Der DS3 hat einen exorbitant hohen Frauenanteil von 65%- vor allem beim Cabr ...
Der DS3 hat einen exorbitant hohen Frauenanteil von 65%- vor allem beim CabrioFoto-Quelle: Citroen/seniorbook

Warum eigentlich .. gibt es (keine) Frauen-Autos?

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Es gibt TV-Sendungen, die werden zu 98 Prozent von Frauen gesehen. Es gibt Frauenzeitschriften, die fassen Männer nicht an. Aber gibt es eigentlich auch typische Autos für Frauen, Frauenautos? Und warum 'Frauenautos' was für Senioren ist.

Als der neue Mini aufkam, war er sofort der Liebling der weiblichen Kundschaft und das typische Frauenauto. Es schien sogar, als ob der kultige Kleinwagen mit dem Baby-Smile im Kühlergrill für Männer absolut unstatthaft schien, ohne sich lächerlich zu machen. Das hat sich mittlerweile geändert. Aber nach wie vor schwärmen vor allem Frauen für ihren Mini. Sie werden auch häufig im VW-Beetle, Opel Corsa, Peugeot 206, Nissan Micra, Ford Ka, oder Fiat 500 gesehen. Der Citroen DS3 ist ein typisches Frauenauto mit einem Female-Faktor von 60 bis 65 Prozent.

Das 'Kindchen-Schema' im Kühlergrill

Es sind vor allem die Modelle mit Kulleraugen, die gern von Frauen gefahren werden. Die Werbepsychologie hat dafür den Begriff des 'Kindchen-Schema' geprägt und glaubt herausgefunden zu haben, dass Frauen mit ihrem Kinderwunsch auf solche Babygesichter mit den weit aufgerissenen runden Augen abfahren. Bambi lässt grüßen.

Immer wieder haben auch Frauenzeitschriften Autos gefordert, die ihrer Klientel mehr gerecht werden. War der Schmink-Spiegel früher ausschließlich auf der Beifahrer-, wohl besser Beifahrerinnenseite, so ist er in beiden Sonnenblenden untergebracht. Auch die Zahl der Ablagen im Auto ist mehr geworden. Hat doch eine Untersuchung zum Thema Frauenauto, Autos für Frauen festgestellt, dass diese nicht nur von Müttern sehr geschätzt werden, um Krims & Krams der Kleinen unterzubringen.

Frauen lehnen Frauenautos ab

Aber selbst Frauen lehnen das Wort Frauenauto ab. Vielleicht auch deswegen, weil der Anteil der weiblichen Fahrzeugbesitzer ständig steigt. Waren 1984 noch 16 Prozent der Fahrzeughalter weiblich, so liegt heute die Zahl bei knapp bei über 36 Prozent. Trotz der Ablehnung für ein explizites Frauenauto werden die Fahrzeuge immer weiblicher. Das Thema bei den Automobilherstellern angekommen. Aber sie stellen es nicht besonders heraus. Viel feinsinniger wird es gespielt und taucht im Auto unbemerkt auf. Allein schon deswegen, weil beim Innendesign, bei den Farben und der Materialauswahl meist Frauen bestimmen.

Deutschland next Topmodel

Dennoch gibt es Ausnahmen. So legte Suzuki zur vierten Staffel „Gemany’s next Topmodel“ eine Sonderedition des Splash auf, von dem das Marketing glaubte, weibliche Fans der Serie anziehen zu können. Der Wagen war in Perlmuttsilber lackiert, innen türkisfarben und mit Handy und Lautsprecheranlage versehen. Wenn man so will, folgten die Designer dem Klischee von pink und rosa, Blümchen und Beauty.

Autos für Frauen – Autos für Senioren

Aber eigentlich können sich nur Importeure mit kleinen Serien solche Ausflüge leisten, um nicht einen riskanten Imagewandel zu riskieren. Bei Frauenautos verhält es sich ähnlich wie mit den Fahrzeugen für Senioren. Sie dürfen auf keinen Fall so genannt werden, sind aber für sie konstruiert. Kein Fahrzeugentwickler kann heute auf den Age-Anzug verzichten. Der spezielle Test-Overall ist so geschnitten und mit Gewichten versehen, dass sich Personen in ihm nur eingeschränkt und oft unter großen Mühen bewegen können. So lernen die Konstrukteure die speziellen Bedürfnisse kennen.

SUV – ideal für Frauen

Beim Golf plus oder auch beim Ford Focus mit dem leichten Einstieg, der erhöhten Sitzposition und der sehr guten Rundumsicht bei opulentem Raumgefühl wurden diese Kriterien besonders berücksichtigt. Besonders gelungen ist dieses Konzept bei den beliebten SUVs. Ob sie nun Porsche Cayenne oder BMW X3 heißen, Nissan Quasquai oder Dacia Duster – beide Kundengruppen lieben sie besonders, Frauen wie Senioren.