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Wie hätten Sie entschieden: Führerscheinentzug auch für Fußgänger?

Wie hätten Sie entschieden: Führerscheinentzug auch für Fußgänger?

Wolfgang Stegers
25.04.2014, 09:37 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Wer Alkohol trinkt und von der Polizei erwischt wird, riskiert seinen Führerschein. Was unglaublich klingt, ist aber Realität. Bei 1,6 Promille heißt es, ab zum Depperltest. Das Recht auf den Rausch nur noch in den eigenen vier Wänden?

1,6 Promille Alkohol im Blut, okay, dafür muss Mann/Frau ordentlich trinken. Aber es reicht seinen Führerschein verlieren. Hintergrund ist ein Urteil des Verwaltungsgerichts Mainz (Az.: 3 L 823/12.MZ), welches von immer mehr Straßenverkehrsämtern in Deutschland angewendet wird: Stellt die Polizei einen Alkoholwert von mehr als 1,6 Promille fest, muss sich der Betroffene einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen – auch wenn er das Auto vorsorglich stehen gelassen hat. Besteht er die Prüfung nicht, droht automatisch der Entzug der Fahrerlaubnis.

MPU: Jeder Dritte fällt durch


Basis des Urteils war die Festnahme eines randalierenden Mannes: Obwohl es keine erkennbare Absicht oder Möglichkeit für den Mann gab, sich hinter das Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, wurde ein Bluttest vorgenommen, dessen Resultat weit über der 1,6 Promillegrenze lag. Die Folge: Der Mann musste sich einer MPU unterziehen – bei Nichtbestehen des Tests wäre seine Fahrerlaubnis entzogen worden. Besonders problematisch: MPUs haben eine Durchfallquote von mehr als 33 Prozent.

Entsprechend kommt das Mainzer Urteil einem automatischen Führerscheinentzug von mehr als einem Drittel der Betroffenen gleich. Doch auch bei Bestehen der MPU ist der Schaden groß: Für die Untersuchung werden zwischen 340 und 740 Euro fällig, die es aus eigener Tasche zu zahlen gilt.

Bei 1,6 Promille alkoholabhängig?


Das Mainzer Gericht weist in seinem Urteil auf wissenschaftliche Erkenntnisse hin, nach denen mehr als 1,6 Promille Alkoholgehalt im Blut ein Anzeichen für eine überdurchschnittliche Alkoholgewöhnung sei. Entsprechend sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Betroffene künftig unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug führe.

Aus Sicht von Anwälten wie Mathias Voigt vom Verband für bürgernahe Verkehrspolitik (VFBV) ein nicht nachvollziehbarer Rückschluss: „1,6 Promille entsprechen etwa 1,5 Litern Wein oder fünf großen Gläsern Pils mal zusammen. Definitiv zu viel, um sich hinter das Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, aber ebenso wenig Anlass für eine solche haltlose Generalisierung.“

Und wie entscheiden Sie? Sollen etwa die Oktoberfestbesucher um ihren Führerschein fürchten müssen, wenn sie ein Taxi suchen oder auf dem Weg zur Tram in einen Alkoholkontrolle kommen? Und gab es da nicht einen Bayerischen Ministerpräsidenten, der 3 Maß Bier als „bayernüblich“ bezeichnete?

So errechne ich meinen Alkoholwert


Wer seinen Alkoholwert im Blut rein rechnerisch erfahren will, kann die so genannte Widmark’sche Formel anwenden. Hier wird das Gewicht der Alkoholmenge durch das Körpergewicht und einen Reduktionsfaktor in Beziehung gebracht. Bei Männern beträgt er 0,7, bei Frauen 0,6.
Danach kommt ein 90 Kilo schwerer Mann nach einen halben Liter 12 prozentigen Weins auf 0,76 Promille. Die Rechnung dahinter: Die Alkoholmenge bezieht sich auf einen Liter, wird mit 8 multipliziert und ergibt bei 12 Prozent 96. Ein halber Liter also 48. Die Zahl 48 wird durch das reduzierte Körpergewicht beim Mann geteilt. 90 Kilo dividiert durch 0,7 ergibt 63. 48 dividiert durch 63 ergibt 0,76 Promille.
Formel: Alkoholmenge dividiert durch reduziertes Körpergewicht.
Beispiel: 48 : (90 x 0,7) = 0,76

Aber Achtung, die Widmark’sche Formel ist lediglich die theoretisch höchste Blutalkoholkonzentration im Blut und wird im Laufe der Zeit ständig abgebaut.

