In geselliger Runde verliert man leicht den Überblick über die Maßn
In geselliger Runde verliert man leicht den Überblick über die MaßnFoto-Quelle: WS/seniorbook

Alkoholtester im Auto: Erst pusten dann starten. Aber nur bei null Promille?

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Im vergangenen Jahr ereigneten sich 15 500 Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. Die Zahl der Toten ist in der ersten Hälfte 2014 sehr stark gestiegen. So lässt Verkehrsminister Alexander Dobrindt den Einbau von Alkolockern prüfen.

Der Herbst ist die Zeit der Wein- und Schützenfeste, von Kirmes und Erntedank und auch auf der Wiesn strömen die Hektoliter in die Bierkrüge. Dass bei solchen alkoholischen Großveranstaltungen die Zahl der Polizeikontrollen die Promillegrenzen überschreiten und massenhaft zum Alkoholtest gebeten wird, muss Jedem klar sein. Schlimmer sind da schon die Kontrollen, wenn eben nicht mit ihnen gerechnet wird.

Alkolocker für Ertappte: Der Einbau wird zur Pflicht


Aber angesichts der gestiegenen Verkehrstoten in diesem Jahr – mit 914 der höchsten Zahl nach der Vereinigung in den ersten vier Monaten -, sieht Verkehrsminister Alexander Dobrindt Handlungsbedarf. So will er jetzt prüfen lassen, ob nicht Zündsperren bei einmal ertappten Alkoholsündern an deren Lenkradschloss angebracht werden müssen. So soll derjenige, der sich alkoholisiert hinters Steuer setzt, den Wagen nicht starten können.

Alkoholocker scharf gestellt: Null-Promille-Grenze


Im Verkehrsministerium denkt man darüber nach, ob die Alkoholsünder überhaupt erst dann ihren Führerschein wieder erhalten können, wenn sie zuvor nachgewiesen haben, dass sie einen Alkolock eingebaut haben. Der prüft die Atemluft und gibt das Zündschloss und die Zündung vor Antritt einer Fahrt erst dann frei, ist der Alkoholgehalt in der Atemluft des Fahrers geprüft. Unlängst hat der Minister der Passauer Neuer Presse dazu gesagt, der Wagen könne nur „bei null Promille“ gestartet werden. Immer wieder wird die „Null-Promille-Grenze“, nicht nur für zuvor auffällige, sondern für alle Autofahrer diskutiert.

Alkolocker bei Volvo: In Skandinavien verbreitet


Der schwedische Automobilbauer Volvo hatte einst den vielgelobten Alcolock in seinem Zubehörprogramm. Er wurde aber „wegen Erfolgslosigkeit“ herausgenommen, weil, so Pressesprecher Michael Schweitzer, „auf dem deutschen Markt hierfür keine Nachfrage bestand“. Die ist in den skandinavischen Ländern vorhanden. Allerdings mehr bei den Flottenbetreibern, das heißt bei Firmen, die für ihren Kundendienst oder ihre Vertreter Dienstwagen zur Verfügung stellen.

Alkolocker im Kopf: Röhrchenpflicht in Frankreich abgeschafft


In Frankreich galt für wenige Monate die Pflicht, zwei Alkoholtester im Handschuhfach seines Fahrzeugs mitzuführen. Damit appellierte die Regierung an die Autofahrer auf ihre Einsicht, sie nach dem Genuss alkoholischer Getränke selbst zu testen und das Auto stehen zu lassen, sollte der gesetzliche Grenzwert überschritten sein.

Ob Maut-Dobrindt seinen Vorschlag durchbringen wird und ob dieser überhaupt realisiert und von den zuständigen Behörden abgesegnet werden kann, ist ungewiss.