Die Vielfalt der Spritsorten an der Tanke kann im Ausland zu Verwirrung sorg ...
Die Vielfalt der Spritsorten an der Tanke kann im Ausland zu Verwirrung sorgenFoto-Quelle: seniorbook/WS

Das ABC des Sprits im Ausland: Der richtige Kraftstoff fürs Auto

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Benzin oder Diesel, Super oder Super Plus, Power Diesel, Erdgas (CNG), Autogas, Flüssiggas (LPG) das sind die gemeinen Sorten an den deutschen Tankstellen. Mit Ach und Krach beherrscht man das ABC an den Zapfsäulen. Ins Schwitzen kommt man aber schnell, wenn im Ausland Kraftstoff in den Tank fließen soll.

Schon im deutschen Sprachgebiet Österreich ist der Ofendiesel einen lockende Verführung, ist er doch auch an der Tankstelle zu zapfen – aber das pure Heizöl. Finger weg davon. Auch bei unseren Nachbarn steuerbegünstigt und damit deutlich preiswerter, aber nicht zum Fahren sondern zum Heizen bestimmt und modernen, direkteinspritzenden Dieselmotoren schadet es.

Bei Gasfahrzeugen ist es einfach


Mit den Gasfahrzeugen tut man sich – fall eine Zapfstelle vorhanden – recht leicht. Dann hier heißt Erdgas CNG – Compressed Natural Gas, so wie es immer mehr bei uns ausgeschildert ist. In Italien mit ausreichend vielen Zapfstellen heißt Erdgas auch M und steht für Methan, dem Hauptbestandteil. Das Flüssiggas nennt sich LPG – Liquid Petrol Gas, also auch hier eher wenig Probleme.

Auf Oktan- und Cetanzahl achten


Aber „Nafta“, „Essence“ und „Stars“ geben doch schon Rätsel auf – zumal die Folgen bei einer Falschbetankung schwer wiegend sind und oft Motorschäden nach sich ziehen. Allgemein gilt bei Blick auf die ausländischen Zapfsäulen weniger auf den Preis als viel mehr auf zwei Zahlen achten: die Oktan- und die Cetanzahl achten. Oktan wird für Benzin verwandt und Cetan für Diesel und beschreibt die Zündwilligkeit.

Oktan 91entspricht dem Normalbenzin, jene Sorte, die in Deutschland nicht mehr verkauft wird. Hier 95 Super und 98 Super Plus angeboten.

Cetan bei Diesel ist 50, ältere Motoren vertragen auch Cetan 40.

Frankreich: Essence und Gazole


„Benzine“ heißt es nicht überall in Frankreich. Bisweilen steht auch „Essence“ für Benzin. Diesel nennt sich „Gasoil“ oder „Gazole“. „Nafta“ für Diesel ist sehr verbreitet. In den östlichen Ländern von der Ukraine bis Tschechien, Russland bis Slowenien. In Großbritannien findet sich bisweilen „Derv“ für Diesel.
Verwirrend ist die Bezeichnung auf der iberischen Halbinsel, in Spanien und Portugal. „Gasolina“ steht für Benzin und „Gasoleo“ für Diesel. Da muss man achtgeben, um nicht den falschen Sprit zu einzufüllen.

Falschbetankung – was tun?


Wer einen Ottomotor mit Diesel betankt oder einem Selbstzündermotor nach dem Prinzip von Rudolf Diesel mit Benzin gefüllt, sollte auf jeden Fall sofort den Tank leeren oder ihn auspumpen. Am besten noch an der Tankstelle, bevor der Motor wieder angelassen worden ist.

Zwar verträgt ein älterer Dieselmotor ein Benzinbeimischung (ist ja auch ein probates Mittel beim Winter-Diesel, um das Ausflocken des Paraffins bei tiefen Temperaturen zu verhindern), aber schon schnell erleidet der Motor Kolbenschäden. Aber am Ablassen kommt man nicht vorbei. In der Regel muss auch der Kraftstoff aus dem Einspritzsystem entfernt werden.

Diesel in einen Benziner - kaum möglich


Man muss sich schon ganz dumm anstellen, um einen Benzinmotor mit Diesel-Kraftstoff zu füllen. Die Zapfpistole ist nämlich wesentlich dicker und passt in der Regel nicht in den Einfüllstutzen. Ist es doch geschehen, hilft nur eins, stoppen und den Tank auszupumpen.

Aber auch hier gilt, bevor gestartet wurde, den Tank entleeren, denn dann sind keine Folgeschäden zu befürchten. Dennoch ist es für kurze Strecken möglich, vorsichtig mit Diesel im Tank einen Benzinmotor laufen zu lassen. Es hängt davon ab wie viel Restbenzin noch im Tank war. War es relativ viel, kann bei laufendem Nachtanken mit dem richtigen Treibstoff, dem Benzin also, gefahren werden.

Nur Super anstelle von Super Plus - schadet das?


Keine Probleme hat zu befürchten, wer anstellen von Super Plus 98 nur Plus 95 tankt. Die Elektronik moderner Fahrzeuge kann dies ausgleichen und Schäden, mit Ausnahme eines erhöhten Verbrauchs, sind nicht zu befürchten, vorausgesetzt es wird nicht ausschließlich getan und dem Motor keine Höchstleistung abverlangt.