24 Kommentare

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Nun ich bin kein Alkoholiker, obwohl ich mir Abends ein schönes Gläschen Rotwein genenige ,ich Persönlich kann nur Sagen wer mit 1;6Promille sich an`s Steuer Setzt ist Verantwortungslos ,seinem Nechsten gegenüber und mus die Konsequwenz dafür Tragen da habe ich kein Mitleid selber schuld, aber wenn ich zb in der Nacht nach Hause Torkel und habe diese Besagte 1,6 dann hat in meinen Augen da nicht`s der Gesetzgeber zu Suchen ,woh kommen wir hinn????wir werde doch schon Genug Bevormundet, ich Denke woh ist mein Persönlichkeits Recht::
  • 05.06.2014, 22:44 Uhr
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Nun, man kann auch alles übertreiben.
Rauchen ist schon kriminell geworden.....
  • 16.04.2014, 11:17 Uhr
Es war ironisch gemeint. (Von einer Nichtraucherin.)
Oder kennst Du noch eine Kneipe/Gaststätte, in der rauchen erlaubt ist. ?
  • 16.04.2014, 11:39 Uhr
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ich bin prinzipel gegen alkohol am steuer auch für radfahrer (sie bewegen sich auch im strassenverkehr...
aber dem alkoholisiertem fußgänger den führeschein zu nehmen ?
die entmündigung der ehemaligen DDR läßt grüßen....
macht mal eure augen und ohren auf
  • 16.04.2014, 11:08 Uhr
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Warum dann nicht gleich Alkoholverbot ? So ein Schwachsinn, Noch eine Beformundung mehr.
  • 16.04.2014, 11:00 Uhr
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Das ist der erste Schritt zum generellen Alkoholverbot ,
  • 16.04.2014, 10:51 Uhr
Jürgen, man kanns überleben und irgendwie ist es dann als wäre man vom Grauen Star befreit
  • 16.04.2014, 11:25 Uhr
Na das meine ich doch auch.
  • 16.04.2014, 11:59 Uhr
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Ein Schelm der Böses denkt, aber MPU kostet nicht wenig. und die Strafe und Wiederbeantragung kosten noch mal. Damit können auch gut Kassen aufgebessert werden.
Ich meine, einem Fußgänger der seinen Rausch friedlich nach Hause bringt, sollte man in Ruhe lassen.
Eine Frage drängt sich da bei mir auf: wie ist das wenn jemand im Suff zuhause ein Familienmitglied krankenhausreif schlägt? Muss der neben der Strafe, selbstverständlich vermindert schuldfähig, auch zur MPU?
  • 16.04.2014, 10:42 Uhr
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Das wird immer besser! Schwachsinn hoch neun.
Es ist ja schließlich auch nicht verboten Alkohol im Auto hinter dem Steuer sitzend zu trinken. Man darf nur nicht (mehr) fahren!
  • 16.04.2014, 10:41 Uhr
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Nichtschwimmern wir verboten eine Badehose zu tragen (kaufen)
  • 16.04.2014, 10:30 Uhr
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Ach daß wäre schön.So würde keiner mehr Auto fahren und die Luft wäre wunderbar
  • 16.04.2014, 10:30 Uhr
kein Problem,Peter! Habe in meinen Garten viel angebaut.Bin es ja noch von DDR Zeiten gewöhnt(Spaß)
  • 16.04.2014, 10:47 Uhr
Genau!
  • 16.04.2014, 10:51 Uhr
Glaub ich nicht.Hier auf dem Dorf haben sie alle einen Garten und ich habe ja einen Hund!!
  • 16.04.2014, 11:06 Uhr
ach mensch sigrid
  • 16.04.2014, 11:27 Uhr
nee höflich fragen,dann bekommt man was,okay,liebe Sigrid
  • 16.04.2014, 11:43 Uhr
Ja Sigrid! Daß glaub ich dir ungesehen.Großstadt wäre nix für mich.Meine Tochter wohnt in Schweinfurt,da bin ich wenn ich wieder zuhause bin
  • 16.04.2014, 11:56 Uhr
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Man kann es nicht so einfach pauschalieren. Im o.a. Bericht ist von einem randalierenden Genossen die Rede. Wer auch als Fußgänger unter erheblichem Alkoholgenuss verkehrsgefährdend oder randalierend auffällt, wird meiner Meinung nach zu Recht zur MPU geschickt.
Außerdem ist die o.a. angegebene Promilleformel mit äußerster Vorsicht zu sehen. Einen wichtigen Faktor kann man dabei nicht berücksichtigen - die körperliche Verfassung bzw. die Konstitution. Somit kann man die Formel in die Tonne treten! Wer seinen Rausch unauffällig zu Fuß, per Taxi oder Bus/Bahn nach Hause trägt, wird vom Gesetzgeber auch nicht belangt.
  • 16.04.2014, 10:13 Uhr
wie auch immer was berechnet wird, scheint in diesem Zusmmenhang erst mal unerheblich. Randalieren ist ja auch blöd. Aber: Wenn dieser Mensch nicht Auto fährt, also nichts tut, was den STraßenverkehr gefährdet, dann darf er auch nciht in dieser Richtung bestraft werden. Für andere von ihm verusachte Schäden hat er natürlich aufzukommen.
  • 16.04.2014, 10:34 Uhr
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