Der Adam rockt - und gibt sich den Anstrich eines offroaders
Der Adam rockt - und gibt sich den Anstrich eines offroadersFoto-Quelle: Opel/seniorbook

Warum eigentlich… bieten jetzt alle Hersteller so viele neue Kleinwagen an?

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Die Autobranche surft auf der Kleinwagenwelle. Manche Firmen haben sich auf die kleinen Flitzer spezialisiert, andere Hersteller müssen sie verstärkt ins Modellprogramm neu aufnehmen. Trotz kleiner Gewinne sind die Minis für alle überlebenswichtig – ganz gleich ob Premium- oder Einfachstauto. Eine Fülle neuer Kleinwagen schwappt auf den Markt. Viele werden in Genf auf dem Automobilsalon (6. - 16 März) zum ersten Mal gezeigt.


Die Lust am Mini ist nicht freiwillig. Für Mercedes etwa ist der Smart ein Milliardengrab. Aber dennoch hält die schwäbische Luxusmarke an dem Zweisitzer-Zwerg fest und baut die Sparte der Minis und Kompakten weiter aus. Der Smart Four, als Viersitzer vor Jahren in Kooperation mit Mitsubishi gebaut, dann wegen katastrophaler Verkäufe eingestellt, erlebt seine Wiedergeburt unter den Fittichen von des französischen Herstellers Renault. Der neue Twingo teilt sich mit dem großen Smart die Plattform. Auch die kompakte A-Klasse stellt sich mit ihren vielen Modellvarianten breit auf und wird für Mercedes immer wichtiger.

Allianzen bilden – Kosten sparen

Massenanbieter und Premiumhersteller ziehen da an einem Strang. Denn die Hersteller von großen Limousinen tuen sich schwer, Kleinwagen überhaupt kostengünstig zu bauen. Allianzen schießen quer durch die Branche ins Kraut, um die Entwicklungskosten zu minimieren und gleichzeitig rentable die Stückzahlen zu erzielen. Toyota baut zusammen mit dem PSA-Konzern und den Marken Peugeot sowie Citroen ein Auto, das Aygo bei Toyota, 108 bei Peugeot und C1 bei Citroen heißt.

Suzuki – größter Kleinwagenhersteller

Ein Hersteller hat besonderes Talent, mit Kleinwagen auch Geld zu verdienen – sein Name: Suzuki. Besonders in den aufstrebenden asiatischen Märkten wie Indien ist die Marke als Motorrad- und Kleinwagenhersteller angesehen. Das war auch der Grund, weshalb Volkswagen eine Liaison einging, aber scheiterte. Jetzt zum neuen Jahr bringt der japanische Hersteller den Celerio neu auf den Markt. Damit stellt der dem Alto einen größeren Bruder zur Seite.

Modellvielfalt bei den Kleinen

Es genügt nicht, nur eine Modellvariante bei den Kleinwagen anzubieten. BMW-Mini hat es der Branche vorgemacht, wie viele Derivate gebaut werden können, um die Stückzahlen zu erhöhen. Wie Kleinwagen vom Mini zum Maxi wachsen, zeigen Mini, Fiat und Opel. Der Countryman, die aufgeblasene SUV-Variante des knuffligen Minis, gehört ebenso dazu wie der Fiat 500L Family und der neue Adam Rocks von Opel.

Ein riskantes Geschäft

So schick Kleinwagen auch sein mögen, für die Hersteller sind sie ein riskantes Geschäft. Passt ein Kleinwagen zur Luxusmarke oder wird das Image verwässert, wenn sie so breit aufgestellt ist? Oder wie anfällig sind Massenhersteller, wenn sie sich auf Kleinwagen konzentrieren? Die Firma Opel hat es spüren müssen, als sie weitestgehend die Mittelklasse den Volkswagenmarken und andere Herstellern überließen und mit der Konzentration auf Kleinwagen in die Krise schlitterten. Kleine Autos - kleine Gewinne, lautet das Gesetz der Branche. Gleichzeitig verlangen die rigorosen Verbrauchseinschränkungen Spritzwerge. Denn nur mit ihnen sind die strengen CO2-Vorgaen der EU zu erfüllen.

Preisverdoppelung dank Sondersausstattung

Premiumhersteller dürfen gleichzeitig von ihrem Anspruch Luxusautos anzubieten nicht lassen. Daher werden ihre Minis mit all jenen technologischen Features und Errungenschaften angeboten, die aus den oberen Stockwerken der automobilen Klassengesellschaft stammen. Vom LED-Scheinwerfer über Einparkhilfe, von Abstandsautomat über Head-up-Display bis zum hochwertigen Unterhaltungssystem samt mobilem Internet, all das findet sich auch in den Kleinwagen.

Markentreue Kunden pflegen – neue gewinnen


Zwar mögen ihre Motoren „nur“ zwischen 60 und 191 PS – so wie beim neuen VW Polo – leisten, bei Technik und Ausstattung sind sie Spitze. Derart bestückt, kann dann der neue BMW Mini seinen Einstandspreis von knapp unter 20.000 Euro leicht verdoppeln. Bei den übrigen Luxus-Minis wie dem Audi S1 ist es nicht anders. Gleichzeitig erfüllen Kleinwagen auch einen weiteren Zweck. Sie können als Einstieg in die Marke dienen oder aber auch der trendige Zweit- oder Drittwagen markentreuer Kunden sein.

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