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40 Jahre Golf: Der VW- Evergreen erfindet sich immer wieder neu

40 Jahre Golf: Der VW- Evergreen erfindet sich immer wieder neu

Wolfgang Stegers
20.03.2014, 09:57 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Können Sie sich noch an ihren ersten Golf von VW erinnern? Mag sein, dass sie dieses Auto nicht gefahren haben. Aber erlebt haben sie ihn schon sicher. Kein Wunder, von den Straßen ist der Käfer-Nachfolger nicht wegzudenken. Ein erstaunlich anpassungsfähiges Auto, das einige Überraschungen bietet.

Golf und VW wie 911 und Porsche

Was der 911 für Porsche, das ist der Golf für VW. Beide Automobile sind das Fundament ihrer Konzerne. Beide sind Jubilare. Der Elfer feierte im letzten Jahr seinen Fünfzigsten, der Golf in diesem Monat seinen Vierzigsten. Im März 1974 rollte er von den Produktionsbändern in Wolfsburg, um dann zwei Monate später bei den Händlern im Showroom zu brillieren. Dort, wo jahrzehntelang der Käfer der Käfer unangefochten herrschte, wo Heckmotor, Heckantrieb und Luftkühlung das Sagen hatten, rollte die Revolution an.

Der Golf als Retter

Nach dem Heckmeck jetzt Frontmotor, Frontantrieb und Wasserkühlung. Größter hätte die Umwälzung nicht sein können, später hätte sie auch nicht kommen dürfen. Denn Volkswagen drohte das Aus. Der Käfer war total gestrig, der 412 ein Flop und die Zahlen tiefrot. Eine Historie, die in der Autostadt in Wolfsburg beeindruckend inszeniert wird.

Scirocco und K7o als Ahnen

Eingeleitet hatten die Wende – Segler würden von einer Halse sprechen – ausgerechnet die beiden wenig geliebten Fahrzeuge K70 und der Scirocco. Von NSU wurde der kantige Fronttriebler K70 übernommen, ein wenig überzeugender Viersitzer, der den Wettlauf um die schnellstrostende Karosse gegen die Italiener klar für sich entschieden hatte. Und eben jener Scirocco, das Friseusenauto. Das sind die Vorläufer und der Grundstein für den Golf. Ein Millionenseller.

Praktischer Nutzen, zeitloses Design

Um als Nachfolger des 21,5 Millionen Mal gebauten Welterfolgs Käfer zu bestehen, hatte der von Giorgio Giugiaro entworfene Golf I allerhöchste Erwartungen zu erfüllen und musste gleichzeitig alles besser machen. Sicherlich, der Neue konnte sein modernes Raumkonzept herausstellen. Nüchtern wie es war und immer noch ist, hebt es den praktischen Nutzen hervor. Vier Türen samt großer Heckklappe (die Werbung spricht gerne von fünf Türen), umklappbare Rücksitzlehne, großzügiges Raumkonzept, übersichtlich, mit tiefer Gürtellinie. Auch das Design kann noch überzeugen. Der Jubilar sieht noch ganz schön frisch aus.

In der siebten Generation angekommen

Neben der dezenten Weiterentwicklung der Karosserie, die in all den Jahren bis zur Generation VII eher ein Feinschliff denn ein Umbruch war, hat vor allem der revolutionäre Fortschritt unter der Haube zum Erfolg des Dauerläufers beigetragen.

GTI und Turbodiesel kommen 1976

Wenn heute über Selbstverständlichkeiten bei der Grundausstattung des Golf VII geredet wird, darf nicht vergessen werden, dass erst zwei Jahre nach dem Debüt der Dieselmotor und der GTI auf den Markt kamen, 1979 das Cabrio zum ersten Mal, 1982, der Turbodiesel. Ein Jahr später die Servolenkung, 84 der geregelte Katalysator. Es mussten über sieben Million Golf verkauft werden, bis den schnellen GT und GTI-Modellen ABS spendiert wurde. In die Serie kam es noch später.

20 Millionen Golf zur Jahrtausendwende

Der Diesel Oxidationskatalysator kam 1991, Fahrer- und Beifahrerairbag 92, als bereits 13 Millionen gebaut worden waren. Direkteinspritzer, ESP und Xenonscheinwerfer sind die herausragenden Errungenschaften der 90er Jahre beim Golf IV. Pünktlich zur Jahrtausendwende vermeldet Wolfsburg 20 Millionen produzierter „Gölfe“.

Einzug der Computertechnologie

Die nächsten 14 Jahre technischer Entwicklung beim Golf sind vor allem durch den scheinbar nicht zu bremsenden Einsatz der Elektronik und Computertechnologie geprägt. Die Assistenzsysteme übernehmen immer mehr regelnde Funktionen, unterstützen den Fahrer, greifen ihm ins Lenkrad, betätigen die Bremse, empfehlen Ruhepausen und zeigen die Tempovorschriften. Dieser geballten Weiterentwicklung hinkt die Motorentechnologie ein wenig hinterher. Hier wird Feinschliff betrieben, die Leistung erhöht und der Verbrauch gesenkt. Beim Fahrwerk und Getriebe haben die 90er Jahre mit Allrad, adaptiven Stoßdämpfern und Doppelkupplungsgetriebe die Weichen bereits gestellt.

Die Wiedergeburt des Elektro-Golf

So erscheint im Jubiläumsjahr 2014 der erste e-Golf. Ein Vierteljahrhundert nach dem Golf City Stromer wird es der erste Seriengolf mit Elektroantrieb sein. Wirklich neu aber ist der Golf Plug-In Hybrid, ebenfalls ein Serienfahrzeug. Aber Hybridmodelle sollen ja nur eine Übergangstechnologie sein, bis der Hubkolbenmotor, betrieben mit fossilen Brennstoffen gänzlich abgelöst sein wird. Mal schau’n, ob dies wieder 25 Jahre dauert und welches Karosserie-Gewand der Golf dann trägt.

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