Die Top 3 beim Autodiebstahl:  Frankfurt/Oder, Görlitz, Berlin
Die Top 3 beim Autodiebstahl: Frankfurt/Oder, Görlitz, BerlinFoto-Quelle: RioPatuca Images - Fotolia

Die Top 3 beim Autodiebstahl: Frankfurt/Oder, Görlitz, Berlin

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Jeden Tag werden in Deutschland 103 Autos gestohlen. Das sind 1 Personenwagen alle 14 Minuten oder 37.427. Besonders in deutschen Großstädten grassiert der Autoklau. Spitzenreiter ist hier Frankfurt an der Oder, gefolgt von Görlitz. Aber Vorsicht auch in Berlin und Aachen.

Im Osten nichts Neues. Hier liegen die Hochburgen beim Autoklau. Frankfurt an der Order, Görlitz, Berlin und Potsdam führen die Hitparade der gestohlenen Fahrzeuge an. Die Bundeshauptstadt ist mit 6.659 von insgesamt 37.427 entwendeten Fahrzeugen auch absoluter Spitzenreiter bei der Zahl der Diebstähle. In Frankfurt an der Oder sind es aber bezogen auf den Bestand der zugelassenen Autos 907 pro 100 000. Berlin kommt auf 534. Auf Platz fünf liegt Dresden. Aachen erreicht als erste westdeutsche Großstadt Rang sechs.

Fix geklaut und schnell über die Grenze


Für die Experten sind die Zahlen nichts Neues. Sie wissen, dass grenznahe Städte für Diebe höchst lukrativ sind. In Windeseile lässt sich die Beute ins benachbarte Ausland über Autobahnen und Bundestraßen abtransportieren. Die östlichen Bundesländer mit den Grenzen zu Polen und Tschechien stellen 58 % aller Diebstähle. Für Aachen spricht aus Sicht der Ganoven die Nachbarländer Niederlande und Belgien.

Sicheres Pflaster im Süden

Wie schon in den vergangenen Jahren liegen die sicheren Städte im Süden und Südwesten der Republik. So können Autobesitzer mit Laternengarage vor allem in Baden-Württemberg und Bayern ruhig schlafen, besonders gut in Garmisch-Partenkirchen, Kempten, Freising oder Reutlingen. In allen vier Städten verschwanden 2013 absolut betrachtet bis maximal 8 Kraftwagen. Statistisch gesehen ist aber Reutlingen die sicherste Stadt im Vergleich: 11 gestohlene Wagen je 100.000 zugelassener.

Autoklau - typisches Delikt der Ausländerkriminalität


Obwohl es nur einen leichten Anstieg der Diebstähle gab (+1,0%), blieb die Quote der "nichtdeutschen Tatverdächtigen" im Bereich Auto-Klau laut den Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden, die erschreckend hoch. Über ein Drittel der bundesweit ermittelten Täter (33,8%) kam von jenseits der deutschen Grenzen. 1990, im Jahr der deutschen Einheit, waren es gerade einmal 16%, 2008. Ein Jahr nach dem Wegfall der Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien wurden 22,9% "nichtdeutsche Tatverdächtige" ermittelt. Dies bedeutet eine Steigerung von 111% innerhalb der letzten zwei Dekaden bis 2013.

Kunden "bestellen" Wagen mit Lieferfristen

Das Knacken von elektronischen Sicherheitseinrichtungen, das Zerlegen der "Beute" in Einzelteile, die Fälschung von Urkunden und Fahrzeugpapieren sowie der Abtransport und Weiterverkauf innerhalb kürzester Zeit lassen das Bild einer zum Teil hochorganisierten Tätergruppe (Organisierte Kriminalität) entstehen. Ihre „Kunde“ bestellen aus Osteuropa, dem Balkan, dem Nahen Osten und Nordafrika. Der Schwarzmarkt an gestohlenen Wagen oder Ersatzteilen floriert. So ist es kein Geheimnis, dass sich "Interessenten", wie schon in TV-Dokumentationen zu sehen war, das Fabrikat, die Farbe sowie Ausstattung aussuchen können und die Fahrzeuge auf Bestellung geklaut werden. Geliefert wird binnen Wochenfrist.

Die Tricks und Kniffe der Autodiebe


Ganoven, bewaffnet mit Schraubenzieher, gehören der Vergangenheit an. Heutige Autodiebe haben technisch aufgerüstet. Zentralverriegelungen und Wegfahrsperren stellen für Profi-Autoknacker kein Hindernis dar.

Kopieren von Autoschlüsseln: Gauner bringen nur kurzzeitig einen Autoschlüssel - ohne Wissen der Autobesitzer - an sich und erstellen mit einer Spezialsoftware eine Kopie des Schlüssel/ Zugangscodes und bringen den Wagen später in ihren Besitz.
Schlüssellose Systeme (Keyless-Go): Vom Autofahrer unbemerkt spähen zwei Gauner während des Schließens oder Öffnens des PKW mit zwei speziell ausgestattet Aktenkoffern die Funksignale aus. In einem davon befindet sich eine Antenne. Koffer-Mann eins muss sich dem Träger der Zugangskarte auf ungefähr einen Meter nähern. Dann kann er Daten von der Karte empfangen, die er via Handy aus dem Koffer automatisch an den Träger des zweiten Koffers übermittelt. Der steht neben dem Auto, das durch diese Übertragung automatisch seine Türen öffnet.
"Polenschlüssel": Mechanische "Instrumente" finden sich eher bei Gelegenheitsdieben. Der sogenannte "Polenschlüssel" ist eine PKW-Schlüsselnachbildung aus Stahl. Ursprünglich diente er dazu, Schlösser nach dem Verlust des Schlüssels zu öffnen.
"Wohnungsklau": Auch die eigenen vier Wände sind nicht mehr sicher. Immer öfter brechen Autodiebe in Wohnungen oder Häuser ein, um die PKW-Schlüssel zu stehlen. Und dies mit Erfolg. Häufig liegen diese griffbereit - zum Teil sogar mit der Zulassung.

Die Diebstahlquote in den Regionen beeinflusst unter anderem auch die Höhe der KFZ- Versicherungen in den Zulassungsbereichen. Deshalb sollten KFZ-Halter bis zum 30. November ihre Policen überprüfen und die Chance zum Wechsel nutzen. Hier können zum Teil bis mehrere hundert Euro im Jahr gespart werden.

Noch mehr Zahlen aus den Statistiken der Bundes- und Landesämter hier