Remember The Beatles - Auf Zebrastreifen gilt für Fahrradfahrer - schieben
Remember The Beatles - Auf Zebrastreifen gilt für Fahrradfahrer - schiebenFoto-Quelle: pdf/seniorbook

Bittere Punkte auch für Radfahrer: Von 5 Euro Bußgeld bis zum Radfahrverbot

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Willkommen auf Rudis Restrampe und der Miniaturausgabe des neuen Bußgeldkatalogs. Der Punkteatlas für Fahrradfahrer ist die Blaupause des der Autofahrer – nur alles viel billiger und eine Nummer kleiner. Das bedeutet weniger Punkte, geringere Bußgeldgelder. Aber Vorsicht, es kann ganz schön teuer werden. Denn auch der Führerschein - falls vorhanden - ist davon betroffen. Selbst das Verbot Fahrrad zu fahren kann ausgesprochen werden.

Freihändig am Lenker


Nicht nur Auto-Drängler und notorische Zu-schnell-Fahrer müssen blechen, auch Radl-Rambos geht es verstärkt an den Kragen, sprich an Geldbörse und Punktekonto. Es gibt einen eigenen Bußgeldkatalog für Radfahrer. Denn welches Auto braucht eine Klingel (15 Euro ohne), bei welchem ist freihändig fahren verboten (5 €)? Allerdings darf man auf dem Fahrrad seine Lieblingsmusik mit Kopfhörern in beiden Ohren hören. Zehn Euro sind nur dann fällig, wenn der Straßenverkehr nicht mehr ausreichend wahrgenommen wird. Übrigens gilt dies auch für Autofahrer. Bei rollenden Diskotheken sind 20 Euro fällig.

Der Bußgeld- und Punktekatalog für Fahrradfahrer

Der amtliche Bußgeldkatalog führt nicht sämtliche Ordnungswidrigkeiten von Radfahrern einzeln auf. Alle Verkehrsverstöße, für die Kraftfahrer eine Strafe von 35 Euro zahlen, halbieren sich bei Fahrradfahrern und Fußgängern. Falls der Bußgeldkatalog nichts anderes vorsieht, ist ein Verwarnungsgeld von 15 Euro fällig. Wer den amtlich beschilderten Radweg nicht benutzt und stattdessen auf der Straße fährt, zahlt mindestens 20 Euro. Das gilt auch für Rennradfahrer. Werden andere behindert (25 €), bei Gefährdung (30€), mit Unfallfolge oder Sachbeschädigung 35 €. Das Benutzen eines nicht vorschriftsmäßig ausgestatteten Fahrrads, wird mit 80 Euro geahndet. Dabei sind batteriebetriebene Lampen erlaubt und können den Dynamo ersetzen.

Bei Rot über die Ampel


Bei Rot über die Ampel ab 60 Euro. Wenn die Ampel länger als eine Sekunde Rot zeigte 100 Euro plus einem Punkt. Wenn es zu einem Unfall gekommen ist, 180 Euro plus einem Punkt.

Richtig teuer selbst für Radfahrer wird das Durchfahren geschlossener Halbschranken an einem Bahnübergang. 350 Euro und zusätzlich 2 Punkte im Flensburger Register.

Fahren über den Zebrastreifen


Auf dem Zebrastreifen haben Radfahrer keineswegs die gleichen Rechte wie ein Fußgänger. Das gilt nur, wenn sie absteigen und das Rad schieben. Wer mit dem Rad quer über die Zebrastreifen fahren will, muss den Autos die Vorfahrt lassen. Tut er es nicht und kommt es zu einem Unfall, kann er eine Mitschuld tragen. Ein Fahrverbot für Zebrastreifen (quer) gibt es nicht, so lange Radfahrer zu ihnen legal hinfahren. Verboten ist über den Bürgersteig zu fahren und fahrend den Zebrastreifen zu queren.

Radfahren nach Alkoholgenuss


Das Radfahren im betrunkenen Zustand ist keine Ordnungswidrigkeit sondern eine, wie schon mehrmals hierbei Seniorbook darauf hingewiesen, eine Straftat. Die absolute Fahruntauglichkeit beginnt hier bei 1,6 Promille. Die Grenze kann aber auch niedriger angesetzt werden, wenn eine absolute Fahrunsicherheit mit Ausfallerscheinungen, Fahrfehlern oder einem Unfall festgestellt wurde. Dann kann der Radfahrer auch vor Gericht angeklagt werden.

Auch das Radfahrverbot kann drohen


Ab 1,6 Promille Alkohol im Blut wird die Straßenverkehrsbehörde außerdem eine medizinisch-psychologische Untersuchung, MPU, verlangen. Die Polizei darf den Führerschein nicht kassieren. Abhängig vom Ergebnis MPU (durchgefallen, verweigert) wird die Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge aufgehoben und damit der Führerschein eingezogen. Es ist sogar möglich ein Radfahrverbot anzuordnen.