Hunde im Auto können zur Gefahr werden
Hunde im Auto können zur Gefahr werdenFoto-Quelle: Allianz/seniorbook

Autounfall mit Hund: Wenn Bello zur fliegenden Granate wird

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Wir Bundesdeutsche sind auf den Hund gekommen. Kaum eine Zeitschrift beschäftigt sich nicht mit dem geliebten Vierbeiner. In den Lebensmittelmärkten quillen die Regale mit Hundenahrung über. Eine ganze Industrie lebt vom Hund. Des Menschen bester Freund kann das Leben glücklicher machen. Für viele ist er als Familienmitglied anerkannt und wichtiger denn je.
In rund 13 Prozent der deutschen Haushalte leben ca. 5,3 Millionen Hunde. Das sind mehr als Kinder im Vorschulalter. Alle diese Vierbeiner begleiten „Herrchen“ und „Frauchen“ beim Spaziergang, Einkauf, Fahrradfahren und natürlich auch im Auto. Aber wie sind die Vierbeiner im Fahrzeug am besten geschützt?

Diese Frage wollte ein großer Versicherer in einem Crashtest erklären und fuhr Hunde gegen die Wand. Natürlich wurden bei dem Test keine lebenden oder toten Hunde verwendet. Ausgesucht hatten die Sicherheitstechniker einen sogenannten Dummy. Diese 35-Klio schweren Hundepuppe namens Rex sollte zeigen, was mit ihr beim Aufprall passiert.

Große Hunde werden zur tonnenschweren Granate


Ein Unfall mit 40 km/h zeigt überdeutlich, wie gefährlich es für Hund und Insassen werden kann, wenn Rex ohne Sicherung im Auto mitfährt. Ungebremst fliegt der 35 Kilogramm schwere Hunde-Dummy von der hinteren Sitzreihe ins Armaturenbrett. Der Aufprall ist so hart, dass Knöpfe und Schalter abknicken, die Mittelkonsole bricht und der Schalthebel des Getriebes abgerissen wird. Aufgrund des abrupten Stopps vervielfacht sich das ursprüngliche Gewicht bei dem Aufprall auf 1,6 Tonnen. Das ist nicht nur für den Vierbeiner tödlich, sondern kann auch bei den Insassen für schwerste Verletzungen sorgen, wenn der Hund mit dieser Wucht gegen den Vordersitz gedrückt wird.

Kleine Bellos kann das Hundegschirr halten


Mehr Glück hatte der nur sieben Kilogramm schwere Hunde-Dummy Markus, der auf der Rückbank mit einem Hundegeschirr gesichert war. Im Crashtest berührte er zwar den Sitz vor ihm, da die Gurtsysteme prinzipiell große Bewegungsfreiheiten erlauben, wurde aber an Ort und Stelle sicher gehalten.

Sicherungspflicht für Hunde


Hundehalter sind auch per Gesetz dazu verpflichtet, ihren vierbeinigen Begleiter im Auto zu sichern. Der Grund: Hunde gelten dem Gesetzgeber nach als Ladung – und diese muss ordnungsgemäß verstaut werden. Doch nicht alle auf dem Markt angebotenen Systeme sichern den tierischen Insassen gleichermaßen gut.

Boxen und Gitterstäbe


Den sogenannten "Hundesicherheitsgurt" empfiehlt die Allianz-Versicherung nur für Hunde bis zu einem Gewicht von maximal zwölf Kilogramm. Aus Sicht der Experten ist der Transport in der Hundebox die sicherste Variante. Einfache Drahtgitterboxen, die nicht explizit zur Sicherung angeboten werden, sind dabei jedoch nicht ausreichend. Die Gitter können sich bei einem Unfall verbiegen, die schmalen Drahtgitterstäbe für den Hund zu einer zusätzlichen Gefahr werden.
Ob Hundegeschirr oder Transportbox, wichtig bei allen Sicherungsmethoden ist, dass sie GS-geprüft sind. Darüber hinaus sollten Käufer auf das Siegel eines Prüfinstituts wie TÜV oder Dekra achten. Diese garantieren, dass die Systeme unter Unfallbedingungen getestet wurden – und damit Hund und Herrchen im Falle eines Falles bestmöglich geschützt sind.