Warum eigentlich ... ist der Umweltschutz beim Autokauf nicht mehr so wichti ...
Warum eigentlich ... ist der Umweltschutz beim Autokauf nicht mehr so wichtig?Foto-Quelle: © maho - www.Fotolia.com

Warum eigentlich ... ist der Umweltschutz beim Autokauf nicht mehr so wichtig?

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Glauben und Tun in Einklang zu bringen, war schon immer schwierig. Reden und Handeln sowieso. Aber wie kann es sein, dass der Klimaschutz als sehr wichtig erachtet wird, beim Kauf es neuen eigenen Autos aber an Bedeutung verliert? Interessante Erkenntnisse der neuesten Studie zum Autokauf.

Autofahrer - trÀge Wesen?

Vor zehn Jahren spielte der Umweltschutz fĂŒr den KĂ€ufer von Neuwagen noch eine bedeutende Rolle. Jeder zweite Kunde, also die HĂ€lfte, gab an, dass er sich davon leiten lasse und dass er sehr wichtig sei. Da waren doppelt so viele wie heute. Denn bei der Entscheidung fĂŒr einen neuen Wagen sehen nur noch 24 Prozent der potenziellen AutokĂ€ufer die Umweltfreundlichkeit als wichtiges Kriterium an. Das ist weniger als ein Viertel. Wenn es um die eigene MobilitĂ€t geht, so scheinen CO2-Emissionen oder die Effizienzklasse des fahrbaren Untersatzes fĂŒr die meisten kaum eine Rolle zu spielen.

Nischenprodukt Elektroauto

Das jedenfalls haben die Herausgeber der Studie „Trends beim Autokauf“ herausgefunden. Sie wurde zum sechsten Mal aufgelegt. Die reprĂ€sentative Untersuchung im Auftrag des Mineralölkonzerns Aral zeigt außerdem, dass Alternativen zum eigenen Auto oder zu der neuen MobilitĂ€t Car-Sharing kaum wahrgenommen werden. Auch werden Optionen fĂŒr die Senkung des Klimagases Kohlendioxid, CO2, wie etwa Gasantrieb, zuerst bei den anderen gesucht und weniger bei sich selbst. Das Elektroauto werde vorerst noch ein Nischenprodukt bleiben, meinen die Befragten.

Image der Automobilfirmen verbessert - VW vorn

Allerdings wird die Automobilindustrie inzwischen deutlich umweltfreundlicher angesehen als noch vor einigen Jahren. Zu den grĂ¶ĂŸten Profiteuren dieser Entwicklung zĂ€hlen die deutschen Marken – allen voran Volkswagen.

Wechsel bei den Antriebsarten? SpÀter!

AutokÀufer trennen strikt zwischen der aktuellen Kaufentscheidung und den grundsÀtzlichen Perspektiven eines Antriebssystems in Bezug auf einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt. Die klare Mehrheit der Autofahrer setzt mit 85 Prozent auch beim nÀchsten Fahrzeug auf einen Diesel- oder Ottomotor, obwohl die langfristige Perspektive der konventionellen Technik negativ beurteilt wird.
Umgekehrt ist die Situation beim Elektroauto: Beim nĂ€chsten Autokauf wollen sich nur ein Prozent der potenziellen AutokĂ€ufer fĂŒr den Elektroantrieb entscheiden. Trotzdem glauben 75 Prozent der Autofahrer, dass Elektroautos grundsĂ€tzlich einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten können.

Effizienzklassen: Interessant, aber langweilig?

Kennzeichnung der Effizienzklassen von Neuwagen und Reifen ist in der Praxis nur teilweise angekommen. Nur 25 Prozent der Befragten geben an, das Energie-Effizienzlabel, mit dem die Schadstoffklassen von Fahrzeugen angegeben werden, ĂŒberhaupt zu kennen. Einen noch grĂ¶ĂŸeren Nachholbedarf in puncto Bekanntheit gibt es beim Energie-Effizienzlabel fĂŒr Reifen. Nur 19 Prozent der Befragten wissen um diese Kennzeichnung.

Weniger Schadstoffe? Aber bitte ohne EinschrÀnkungen meiner MobilitÀt

Möglichst bequem und zum Nulltarif – so stellen sich die Studienteilnehmer die Maßnahmen vor, die eine Senkung der CO2-Emissionen durch Autos herbeifĂŒhren könnten. Die Nutzung alternativer Kraftstoffe steht mit einem Zustimmungsanteil von 61 Prozent an erster Stelle. Das liegt unter anderem daran, dass alternative Kraftstoffe keine persönliche VerhaltensĂ€nderung nach sich ziehen oder unmittelbar sichtbare Kosten fĂŒr den einzelnen Autofahrer verursachen. VorschlĂ€ge, die die MobilitĂ€t einschrĂ€nken oder zusĂ€tzliche Kosten verursachen werden weitgehend abgelehnt. Lediglich 15 Prozent der Befragten halten Sonntagsfahrverbote fĂŒr sehr sinnvoll oder sinnvoll. Die EinfĂŒhrung einer Autobahnvignette erhĂ€lt mit einem Anteil von 21 Prozent nur unwesentlich mehr Zustimmung.

Eigene Erfahrungen gefragt

Und wie halten Sie es mit Auto, Umweltschutz und ihrem persönlichen Verhalten. SchrĂ€nken Sie sich aus Überzeugung deutlich ein oder können/wollen Sie die hohen Preise individueller MobilitĂ€t mit dem Automobil nicht zahlen und steigen je nach Bedarf auf Alternativen um, ohne ganz auf Ihr Autos zu verzichten. Sagen sie uns Ihre Meinung. Berichten sie von ihren Erfahrungen.