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Im Alter raus aus dem Auto und Umsteigen aufs Schaukelpferd? Das kann es doc ...

Autofahren im Alter: Mit persönlichen Tricks sicher im Verkehr

Von Wolfgang Stegers - Mittwoch, 24.09.2014 - 08:56 Uhr

Es sagt sich’s leicht, ab 68 nicht mehr hinters Steuer. Oder Lappen weg mit 70. Dabei wissen Unfallforscher, dass Ältere mit mehr Umsicht und weniger Risiko fahren. Erstaunlich: Sie entwickeln sogar eigene Strategien, um sich sicher im Verkehr zu bewegen.

Der demographische Wandel ist mitten unter uns. Und wir sind Teil davon. Altersforscher warnen schon seit langem, dass sich die Gesellschaft diesen neuen Herausforderungen stellen müsse. Wir haben es mit einer völlig neuen Generation zu tun. Ein großes Thema dabei ist die individuelle Mobilität. Sie ist ein Teil der Freiheit des Menschen und für viele auch Notwendigkeit, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und für sich selbst zu sorgen. Aber auch der Fahrgenuss steht bei Älteren noch ganz oben.

Das Automobil nimmt nicht nur für Landbewohner eine zentrale Stellung ein. Aber was tun, wenn die Sehschärfe nachlässt, Bewegungen eingeschränkt sind, die eigene Aufnahmekapazität geringer wird und sich die Reaktionsgeschwindigkeit verlangsamt?

Ältere Autofahrer haben dabei, so fanden Forscher heraus, ihre ganz eigene Strategie entwickelt, wie solch aufkommende Einschränkungen kompensieren können. Denn anhand der Unfallzahlen lassen sich keine signifikanten Daten herauslesen, dass ältere Fahrer häufiger in Unfälle verwickelt seien als junge Heißsporne. Auch zweifeln Experten immer stärker daran, ob es sinnvoll ist, ab einem bestimmten Alter etwa das Autofahren zu verbieten.

Erfahrung von über einer Million Kilometer


Wie mental fit Autolenker ihre Aufgaben beim Fahren bewältigen können Verkehrspsychologen anhand von Testfahrten im Simulator und Checklisten herausfinden. Da passiert es durchaus, dass junge Fahrer herausfallen, während ein 75-Jähriger mit über einer Million Kilometer auf dem Buckel die Aufgaben mit Bravour besteht. „80-jährige sind durchaus noch in der Lage ein Auto durch den Verkehr bewegen“, etwa Kai Schulte vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Er lehnt eine festgelegte Altersgrenze entschieden ab.

Dennoch seien Schwächen nicht wegzudiskutieren. Wie etwa Reaktionsschnelligkeit im Kreuzungsbereich. Oder kurzfristig sehr komplexe Verkehrssituation aufzulösen und sich so zu verhalten, sie dann auch fehler- und unfallfrei zu bewältigen. Solche und ähnliche Erfahrungen hat schon jeder gemacht. Wenn ich etwa unter Zeitdruck stehe. ich mich in einer fremden Stadt orientieren muss, während ein chaotisch erscheinender Verkehr um mich herum an mir vorbeirast. Nicht Panik, aber Schweiß bricht da schon aus.

Mitdenkende und helfende Assistenzsysteme


Natürlich liegt es an den zuständigen Straßenämtern, nicht nur den ortsfremden sondern jedem Verkehrsteilnehmer Hilfestellungen zu leisten, um sich leicht und sicher im Verkehr zu bewegen. Eindeutige Hinweise, keine Überflutung mit Schildern und nicht abrupt verschränkende Spuren gehören dazu. Auch Automobilingenieure versuchen ihre Fahrzeuge immer „intelligenter“ zu machen und das Fahren zu erleichtern. Diverse Assistenzsysteme geben Hilfestellungen, lassen Warnungen ertönen, greifen schon mal ins Lenkrad oder treten auf die Bremse. Sie parken automatisch ein oder tauchen die Straße in ein gleißend helles Licht, ohne andere zu blenden.

Entspanntes Mitschwimmen im Strom


Erstaunlicher aber, auch die Fahrer selbst entwickeln ihre eigenen Strategien. Damit können sie eigene Schwächen kompensieren. So meint Sicherheitsexperte Schulte, dass es durchaus von Vorteil sein kann, einen kleinen Umweg zu fahren. Statt einmal links, könne man auch drei Mal rechts abbiegen. Oder umgekehrt. Manche Fahrer benutzen gut ausgebaute Ringstraßen, um im Verkehr mitzuschwimmen und möglichst kreuzungsfrei zu fahren. Das gilt auch für die Benutzung von Autobahnen. Aus gutem Grund sind sie sicherer als Landstraßen.

Nicht ablenken lassen


Mit den Beispielen beschreibt der Fachmann anschaulich, wie man brenzligen Situationen aus dem Weg gehen kann. Wenn man sich sicher fühlt, kehrt auch Gelassenheit beim Fahren ein. Und wer sich vom Fahren nicht ablenken lässt und voll konzentriert bleibt, der hat auch Freude am Fahren.

PS Und manchmal schadet es ja auch keinem älteren wie jüngeren Fahrer, als Beifahrer, als Copilot, mit im Auto zu sitzen und darüber zu diskutieren, was der eine hatte gut und was man selbst hätte besser machen können.

3 Kommentare

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Wie sagte die Oma zum Opa als sie die ganzen Autos hinter sich gesehen hat. Du fährst noch ganz schön Auto. Die Fahrzeuge hinter uns fahren auch nicht schneller.
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Ich Selber bin Gehbehindert und 81Jahre wenn ich keine Automatick hätte dann käme ich niergents mehr hin noch nicht mal zum Arzt wo ich mindestens 2xdie woche muß hin zum Glück sind meine Augen
noch gut. Aber Rasen ist bei mir nichtz mehr drinn.Ich habe mit 18 Jahren meinen Führerschein erhalten Ich habe etwas mehr als
1 500 000 Km hintermich gebracht, es wäre schlimmer für mich
wenn ich kein Auto mehr fahren könte als der Tot. Auf LKW und Buß
sowie Mottorrad kann ich heute sehr gut verzichten,aber nicht auf meinen PKW. Ich Glaube das dies einem manschem Alte Autofahrer
so Ergeht.
Man muß nicht rasen, um an sein Ziel zu gelangen. Man sollte aber auch keine "Verkehrsbremse" darstellen. Da ich beruflich viel mit dem Pkw unterwegs bin, stelle ich oftmals fest, das eine ganze Reihe älterer Leute mit dem heutigen Verkehr nicht mehr klar kommen. Sie müssen unbedingt in den Stoßzeiten zu Einkaufen, zum Arzt oder sonst wo hin. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn man ab einem bestimmten Alter zu sogenanten Reaktionstest müßte, was ja Berufskrafzfahrer ja auch müssen. Es ist in meinen Augen keine diskriminierung sonder eine Vorsorge, damit ich mein Leben noch länger genießen kann. Was nützt es mir, wenn ich durch meine zu langsame Reaktion in einen Unfall mit Todesfolge wewckelt werde? Dann sollte man sich lieber ein Taxi leisten, wenn man mit den öffentlichen VM nicht mehr an sein Ziel kommt. Auch ohne Auto geht das Leben weiter. Ich muß mir keine Vorwürfe machen, das durch mein zu langsames Handeln ein anderer Mensch sein Leben lassen mußte.
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