Polizeikontrollen im Ausland können sehr haarig sein: Freundlichkeit und Ein ...
Polizeikontrollen im Ausland können sehr haarig sein: Freundlichkeit und Einsicht helfen weiterFoto-Quelle: Bulgarian embassy/seniorbook

Verkehrssünden im Ausland richtig teuer (II): Ab 70 Euro vollstreckt

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Verglichen mit einigen anderen europäischen Ländern ist Deutschland ein Paradies. Besonders was die Strafen bei Verkehrssünden anbelangt. Als deutscher Autofahrer sollte man sich bei unseren Nachbarn nicht so sicher fühlen, dass nichts passiert. Denn Ab 70 Euro aufwärts werden die Knöllchen daheim vollstreckt und kassiert. Punkte aber fallen (noch) nicht an

In einigen Ländern fallen Bußgelder für Verkehrsverstöße deutlich höher aus als in Deutschland. Vor allem in Skandinavien kann es richtig teuer werden. Spitzenreiter hier ist Norwegen. Für zu schnelles Fahren werden mindestens 430 Euro, für Rotlicht- und Überholverstöße 630 Euro berechnet. Aber auch in Italien, in den Niederlanden oder in der Schweiz liegen Sanktionen für Verkehrsverstöße teilweise erheblich über deutschem Niveau.

Rabatt bei schnellem Zahlen


Manche Länder bieten bei sofortiger Bezahlung Rabatte an: In Spanien werden nur 50 Prozent des Bußgeldes fällig, wenn die Bezahlung innerhalb von 20 Tagen erfolgt. Bezahlt man in Italien binnen fünf Tagen ab Erhalt des Bußgeldbescheids, wird ein Rabatt von 30 Prozent gewährt. Wer dort aber nicht innerhalb von 60 Tagen bezahlt, muss mit einem doppelten Bußgeld rechnen. Frankreich gewährt Ermäßigungen bei Zahlung innerhalb von 15 Tagen.

Telefonieren während der Fahrt


In allen europäischen Ländern gilt: Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung ist verboten. In Schweden werden seit kurzem ebenfalls Strafen für das Telefonieren am Steuer verhängt, vor allem dann, wenn durch das Telefonieren das Fahrverhalten des Fahrers negativ beeinflusst wird.

Hohe Strafen, aber keine Punkte


Seit 2010 werden nichtbezahlte Bußgelder aus den anderen 27 EU-Ländern in Deutschland vollstreckt. Bis Ende 2013 wurden rund 18 000 sogenannte Vollstreckungshilfeersuchen wegen nichtbezahlter Geldbußen und -strafen an Deutschland gerichtet. Der Mindestbetrag für die Vollstreckung muss sich auf mindestens 70 Euro inklusive Verfahrenskosten belaufen. Punkte in Flensburg gibt es für Verkehrsverstöße im Ausland nicht. Eine durch die EU-Behörden angestrebte Regelung ist bisher wegen unterschiedlicher Rechtsauffassungen bisher noch nicht zustande gekommen.