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Warum eigentlich ... ist der Umweltschutz beim Autokauf nicht mehr so wichti ...

Warum eigentlich ... ist der Umweltschutz beim Autokauf nicht mehr so wichtig?

Wolfgang Stegers
20.03.2014, 09:58 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Glauben und Tun in Einklang zu bringen, war schon immer schwierig. Reden und Handeln sowieso. Aber wie kann es sein, dass der Klimaschutz als sehr wichtig erachtet wird, beim Kauf es neuen eigenen Autos aber an Bedeutung verliert? Interessante Erkenntnisse der neuesten Studie zum Autokauf.

Autofahrer - träge Wesen?

Vor zehn Jahren spielte der Umweltschutz für den Käufer von Neuwagen noch eine bedeutende Rolle. Jeder zweite Kunde, also die Hälfte, gab an, dass er sich davon leiten lasse und dass er sehr wichtig sei. Da waren doppelt so viele wie heute. Denn bei der Entscheidung für einen neuen Wagen sehen nur noch 24 Prozent der potenziellen Autokäufer die Umweltfreundlichkeit als wichtiges Kriterium an. Das ist weniger als ein Viertel. Wenn es um die eigene Mobilität geht, so scheinen CO2-Emissionen oder die Effizienzklasse des fahrbaren Untersatzes für die meisten kaum eine Rolle zu spielen.

Nischenprodukt Elektroauto

Das jedenfalls haben die Herausgeber der Studie „Trends beim Autokauf“ herausgefunden. Sie wurde zum sechsten Mal aufgelegt. Die repräsentative Untersuchung im Auftrag des Mineralölkonzerns Aral zeigt außerdem, dass Alternativen zum eigenen Auto oder zu der neuen Mobilität Car-Sharing kaum wahrgenommen werden. Auch werden Optionen für die Senkung des Klimagases Kohlendioxid, CO2, wie etwa Gasantrieb, zuerst bei den anderen gesucht und weniger bei sich selbst. Das Elektroauto werde vorerst noch ein Nischenprodukt bleiben, meinen die Befragten.

Image der Automobilfirmen verbessert - VW vorn

Allerdings wird die Automobilindustrie inzwischen deutlich umweltfreundlicher angesehen als noch vor einigen Jahren. Zu den größten Profiteuren dieser Entwicklung zählen die deutschen Marken – allen voran Volkswagen.

Wechsel bei den Antriebsarten? Später!

Autokäufer trennen strikt zwischen der aktuellen Kaufentscheidung und den grundsätzlichen Perspektiven eines Antriebssystems in Bezug auf einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt. Die klare Mehrheit der Autofahrer setzt mit 85 Prozent auch beim nächsten Fahrzeug auf einen Diesel- oder Ottomotor, obwohl die langfristige Perspektive der konventionellen Technik negativ beurteilt wird.
Umgekehrt ist die Situation beim Elektroauto: Beim nächsten Autokauf wollen sich nur ein Prozent der potenziellen Autokäufer für den Elektroantrieb entscheiden. Trotzdem glauben 75 Prozent der Autofahrer, dass Elektroautos grundsätzlich einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten können.

Effizienzklassen: Interessant, aber langweilig?

Kennzeichnung der Effizienzklassen von Neuwagen und Reifen ist in der Praxis nur teilweise angekommen. Nur 25 Prozent der Befragten geben an, das Energie-Effizienzlabel, mit dem die Schadstoffklassen von Fahrzeugen angegeben werden, überhaupt zu kennen. Einen noch größeren Nachholbedarf in puncto Bekanntheit gibt es beim Energie-Effizienzlabel für Reifen. Nur 19 Prozent der Befragten wissen um diese Kennzeichnung.

Weniger Schadstoffe? Aber bitte ohne Einschränkungen meiner Mobilität

Möglichst bequem und zum Nulltarif – so stellen sich die Studienteilnehmer die Maßnahmen vor, die eine Senkung der CO2-Emissionen durch Autos herbeiführen könnten. Die Nutzung alternativer Kraftstoffe steht mit einem Zustimmungsanteil von 61 Prozent an erster Stelle. Das liegt unter anderem daran, dass alternative Kraftstoffe keine persönliche Verhaltensänderung nach sich ziehen oder unmittelbar sichtbare Kosten für den einzelnen Autofahrer verursachen. Vorschläge, die die Mobilität einschränken oder zusätzliche Kosten verursachen werden weitgehend abgelehnt. Lediglich 15 Prozent der Befragten halten Sonntagsfahrverbote für sehr sinnvoll oder sinnvoll. Die Einführung einer Autobahnvignette erhält mit einem Anteil von 21 Prozent nur unwesentlich mehr Zustimmung.

