Vorsicht Hintermann: Fürs Einparken hat sich die Rückfahrkamera durchgesetzt ...
Vorsicht Hintermann: Fürs Einparken hat sich die Rückfahrkamera durchgesetzt - selbst bei KleinwangenFoto-Quelle: Peugeot/seniorbook

Der Kleinwagen Peugeot 108: Auf zu neuer Größe

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Als Zwilling hat man es ja schon schwer. Man denke etwa an den Toyota GT 86 und seinen eineiigen Bruder, den Subaru CRZ. Nun, der Weltmarktführer Toyota ist mit Subaru über eine Kapitalverflechtung verbandelt, ähnlich wie Mercedes und Renault. Aber Drillinge? Hier der Toyota Aygo und dann der Citroen C1 und der Peugeot 108.

Citroen, Peugeot und Toyota


Wenn auch Citroen und Peugeot durchaus im Wettbewerb stehen, so stammen sie doch aus einer Firma, dem PSA Konzern. Ähnlich wie Volkswagen, Skoda und Seat. Dennoch, die Dreieinigkeit von Aygo, C1 und 108 muss ihre Unterschiede herausarbeiten und pflegen. Es gilt für jeden, sich optisch so aufzuputzen, um nicht verwechselt zu werden. So pflegen sie ihre Familienband und wollen als Mitglied ihrer Marke wahrgenommen werden – eben als typischer Toyota, Citroen oder Peugeot.

Kleinwagen-Geschichte: Bereits die zweite Generation der pfiffigen Stadtflitzer


Die Liaison zwischen Toyota und dem französischen PSA-Konzern geht jetzt in die zweite Generation. Schon die Vorgänger hatten sich vor knapp zehn Jahren zusammengetan und gemeinsam einen Kleinwagen auf Kiel gelegt. Das spart gigantische Entwicklungskosten. Die Gewinnzone ist schneller erreicht. Gebaut und ausgestattet werden die Kleinwagen in Kolin, Tschechien, knapp 70 Kilometer östlich von Prag. Der Peugeot nannte sich damals noch 107, hat sich als 108 jetzt der neuen Zahlenklatur mit der laufenden 8 für alle Modelle angepasst.

Kleinwagen-Komfort: Lederausstattung und Fünftürer


Wenn auch für jede Marke die Kosten minimiert wurden, so haben die drei Automobilfirmen keine Mühen gescheut, ihren Kleinwagen auch den Appeal von Luxus und Komfort angedeihen zu lassen. Gerade der Peugeot kann mit Lederausstattung (400 Euro Aufpreis) mit Zweifachlackierung, großem Rollschiebedach, elektrischen Fensterhebern und dergleichen mehr aufzuwarten. Denn Marktstrategen haben beobachtet, dass die deutschen Verkäufe in diesem Sektor der A-Klasse im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent auf 223.000 angezogen haben. Der Trend spricht für die Kleinen. Kleine Wagen wollen auch etwas bieten und kommen groß raus..

Kleinwagen-Preise: Die Spanne reicht von 8.900 bis 14.950 Euro


Vor zehn Jahren noch waren die Kleinwagen vor allem funktional. Die einfachste und vor allem preiswerteste Form der individuellen Mobilität. Das bietet der 108 in seiner Grundausstattung zum Preis von unter 9.000 Euro immer noch. Aber wer einen solchen Kleinwagen sein eigen nennen will und ihn vielleicht auch länger fahren möchte, weiß dann die Annehmlichkeiten einer höheren Ausstattung, wie sie die verschiedenen Linien anbieten, zu schätzen. Aber schon in der Grundausstattung zählt der 108 zu den Besten seiner Klasse. Klimaanlage, Nebelscheinwerfer multifunktionaler Touchscreen, USB-Anschluss Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Bordcomputer und dergleichen mehr, lassen den Preis schon hochschnellen. Bei 14.950 Euro ist dann beim Peugeot 108 die Messlatte erreicht. Am Ende wird sich zwischen den beiden Extremen die individuelle Konfiguration einpendeln.

Kleinwagen-Luxus: Mit Rückfahrkamera und Smartphone-Anschluss


Der Peugeot will auch „wertig“ erscheinen. „Value for money“ sagen die Amerikaner und wir haben das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dazu gehören dann die erwähnten „Features“, Zubehör und Assistenzsysteme, die jetzt auch von den so genannten Kleinwagen-Kunden erwartet werden und auf die man nicht verzichten will. Wer Schwierigkeiten mit dem Einparken hat und sich beim Blick zurück über die Schulter keinen Hexenschuss einhandeln oder verrenken will, der braucht einer Rückfahrkamera. Dazu ist dann der Touchscreen notwendig. Das zieht dann oft noch weiteres Zubehör nach sich, wie zum Beispiel die Integration des Smartphones.

Kleinwagen-Motoren: Zwei Benziner Dreizylinder


Das alles bietet der Peugeot. Derlei Vielfalt wird bei den Motoren nicht offeriert. Hier kann man zwischen zwei Motoren wählen. Die beiden Partner haben jeweils einen Motor mit in das Projekt gebracht. Beide sind, wie bei Kleinwagen üblich, Benziner, beides Dreizylinder. Das Toyota-Triebwerk schöpft aus einem Liter Hubraum 51kW beziehungsweise 69 PS, während der PSA-Motor mit 1,2 Liter Hubraum 60 kw oder 82 PS bereitstellt. Den 1.0 l Benziner gibt es zusätzlich mit dem Stop & Start-System und alternativ mit einem automatisierten Fünfgang-Umschlingungsgetriebe. Das CVT-Getriebe stammt von Toyota und ist in Asien sehr beliebt.

Kleinwagen-Lust: Cabriofeeling dank großem Stoffverdeck


Effizient sind die Motoren. Ihr kombinierter Norm-Verbrauch pendelt zwischen 4,3 und 3,8 Litern. Gleichzeitig beschleunigt der Peugeot mit dem PSA-Motor in passablen elf Sekunden auf Tempo 100 und fährt 170 km/h Spitze. Auch bei den Unterhaltskosten ist der Stadtflitzer von Peugeot wirtschaftlich. Die jährliche Kfz-Steuer für Kleinwagen beträgt für den 1,2 Pure Tech 32 Euro.

Für diese frechen bunten Kleinwagen scheint der Ausblick durchaus optimistisch. Nicht allein wegen des großen Schiebedachs. Das Stoffverdeck lässt sich in zwei Stufen nahezu über den gesamten Innenraum öffnen. Das kommen Sonne und Frischluft herein – gute Laune ist bei diesem beinahe Cabrio im Kleinwagen-Format garantiert.