibenden Eindruck hinterließen. Geliebt und Ungeliebt!
wenn ich an mike denke, dann daran, wie er bei seinem besuch bei uns, meiner kleinsten tochter die paprikastreifen vom keller geklaut und verspeist hat und sie sich darüber freudig kaputtlachte...
upps, das sollte Teller heißen...
Alles Gut, hatte es schon verstanden!
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