Eigene Erfahrungen gefragt

Und wie halten Sie es mit Auto, Umweltschutz und ihrem persönlichen Verhalten. Schränken Sie sich aus Überzeugung deutlich ein oder können/wollen Sie die hohen Preise individueller Mobilität mit dem Automobil nicht zahlen und steigen je nach Bedarf auf Alternativen um, ohne ganz auf Ihr Autos zu verzichten. Sagen sie uns Ihre Meinung. Berichten sie von ihren Erfahrungen.

4 Kommentare

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Das Auto ist ein Luxus, den man sich einfach gönnt. Auch wir besitzen zwei PKWs, einen kleineren zum Einkaufen und für Fahrten in die Mannheimer Innenstadt, einen größeren für Ausflüge in weitere Entfernung und Urlaubsfahrten. Beide stehen die meiste Zeit ungenutzt in der Garage. Trotzdem wollten wir auf diese jederzeit verfügbare Mobilität nicht verzichten.
Heutzutage kaufen sehr viele Leute große, spritfressende SUVs, obwohl diese Fahrzeuge weder für den Stadtverkehr noch für lange Autobahnfahrten das ideale Fortbewegungsmittel darstellen. Aber: Man steigt in seinen panzerähnlichen Dinosaurier, sitzt höher als die 'normalen' PKW-Fahrer und kann somit auf diese herabschauen, man ist einfach 'wer'. Verbrauch, Kosten, Emissionen, Umweltschutz und sonstige Vernunftsgründe finden hierbei keine Berücksichtigung.
  • 25.03.2014, 21:22 Uhr
Ich sage mal meine Ansicht dazu, bei SUVs ist es sicherlich eine Frage der Motorisierung, was Verbrauch, Umweltbewusstsein betrifft. Und das fängt mit dem linken Fuß bei Fahrer nun mal an. Aber das Ein-/Aussteigen, für Benutzer eines SUVs, ist von meinem Standpunkt und der meiner Frau einfach angenehmer, als in einem Fahrzeug mit tiefer Sitzposition (gerade bei Rückenproblemen). Das war z.B. ein Grund für uns, einen kompakten SUV zu kaufen, damit meinen Frau ein wenig Lebensqualität als Fahrzeugführer erhalten kann. Aus 2 Autos wurden halt nur noch eins. Wenn ich den Benzinverbrauch bei sinnvoller Fahrweise/annähernd gleiche PS-Leistung der Fahrzeuge vergleiche, kein nennenswerte Unterschied. Mondeo MK2 und Qashqai Benziner (Winter 7,5 Sommer 6,4 l im drittelmix). Auch längere Fahrten sind genau so Angenehm, wie in unseren Mondeo.
  • 26.03.2014, 00:09 Uhr
Nicht alle SUVs sind 4x4 ! Und Gelände ist nicht gleich Gelände. Und was ist normal ? Ein Van zu groß, Golf Plus zu teuer... Und das mit dem Benzinverbrauch hatte ich ja schon erläutert, bei allem Respekt.
  • 28.03.2014, 23:20 Uhr
Nun, Zitat"Also nicht dass wir uns falsch verstehen - meine Kritik richtet sich primär gegen jene, die mit dem X5 die Kinder vom KiGa abholen oder Shoppen gehen. Da stellt sich mir durchaus die Sinnfrage." Zitat Ende. Ein eindeutiges ja zu Ihrer Ansicht. Es würde vielleicht auch anders gehen. Leider überwiegt das Vielleicht aus einfach gesellschaftlichen Gründen...
Ich habe, ich bin, ich fahre,..., ergo bin was. Ich habe da halt nun mal meine Denkweise gefunden. Und Autos mag ich halt auch, mit meinem Umweltbewusstsein . Wir haben nur unsere Erde.
  • 30.03.2014, 22:17 Uhr
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