wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Handy am Steuer: Die größte Versuchung beim Autofahren seit Adams Apfelbiss

Handy am Steuer: Die größte Versuchung beim Autofahren seit Adams Apfelbiss

Wolfgang Stegers
29.04.2014, 17:52 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Dieser Versuchung während der Fahrt mit dem Auto ist nur schwer zu widerstehen: Das Handy bimmelt, es schrillt der Alarm für eine empfangene SMS, Facebook nervt. Gefühlt ist nahezu jeder Zehnte während der Fahrt mit seinem Handy oder Smartphone beschäftigt. Aber alle wissen wie gefährlich es ist. Dass trotz dieser Einsicht die Regel für einen selbst oftmals nicht gilt, muss tiefere Ursachen haben. Es muss in der Psychologie des Menschen liegen.

Wo liegt der Schwerpunkt unserer Konzentration?


Was wird ausgelöst, wenn wir uns vom dem Telefon so bestimmen lassen? Für Viele scheint es oberste Priorität zu haben. Unsere Konzentration ist gleichzeitig auf das Steuern und Bedienen des Wagens sowie die sichere Fahrt durch den Verkehr vollauf ausgelastet. Unterschätzen wir die Gefahren der Ablenkung? Überschätzen wir unsere Fähigkeiten? Ist Multitasking eigentlich möglich?

Das sollen ja eigentlich die Frauen besser beherrschen. Während die Männer die besseren Autofahrer sein wollen.

Multitasking und multiple Ressourcen


Multitasking sagt ja, man könne mehrere Dinge gleichzeitig tun. Eine Zigarette rauchen, Musik im Hintergrund hören und sich angeregt mit Freunden unterhalten, das mag ja noch angehen. Aber Rauchen und Autofahren meinen die Skandinavier, geht nicht. Radiohören schon. Aber ist es nicht schon so, dass bei schwierigen Verkehrssituationen die Lautstärke heruntergedreht wird und dass beim Einparken nicht mehr zugehört wird? Die Verkehrspsychologen sprechen davon, dass die „multiplen Ressourcen“ ausgeschöpft sind und sich nicht mehr genügend auf die Aufgabe konzentriert werden kann.

Viele Studien haben schon gezeigt, was uns alles beim Autofahren ablenken kann. Im Laufe der Zeit wurde das Auto immer komplexer, die Anforderungen ans Fahren immer anspruchsvoller, der Verkehr dichter, die Geschwindigkeiten höher. Gleichzeitig ist das Infotainmentsystem vom einfachen Radio und Kassettenrekorder zur Schaltzentrale für Navigationssysteme, Telefonzentrale, Unterhaltungscomputer und Onlinedienst gewachsen.

Besser Fahren mit Alkohol im Hirn als mit Handy am Ohr


Eine Studie an der amerikanischen Universität von Utah hat gezeigt, dass tendenziell die Benutzung eines Mobiltelefons zu schlechteren Fahrleistungen führt, als eine geringere Alkoholisierung. Der Alkoholpegel der Testgruppe lag bei 0,8 Promille – ein Wert, der in den USA noch als „legal“ gilt. Untersucht wurde als Fahrleistung im Simulator die Fahrgeschwindigkeit, der Abstand zum vorausfahrenden Auto und die Energie, mit der gebremst wurde.

Herausgefunden wurde auch, das Fahrer, die während der Testfahrt im Simulator eine Freisprechanlage benutzten, viele Objekte schlichtweg übersehen. Sowohl für die Fahrt wichtige als auch unbedeutende. Dazu gehören Lastwagen, Fußgänger, Schilder oder auch Reklametafeln. Die Forscher in Utah vermuten, dass beim Telefonieren „die Informationsverarbeitung bezüglich weniger relevanter Informationen beim Telefonieren während des Fahrens eingeschränkt ist“.

Aufs Telefonieren verzichten


Wenn nun ein kritisches Objekt während des Fahrens beim gleichzeitigen Telefonieren selbst mit Freisprecheinrichtung nicht wahrgenommen wird, kann dies gefährlich werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, verzichtet frau/man am besten auf das Gespräch – oder macht mal auf einer langen Tour eine Pause und ruft dann zurück.

Konzentration auf eine Sache


Ach ja, fast hätte ich die Multitasking-Akrobaten noch vergessen. Auch für diese Superfrauen oder diesen Superman gibt es Interessantes aus den Labors der Psychologen zu berichten. Ausgerechnet diejenigen, die gern mehrere Dinge gleichzeitig erledigen, sind darin nicht besonders gut. Wer glaubt, er sei besonders gut und beherrsche das Multitasking, ist besonders schlecht in der Ausführung. Denn er lässt sich sehr leicht ablenken und vernachlässigt die wichtigere Aufgabe. Wie sagt der Volksmund? Mach eins, aber dann richtig!

4 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Was vom eigentliche Auto fahren ablenkt, die Konzentration beeinflusst, ist der Inhalt des Gesprächs.
Einfache Rechenaufgaben, über Freisprecheinrichtung, haben die Fehlerquote beim fahren deutlich erhöht. Auch durch Studien belegt.
Was verboten ist, ist nur das Telefon am Ohr zu halten. Ob das die Unfallzahlen so erhöht? Das ablenkende Gespräch hat man auch mit Freisprecheinrichtung, ohne Telefon in der Hand.
  • 29.04.2014, 20:21 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Mit bluetooth ist das kein Thema, denke ich
  • 29.04.2014, 01:33 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
handy am steuer ist kriminell. zumal es jede menge freisprecheinrichtungen zu humanen presen gibt, die die gefährdung reduzieren!
  • 28.04.2014, 22:00 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Handy am Steuer für mich ein absolutes nogo .......... Habe ich noch nie gemacht. Muß auch bestraft werden !
  • 28.04.2014, 20:26 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren