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sieht zwar aus wie ein foliiertes Mercedes-Taxi, ist aber der Lexus LS 400, wie er vor 24 Jahren auf den deutschen Markt kamFoto-Quelle: Lexus/seniorbook

Warum eigentlich .. haben es ausländische Automarken in Deutschland schwer? 25 Jahre Lexus, na und?

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Kennen Sie Lexus? Lexus, die japanische Luxusmarke vom weltweit größten Automobilhersteller Toyota? Sicherlich schon mal gehört. Bei Infinity wird es schon schwieriger. Das ist Nissans Premiumableger. General Motors gönnt sich Cadillac und Honda das Label Acura. Acura-Fahrzeuge werden in Deutschland nicht angeboten und die übrigen Marken sind Exoten in unserem Straßenverkehr. Warum eigentlich?

Vor einem Vierteljahrhundert gegründet, hat die Edelmarke weltweit über 6,5 Millionen Fahrzeuge verkauft. Vor allem in den USA. Hier sind die Kunden weniger markentreu und fahren gerne spontan mit dem Auto ihrer Wahl vom Hof des Händlers. Hier ist Lexus die Edelmarke schlechthin. Oder mittlerweile auch in Russland und anderen aufstrebenden Märkten. Zum Beispiel gilt in den USA das zweisitzige Cabriolet mit dem festen Dach, der SC 430, als Referenzmodell für offene Luxussportwagen. Der Mercedes SL ist da weit abgeschlagen.

Prototypen auf den Autobahnen getestet

Der Start von Lexus begann mit der aufwendigsten Vorbereitung in der Geschichte der Automobilindustrie. Mit einem schier unglaublichen Aufwand wurden die Fahrzeuge entwickelt. Die Ingenieure und das Entwicklungsteam durften nicht auf Standard-Lösungen zurückgreifen, sondern sollten neue Maßstäbe setzen. Nach sechsjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie dem Einsatz von gut 1,5 Milliarden Mark alleine für die Fahrzeug-Entwicklung gelangte der LS 400 zur Serienreife. Etwa 300 Patente waren weltweit angemeldet worden. Schon 1983 wurden etliche der 450 gebauten Prototypen und Vorserienautos über deutsche Autobahnen gehetzt. Dann endlich wurde die Luxuslimousine LS 400 vorgestellt. Und viele rieben sich verwundert die Augen: „Der sieht ja aus wie ein Mercedes“.

Technisch weit vorne, aber Image-technisch ein Desaster

Dennoch – oder vielleicht deswegen – eroberte der Lexus den amerikanischen Markt im Sturm. Höchste Zufriedenheit bei den Kunden und legendäre Zuverlässigkeit in den Verbraucherstudien werden dem Wagen seit Jahren attestiert. Grund genug, sich 1990 auf den deutschen Markt zu wagen. Seit 15 Jahren ist nun Lexus mit seiner kompletten Modellpalette vertreten. Was in den USA und etlichen anderen Ländern ohne Schwierigkeit gelang, misslang. Gegen die Platzhirsche Mercedes, BMW und Audi können die erfolgsverwöhnten Japaner nicht punkten.
Dabei bietet Lexus sein volles Programm mit allen Modellen an. Der Lexus RX 400h war der erste SUV mit Hybridantrieb. Alle Modelle verwenden den Doppelherz-Antrieb mit Benzin- und Elektromotor und gelten daher als besonders sparsam. Trotz aller Anstrengungen und Auszeichnungen Lexus ist eine unbekannte Größe. Die Zulassungszahlen dümpeln mit knapp über 1000 Zulassungen zwischen Lada und Lamborghini.
Japaner&Co sind so out wie schon lange nicht mehr.

Infinity – weltweit 500 000 Fahrzeuge als Ziel anvisiert

Das Beharrungsvermögen der deutschen Autofahrer in dieser Klasse scheint grenzenlos. Aber unterschätzen sollte man auch nicht das Durchhaltevermögen von Infinity. Seit fünf Jahren auf dem deutschen Markt präsent, wollen die Luxus-Japaner weltweit eine halbe Million Fahrzeuge verkaufen – auch wenn es bisher nur gut 150 000 sind. Dabei spielt der deutsche Markt, ähnlich wie beim Honda Acura und Toyota Lexus, nicht die große Rolle. Die Geschäfte laufen in Russland, China und den USA.

Toyota, Lexus - ist doch das gleiche... Hier noch ein sehr schönes Video zum Thema: