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Drache schluckt Löwe: Chinesischer Autokonzern steigt bei Peugeot ein

Drache schluckt Löwe: Chinesischer Autokonzern steigt bei Peugeot ein

Wolfgang Stegers
03.02.2014, 18:33 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Von der Pfeffermühle bis zur Staatskarosse: Das traditionsreiche französische Familienunternehmen steckt in der Krise. Die Autos des PSA-Konzerns mit Peugeot und Citroen verkaufen sich schlecht, das Geld wird knapp. Chinesen nutzen die Chance und steigen bei Peugeot ein. Ersehnter Helfer aus dem Land des Lächelns?

Nach Volvo jetzt auch Peugeot. China kauft sich in europäische Traditionsmarken ein. Dass der schwedische Autobauer dem chinesischen Geely Konzern gehört, daran hat man sich gewöhnt und nichts davon gemerkt. Umdenken muss man jetzt auch bei Peugeot.

Peugeot gehört jetzt China und Frankreich

Das einst so stolze Familienunternehmen, mit dem aufrechten Löwen im Logo und Citroen mit an Bord, hat im Zuge der europäischen Absatz- und Finanzkrise einen chinesischen Investor mit an Bord nehmen müssen. Der chinesische Autobauer Dongfeng steigt bei PSA ein. Auch der französische Staat wird sich stärker an dem PSA-Konzern beteiligen. Während die Familie Peugeot ihren derzeitigen Anteil von 25,4 Prozent durch die Kapitalerhöhungen von China und Frankreich automatisch reduziert. Dann wird der chinesische Staatskonzern aktiv in die Geschäfte des kränkelnden Autobauers eingreifen. Bedeutet das den Ausverkauf einer weiteren europäischer Traditionsmarke?

Von der Ölmühle zum Autokonzern

Als 19810 in Herimoncourt, nahe der Grenze zur Schweiz, die Familie Peugeot ihre Ölmühle um eine Eisengießerei ausbaute, war der Grundstein für einen breit aufgestelltes Familienunternehmen gelegt. Fortan wurden Sägeblätter für die Holzindustrie und Federn für die schweizerischen Uhrenmanufakturen am Genfer- und Neuchateller-See sowie im Vallée des Joux gefertigt. Werkzeuge und Eisenwaren wurden hergestellt und legendär ist die Pfeffermühle, seit 1842 in Programm. 40 Jahre später kamen die ersten Fahrräder aus dem französischen Jurastädten zwischen Basel und Besancon gelegen.

Zu wenig international aufgestellt

1881 präsentierte Firmenchef Armand Peugeot auf der Pariser Weltausstellung sein erstes Automobil. Heute steht Peugeot für Fahrräder, Motorroller und Automobile, obwohl nach wie vor Haushalsgeräte, wie die hoch angesehene Pfeffermühle dazugehören. Aber die Geschäfte mit Autos laufen schlecht. Allein im letzten Jahr hat Peugeot nahezu 5 Prozent verloren. Nur noch 2,82 Millionen Fahrzeuge konnte der PSA-Konzern absetzen. Auch hat PSA, ähnlich wie Fiat, versäumt, sich internationaler aufzustellen. Über 50 Prozent der Verkäufe entfallen auf Europa. Hier sind die Märkte gesättigt, das Automobil steht in der Kritik, die Staatsschuldenkrise in Südeuropa lähmt viele Konsumenten.

Mit dem Einstieg der Chinesen ist der Konzern ein gutes Stück globaler geworden und wird seine Produktpalette fortführen. Und der französische Staat als weiterer Eigentümer wird dafür sorgen, dass die stolze Firma nicht unter die Räder kommt.

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