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Warnung – Motoröl nachfüllen! Aber welches?

Warnung – Motoröl nachfüllen! Aber welches?

Wolfgang Stegers
15.02.2014, 15:48 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Neulich, als ich heftig durch die Kurve der Autobahnauffahrt fuhr, bekam ich einen kleinen Schreck. Die Warnleuchte für das Motoröl leuchtete auf. Beängstigend das Rot. Auf gerader Strecke erlosch die Lampe zwar wieder, aber ich war beunruhigt.

Moderne Autos machen es einem auch leicht. Die Serviceintervalle werden immer länger, der eigene Check beim Tanken immer seltener. Stimmt der Reifendruck, ist genügend Motoröl vorhanden, das Wischwasser aufgefüllt, und brennen alle Birnen? Das sind doch ganz uncoole Kontrollen. Wozu gibt es denn all die elektronische Überwachung, die rechtzeitig auf den Bremsenverschleiß, die Serviceintervalle und der Dinge mehr hinweist?

Öl - der Lebenssaft für den Motor

Aber die Lampe leuchtete und ging wieder aus. Beruhigt? Eher nicht. Zu wenig Öl, das kann sich zum kapitalen Motoschaden auswachsen, rumorte es im Hinterkopf. Also eher verhalten bis zur nächsten Tankstelle gefahren und den Ölstand geprüft. Und tatsächlich es musste nachgefüllt werden. Und damit fing das Dilemma an. Wie soll man sich bei der verwirrenden Auswahl noch auskennen und welches Öl wird benötigt?

Synthetik- kontra Mineralöl

Da gib es Synthetiköle und solches mineralischen Ursprungs, die aus Erdöl gewonnen werden. Die teuren synthetischen sind im Labor „zusammengebaut“ und bestehen aus einheitlichen geradlinigen Molekülketten. Während sich die mineralischen aus vielen unterschiedlichen natürlichen Kohlenwasserstoff-Molekülen zusammensetzen. Der Vorteil des Synthetiköls ist, so stellt es der TÜV heraus, „der bessere Kaltstart bei tiefen Temperaturen, weniger Verschleiß“. Auch reiße der Schmierfilm bei höheren Belastung und den damit verbundenen Temperaturen nicht ab.

Das Rätsel Viskosität

Verwirrender sind aber die Zahlenangaben auf den Öldosen. Sie geben die Viskosität an und beschreiben das Fließverhalten. Bei tiefen Temperaturen darf der Gleitstoff nicht zäh werden und bei hohen nicht zu flüssig. Denn in beiden Fällen muss für ausreichende Schmierung gesorgt sein. Um nicht immer zu jeder Jahreszeit das Öl komplett wechseln zu müssen, gibt es die Mehrbereichsöle. Sie sind sommers wie winters geeignet.
So bedeutet „0W-40“: Das W steht für wintertauglich, „0“für die niedrigste Temperatur von minus 35 Grad und „40“ für den höchsten Wert in Mitteleuropa.

Additve und ihre Wirkung

Moderne Motoröle basieren in ihrer Art und Leistungsfähigkeit auf unterschiedlichen Grundölen und -mischungen. Zusätzlich werden Additive eingesetzt. Diese Beimischungen verbessern durch chemische und physikalische Wirkung die Öl-Eigenschaften. Manche Öle eignen sich besser für Diesel-, andere für Benzinmotoren. So kann ferner mehr auf motorische Höchstleistung Wert gelegt werden. Bei den Leichtlaufölen ist es der geringere Kraftstoffverbrauch. Als Faustformel gilt, je höher der Anteil der Additive im Motoröl, desto höher die Qualität – und der Preis.

Betriebsanleitung weiß Rat

Alles schön und gut. Welches Öl ich nun brauchte, war auf dem Zettel im Motorraum nicht mehr erkennbar und auch die Betriebsanleitung lag nicht im Handschuhfach. Welches Öl muss nicht nachgefüllt werden und darf ich mischen? Grundsätzlich sind alle Öle beim Nachfüllen mischbar, heißt es beruhigend von den Sachverständigen. Denn bei einem Füllstand um die Minimum-Markierung sei es immer besser, ein Öl mit niedriger Qualität einzufüllen, als mit zu wenig zu fahren. Jedoch verringere sich die Leistungsfähigkeit und das Wechselintervall werde kürzer. Ich habe dann, in der Hoffnung nichts Falsches getan zu haben, ein gutes, aber auch sauteures Synthetiköl aufgefüllt.

Später in der Betriebsanleitung war zu lesen, dass es eigentlich das falsche Öl war. Fälschlicherweise werden nämlich die Viskositätsklassen oft mit Herstellerfreigaben gleichgesetzt. So kann ein 5W-30-Öl zwar die richtige Viskositätsklasse aufweisen, aber dennoch die falsche Wahl sein. Was eingefüllt werden sollte, legen die Autohersteller fest. Diese Daten finden sich in der Kfz-Betriebsanleitung und auf den Etiketten der Ölbehälter.

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