Mut, Marketing oder Gag? Der Tesla als Taxi
Mut, Marketing oder Gag? Der Tesla als Taxi

Mut, Marketing oder Gag? Der Tesla als Taxi

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Keine Frage, die Elektromobilität kommt nicht vorwärts. Es fehlt an geeigneten Autos, Infrastruktur, am Mut der Käufer und etlichen davon auch am Geld. Jetzt startet ein Münchner Taxiunternehmer mit einem Tesla. Alles gut?

Zugegeben, häufig wird man den Exoten in der bayerischen Millionenmetropole nicht zu Gesicht bekommen. Das kann zur sprichwörtlichen Suchen nach der Nadel im Heuhaufen werden. Aber ich verspreche, sollte ich den elfenbeinfarbenen Tesla mit dem schwarz-gelben Taxi-Leuchte auf dem Dach entdecken, werde ich sofort eine Fahrt buchen. Denn abgesehen davon, dass die Elektroautos in der Stadt sehr rar sind, ist das Elektrotaxi ein wie ein Sechser im Lotto.

Entdeckt habe ich daher den Wagen auch nicht auf der Straße sondern in der Zeitung. Die Süddeutsche Zeitung hat darüber in ihrem Lokalteil berichtet und auch die Boulevardzeitungen waren dabei. Auch Seniorbook hat über grüne Taxi-Unternehmer[/urlhttp://www.seniorbook.de/themen/kategorie/natur-und-forschung/artikel/731/muenchens-gruene-taxen-vom-ostbahnhof]Seniorbook hat über grüne Taxi-Unternehmer vom Isarfunk berichtet . Schließlich ist auch der eine oder andere Opel Antara, jenes Elektroauto mit kleinem Benzinaggregat an Bord, das die Reichweiten verlängert, als Droschken zugelassen. Aber einen formidablen Tesla-Elektrowagen hat es noch nicht in der Meute der Dieselfahrzeuge gegeben.

Reines Batteriefahrzeug

Die Tesla-Limousine aus dem Silikonvalley in Kalifornien ist im Sonnenstaat an der Westküste und in den Metropolen der Ostküste der Vereinigten Staaten derzeit das angesagte Automobil. Das batterie-elektrische Auto kann mit einer ordentlichen Reichweite von angegebenen 500 Kilometer aufwarten, wird innerhalb einer halben Stunde schnell mit Kraftstrom aufgeladen und stellt die derzeitige Speerspitze einer möglichen zukünftigen Mobilität dar.

Der Tesla kann bis 100 000 Euro kosten

Der Wagen kostet in der Grundausstattung ab 70 000 Euro, es können aber auch knapp 100 000 € werden. Er leistet 310 kW (422 PS) und hat ein Drehmoment von 600 Newtonmeter. Diese geballte Kraft steht - wie bei jedem Elektroauto - schon sofort zur Verfügung. Die maximale Beschleunigung von 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h presst die Passagiere in die Sitze. Die Höchstleistung liegt bei 210 km/h. Die zu fahren, lässt aber die Batterien schnell ausbluten und bei weitem nicht eine ordentliche Reichweite erzielen.

Der Alltag der Taxler

Aber das ist ja auch nicht Taxlers Alltag. Im Gegenteil, er wartet, schiebt sich durch den Stau und ist froh, wenn er mal eine Tour zu Flughafen über die freie Autobahn erhält. Taxiunternehmer Peter Köhl hat dem Reporter der Süddeutschen Zeitung gesagt, dass im normalen Taxibetrieb mit einer Stromladung 350 Kilometer gefahren werden können. Viel elektrische Energie kann die Klimatisierung verschlingen. Air Condition im Sommer und Heizung im Winter sind große Stromfresser. Auch sei es ihm passiert, dass er nach Stuttgart habe fahren und auf der Rückfahrt eine der Schnellladestationen auf der A8 anfahren müssen. Ansonsten wäre er liegen geblieben.

Die eigene Garage ist Gold wert

Die Angst vorm Liegenbleiben ist sicher neben dem Preis das stärkste Argument gegen Elektroautos. Beim Tesla ist es aber zu vernachlässigen, da schlägt der Preis stärker zu Buche. Auch darf nicht vergessen werden, dass die notwendige Infrastruktur zum Laden der Akkus wohl am besten in heimischer Garage zu haben ist. Hier verfügt mancher über einen Starkstromanschluss. Denn 20 Stunden an der normalen 220 Volt Steckdose sind eine lange Zeit, um einen leeren Akku vollzuladen. Bei einem Strompreis von 25 Cent kosten 100 Kilometer Elektrofahrt fünf Euro. Dafür lassen sich auch 3,5 Liter Diesel tanken.

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