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Die anschwellende Wut beim Tanken: Immer diese Abzocke beim Spritpreis zur R ...

Die anschwellende Wut beim Tanken: Immer diese Abzocke beim Spritpreis zur Reisezeit

Wolfgang Stegers
18.04.2014, 12:22 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Kaum bricht an Ostern, zu Pfingsten, über die Weihnachtstage oder zur Hauptferienzeit das Reisefieber aus, wird in trauter Eintracht an den Tankstellen der Spritpreis erhöht. Was früher eher gefühlt war, lässt sich jetzt, nachdem die Preise gemeldet werden müssen, auf Euro und Cent nachweisen. Der Markenführer Aral ist am teuersten, gefolgt von Shell und Esse, ÖMV und Agip. Jet und die Freien sorgen für Konkurrenz. Auch lassen sich anhand der bundesweiten Erhebungen regionale Unterschiede ausmachen. Aber das ändert nicht daran, dass bei den Kunden an den Zapfsäulen ohnmächtige Wut bleibt, wieder ein Mal abgezockt worden zu sein.

Ich muss ehrlich sagen, ich zahle nur noch mit Karte. Ich will es gar nicht mehr wissen, wenn an die hundert Euro nur für Sprit verbraten werden. Na klar weiß ich, die Augen zu verschließen, ist noch die schlechteste aller Lösung. Also was tun?

Tanktourismus sicher nicht als Dauerlösung


Ist Tanktourismus die Lösung? Sicherlich dann, wenn man auf der Fahrt gegen den Süden Österreich durchquert. Dann ist es wenig sinnvoll noch, dem Hinweis „Achtung Letzte Tankstelle vor der Grenze“ zu folgen und vollzutanken. Denn aufgrund des niedrigeren Steuersatzes lassen sich leicht 20 Cent und mehr pro Liter sparen, wenn direkt hinter der Grenze aufgetankt wird. (Auch sollte man sich nicht verleiten lassen, mit einer Batterie an Zusatzkanistern groß einzukaufen. Denn das ist Steuerbetrug. Erlaubt sind lediglich maximal 5 Liter im Kanister.)

Seltsamerweise – und dies geht auch aus den Erhebungen hervor – sind es gerade die Tankstellen Südbayerns, die zu den teuersten in Deutschland zählen, obwohl sie eigentlich die Konkurrenz zum Nachbarland fürchten müssen. Oder ist die schon abgeschrieben und dann ist es eh egal?

Höchsten Preise in schwach besiedelten Gebieten


Aber nicht nur im südbayerischen Grenzgebiet sind die bundesdeutschen Preise am höchsten. Das gilt auch für die Grenzregionen allgemein. Denn hier ist die Tankstellendichte gering und der Konkurrenzdruck auch. In den Metropolen ist er deutlich stärker. Vor allem dann, wenn aggressive Wettbewerber die Einfallstraße säumen. So rühmt sich die Jet-Kette immer um mindesten einen Cent günstiger zu sein, als die anderen Marken.

Lebensmittelmärkte beleben den Spritpreis


Auch beleben Cash&Carry-Großmärkte das Geschäft, wenn sie zusätzliche Benzin verkaufen. Ganz nach dem Motto, „wenn wir schon hier sind, machen wir auch den Wochenendeinkauf.“ Für Aldi, besser die österreichische Variante Hofer, trifft das weniger zu. Denn die Filiale in Bregenz am Bodensee wird nicht deshalb ausgesucht, weil sie auch billiges Benzin verkauft, weil Hofer/Aldi wegen der Lebensmittel und wechselnden Aktionen aufgesucht wird. Daher ist Bregenz neben Salzburg auch nur ein Einzelfall.

Die Hilflosigkeit wird auch dadurch deutlich, dass sich Tank-Umwege kaum lohnen. Denn der verfahrene Kraftstoff wiegt schnell die Kostenersparnis auf. Zwanzig Cent billiger pro Liter bei 60 Litern Kraftstoff, ergibt 12 €. Dafür erhält man keine zehn Liter Kraftstoff und bedeutet mehr als 100 Kilometer Wegstrecke.

Abends ist der Sprit am billigsten


Noch ärger sieht die Rechnung aus, wenn die billigste Tanke in der Stadt eigens angefahren wird und Umwege gefahren werden müssen, nur um zwei Cent pro Liter zu sparen. Daher der Tipp, immer dann Kraftstoff nachtanken, - und zwar abends zwischen 19 und 21 Uhr, denn dann sind generell die Preise am niedrigsten - wenn eine preisgünstige Zapfsäule an der Fahrstrecke liegt. Das kostet zwar Zeit und die Reichweite wird nicht voll genutzt, erübrigt aber die Tank-Umwege. Am Rande erwähnt, immer mit vollem Tank und daher viel Gewicht zu kutschieren, kostet Gewicht und auch Sprit.

Besser die Fahrweise ändern, als sich ärgern


Wenn man also den Preis nicht mittelbar beeinflussen kann und allenfalls die billigen Säulen ansteuert, so bieten doch Fahrweise und Fahrverhalten die größten Einsparpotenziale. Den Kofferraum entrümpeln, den richtigen Luftdruck wählen, umsichtig den Wagen beim vorausschauenden Fahren mehr rollen lassen als heftig beschleunigen und Gas geben, das sind die altbekannten Tipps. Die Erfolge lassen sich am Bordcomputer ablesen.

Super Plus muss nicht immer sein


Gespart kann auch werden, wenn das geschmähte E10 genutzt wird, sollte sich der Motor samt Benzinanlage dazu eigenen. Auch schadet es dem Motor nicht, ab und ab anstelle vom vorgeschriebenem Super Plus das einfache Super zu tanken. Die Motorelektronik erkennt ist und ändert die Zündzeitpunkte. Das gilt vor allem dann, wenn der Motor nicht so stark gefordert ist.

Frittenöl für den Diesel?


Billiges Pflanzenöl anstelle von Dieselsprit in den Tank zu kippen, ist weniger ratsam. Denn es kann zu Verkokungen an den Einspritzventilen und Ablagerungen anb der Common Rail Druckleitung kommen. Rußfilter und Reduktionskatalysator werden beschädigt und die Tankanlage samt Kraftstoffschläuchen auf Dauer ebenso.

Und natürlich andere Mobilitätsangebote nutzen, vom Fahrrad bis zum öffentlichen Nahverkehr. Ich bevorzuge das Zufußgehen – vom Sauseschritt bis zum Flanieren – Freude an der Bewegung, Spaß beim Schaufensterbummel. Und die Fahrt ins Grüne lass’ ich mir nicht vermiesen. Schöne, fröhliche Ostern!

1 Kommentar

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E 10 ist und bleibt ein Schwindel.
Ich kenne mehrere Fälle von Fahrern, die mit E 10 sparen wollten, es aber wieder gelassen haben, da sie wegen deutlich geringerer Reichweite mit Tankfüllung unterm Strich drauf gezahlt haben.
Das Politik und Industrie das hartnäckig leugnen ist bekannt, persönliche Erfahrung ist da glaubwürdiger.
Des weiteren kann E 10 nur von Neuwagen getankt werden. Wenn man ein älteres Auto oder einen Gebrauchtwagen fährt, sollte man es lassen.
Denn sowie ein spritführendes Teil am Auto irgendwann mal erneuert, getauscht wurde, weiß man nicht mehr, ob dies E 10 verträglich ist.
Der Fahrzeughersteller bescheinigt E 10 Verträglichkeit nur für seine Autos im Originalzustand, nicht für erneuerte Teile.
  • 18.04.2014, 08:44 Uhr
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