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Die „neuen“ alten Nummernschilder: Regionales Bekenntnis am Auto

Die „neuen“ alten Nummernschilder: Regionales Bekenntnis am Auto

Wolfgang Stegers
21.04.2014, 17:43 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Ja, wer fährt denn da? Nummernschilder entziffern und die Herkunft benennen ist nicht nur ein beliebter Spaß während langweiliger Autobahnfahrten mit quengeligen Kindern. Jetzt sieht man wieder alte Buchstabenkombinationen von Städten und Landkreisen, die schon mal abgeschafft waren.

Eigentlich drohte ja das beliebte Nummernschild-Raten ja wieder einzuschlafen. Die Kennzeichen aus den neuen Bundesländern sind bis auf wenige Ausnahmen wohl bekannt und Neues war nicht zu erwarten. Sicher, da gibt es je nach Region Kombinationen, die selbst Vielfahrern selten vor Augen kommen. LDS ist solch ein Kürzel und bedeutet Dahme-Spreewald. Das L steht für Landkreis. Es darf seit einiger Zeit verwendet werden. Überhaupt sind die neuen Bundesländer experimentierfreudiger. So steht hinter dem Zeichen TDO der Verbund der drei nordsächsischen Städte Torgau, Delitzsch und Oschatz.

Brüssel droht mit Gleichmacherei


Besser nicht realisiert werden sollte jedoch ein Entwurf in Brüssel, der aus Gründen der „Gleichheit“ die üblichen Städte- und Landkreistafeln abschaffen will. Diese bedeuteten für manche Autofahrer eine Diskriminierung. Da ist er wieder, der Knieschuss aus Brüssel, typisch für die EU und ihre Bevormundungsbürokraten typisch.

Das Gegenteil von Diskriminierung ist nämlich der Fall. Wer mit fremdem Nummernschild in einer Stadt unterwegs ist, kann auf mehr Rücksicht zählen. Ihm wird verziehen, wenn er sich falsch einordnet. Er wird auch leichter in die richtige Spur gewunken, als jene Einheimische, die sich Vorteile verschaffen wollen.

Neu ist auch, ab dem ersten Januar 2015 kann bei einem Umzug erstmalig das alte Kennzeichen mitgenommen werden. Früher musste mit jedem Umzug in einen anderen Landkreis oder in eine andere Stadt bei der zuständigen Kraftfahrzeugstelle eine neue Zifferntafel beantragt werden. Eine sinnvolle Vereinfachung. Wechseln doch pro Jahr über eine halbe Million Fahrzeuge allein ihr Kennzeichen deshalb, weil der Halter umgezogen ist.

Alte, längst vergessene Abkürzungen tauchen wieder auf


Seit einiger Zeit sind wieder alte Buchstabenkombinationen von Städten und Landkreisen wieder auf den Straßen zu sehen, die im Rahmen diverser Gebietsreformen aus dem Verkehr gezogen waren. Das tauchen alte Ortsnamen wie Wasserburg (WS) wieder auf, ist Wolfratshausen (WOR) an der Isar en vogue. So hatte jeder Teil in Deutschland Verlierer bei der Gebietsreform und die Auslöschung manch lieb gewonnener Städtenamen zu ertragen. Wer will, kann sich wieder um alte Orts- oder Kreisbuchstaben bemühen und seine regionale Verbundenheit zur Schau tragen.

Die Rätsel um Diplomaten-Kennzeichen


Was aber auch interessant ist, sind die Diplomanten-Kennzeichen. Nicht allein, dass sie von Knöllchen und Alkoholkontrollen befreit sind, anhand ihrer Buchstaben-Kombination kann man auf das Land und den Dienstgrad schließen. Die Tafel beginnt stets mit der Zahl Null 0 – und dann folgt das Herkunftsland. 10 für den Vatikan, die USA hat 17, Russland 140 oder Papua-Neuguinea 113. Danach kommt durch einen Querstrich getrennt ein Zahl, die so vergeben ist, dass der Botschafter die 1 trägt und so wird weiter durchnummeriert. Aber es braucht schonviel Geduld, bis man auf solche Schilder trifft – oder man wohnt in Berlin oder Bonn etwa.

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