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Keine Frage: Durch den Winter mit M+S-Reifen
Keine Frage: Durch den Winter mit M+S-ReifenFoto-Quelle: Michelin/seniorbook

Das kleine ABC für Winterreifen: Was sie jetzt wissen sollten

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Die Faustformel mit dem doppelten „O“ ist leicht zu merken. Von Oktober bis Ostern sollten Winterreifen gefahren werden. Ausnahmen gibt es immer. Viel wichtiger sind aber die Punkte, die jetzt bei der Benutzung von Winterreifen beachtet werden müssen. Seniorbook hat sich beim ADAC, Reifenfirmen und Experten umgehört.

Auch wenn die kalte Jahreszeit irgendwie immer später zu kommen scheint, ist der Wechsel auf M+S-Reifen für winterliche Straßenbedingungen unausweichlich. Für viele Länder, so auch in Deutschland, besteht die Pflicht, bei diesen äußeren Umständen mit Winterreifen zu fahren. Bisweilen sind die Regelungen recht kompliziert.

Um sich dem erst gar nicht aussetzen zu müssen, ist es doch am einfachsten, gleich die Reifen mit dem Schneekristall auf der Flanke zu montieren. Natürlich am besten als Kompletträder. Denn bei mehrmaligem Wechsel der Reifen samt Auswuchten haben sich die Kosten für die Felgen schnell amortisiert – und es soll ja auch noch Fahrer geben, die haben Spaß daran, zwei Mal im Jahr die vier Räder zu wechseln und in heimischer Garage oder Keller zu lagern.

DOT-Nummer: Auf allen Reifen findet man das Herstellungsdatum. Diese verschlüsselte vierstellige Nummer ist meist am Ende der DOT-Kennzeichnung angegeben. Die Stellen 1 und 2 geben die Produktionswoche, die Stellen 3 und 4 das Jahr an. Die Ziffernkombination „1814“ bedeutet: 18. Produktionswoche des Jahres 2014. Tipp: Ein neuer Satz Reifen sollte beim Kauf nie älter als drei Jahre sein.

Einlagern: Kompletträder sollten mit um 0,5 bar zur Herstellerangabe erhöhtem Luftdruck liegend übereinander gelagert werden. So genannte Felgenbäume oder Wandhalterungen sin eine platzsparende Alternative. Reifen ohne Felgen müssen senkrecht auf einem trockenen, nicht mit Öl verunreinigten Boden stehen und sollten alle paar Wochen gedreht werden.

Felgen: Bei der Verwendung von Leichtmetallfelgen im Winter müssen Autofahrer auf deren “Wintertauglichkeit” achten. Leichtmetallfelgen, die nicht für den Wintereinsatz geeignet sind, können mit den Jahren am Felgenhorn durch das aggressive Streusalz oxidieren und schleichendem Luftverlust verursachen.

Ganzjahresreifen: Ganzjahresreifen sind, wie schon aus dem Namen hervorgeht, ein Kompromiss. Er kann dann wirtschaftlich sein, wenn ein solcher Pneu für kleine Fahrzeuge genutzt wird und winterliche Bedingungen kaum auftreten. Bei extremen winterlichen als auch sommerlichen Straßenverhältnissen bieten die Sommer- oder Winterreifen eine größere Sicherheit.

Geschwindigkeit: Bei M+S-Reifen sind Ausnahmen vom Geschwindigkeitsindex in den Fahrzeugpapieren möglich. In diesem Fall muss ein Aufkleber im Sichtfeld des Fahrers an die reduzierte zulässige Höchstgeschwindigkeit erinnern. Auch lässt sich im Bordcomputer die Maximalgeschwindigkeit für Winterreifen einstellen.

Kosten: Der Preis alleine sagt nichts über die Fahrleistung eines Reifens aus, die teuren sind nicht immer die Besten, die günstigen nicht immer die Schlechtesten, heißt es beim Allgemeinen Deutschen Automobilclub. In der Regel kosten vier günstige Reifen in etwa soviel wie drei Reifen aus dem oberen Preissegment. Dazwischen gibt es einige Alternativen im mittleren Preissegment und vernünftigen Testergebnissen.

Die Preisrecherchen zeigten, dass ein Vergleich mehrerer Händler oft große Preisunterschiede zeigen, teilweise ist die Preisspanne für ein bestimmtes Reifenmodell ähnlich groß wie die Spanne vom Billigsten bis zum Teuersten. Daher mehrere Angebote im Internet einholen und die Kosten für Montage, Auswuchten und Altreifenentsorgung nicht vergessen.

Profil: Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Reifen liegt bei 1,6 mm. Der ADAC empfiehlt, Sommerreifen ab 3 mm und Winterreifen ab 4 mm auszutauschen.


Reifendruckkontrollsystem: Seit 1. November müssen alle neu zugelassenen Pkw und Wohnmobile serienmäßig mit einem Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein. Das bedeutet, dass auf einige Autofahrer beim Kauf eines zusätzlichen Winterrädersatzes einmalige Mehrkosten von 250 bis 300 Euro zukommen. Betroffen sind Fahrzeugbesitzer, deren Auto mit einem direkt messenden System ausgestattet ist. Hier wird beim Kauf neuer Winterräder ein zweiter Satz Sensoren notwendig.

Reserverad: Liegenbleiben mit einer Reifenpanne ist eine unangenehme Sache. Mit Runflat-Reifen kann man das weitgehend vermeiden, weil sie zumindest eine eingeschränkte Weiterfahrt ermöglichen. Auf Schneefahrbahn wird es aber recht heikel. Das Reserve- oder Notrad sollte nur dann benutzt werden, wenn es auch die gesetzlichen Bedingungen für Fahrten bei winterlichen Bedingungen erfüllt.


Verschleißanzeige: Kleine Erhebungen in den Hauptrillen der Reifen sind Indikatoren für den Verschleiß. Sie heißen Tread Wear-Indikatoren (TWI) und dienen zur besseren Beurteilung des Abnutzungsgrads. Wenn der Steg des TWI bündig mit den benachbarten Profilblöcken ist, wurde die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm erreicht oder bereits unterschritten.
An der Außenschulter der Reifen ist die Position der Indikatoren in den Hauptrillen vielfach mit den Buchstaben TWI oder einem markenspezifischen Symbol gekennzeichnet. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm darf über den gesamten Umfang im Bereich der Hauptrillen nicht unterschritten werden. Deshalb sollte die Reifenprofiltiefe immer an verschiedenen Stellen der Lauffläche geprüft werden. Empfehlung: Winterreifen, die eine durchschnittliche Profiltiefe von weniger als 4 mm haben, sollten nicht mehr verwendet und vor dem Wintereinbruch durch neue ersetzt werden.

Wechsel von Winterrädern: Wer den Wechsel der Räder selbst vornehmen will, muss unbedingt die Herstellerhinweise in der Bedienungsanleitung beachten. Dies gilt besonders für die Anzugsmomente der Radverschraubung. Wichtig ist auch, die Radschrauben zu verwenden, die zu der jeweiligen Felge passen. Im Zweifel sollte eine Fachwerkstatt den Wechsel vornehmen.


1 Kommentar

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Von Oktober bis Ostern finde ich wenig ungenau als Zeitangabe, da Ostern eine beweglicher Feiertag ist und zwischen Ende März und Ende April variieren kann. Ansonsten ein schöner Artikel.
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