wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Der Peugeot 208 Air will mit Pressluft fahren
Der Peugeot 208 Air will mit Pressluft fahrenFoto-Quelle: Peugeot/seniorbook

Alles heiße Luft? Der Gas-Hybrid eines Peugeot „208 Air“

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

An Hybridmodelle wie sie Toyota, Mercedes und auch Volkswagen im Angebot führen, sind wir gewohnt. Aber es muss ja nicht unbedingt die Paarung von herkömmlichem Benziner oder Diesel mit der Elektromotor sein, haben die Peugeot-Ingenieure gedacht. Wie aus der Luft gegriffen, haben sie den Air-Hybrid konstruiert. Eine wirklich gute Idee?

Pressluft gegen Elektroantrieb


Wenn man von Hybridautos spricht, meint man die Elektrohybride, so wie sie Toyota mit dem Prius einführte und wie ihn andere Firmen nachbauten. Hier arbeiten ein Verbrennungsmotor und ein Elektroantrieb zusammen. Aber Benziner oder Diesel (warum eigentlich gibt es den Flüssiggasantrieb nicht mit Elektrohilfe?) können sich aber auch einen anderen Partner wählen, um gemeinsam für den Antrieb zu sorgen.

Den Schwung nutzen und nicht heiße Luft erzeugen


Vor allem gilt es ja, den Schwung zu nutzen und zu fahren. Muss gebremst werden, ist es natürlich effektiver, keine Reibbremse einzusetzen. Denn sie erzeugt unnütze Wärme und pustet sie in die Luft. Die Bewegungsenergie können rekuperierende Bremsen besser nutzen. Über einen Generator wird elektrischer Strom erzeugt oder über eine Pumpe Druckluft. Gespeichert, können sie dann später wieder für das Anschieben des Autos genutzt werden.

Drucktank anstelle von Elektrobatterie


Einfacher als die Umwandlung in elektrische Energie und deren Speicherung in teure Batterien, so haben sich die Ingenieure vom PSA-Konzern mit den Marken Peugeot und Citroen gedacht, ist sicher Druckluft und so haben sie den Lufthybrid ersonnen. Mit Hilfe des renommierten Zulieferers Bosch wurde ein System konstruiert, dass auf die Stromumwandlung ganz verzichtet und nur mit einem Drucktank und einer Hydraulikpumpe arbeitet.

Stickstoff als Arbeitsmedium


Wenn der Fahrer nun vom Gas geht, und bremsen will, wird anstelle der Reibbremse eine Hydraulikbremse angetrieben. Sie presst mit Öldruck einen Kolben in einen 20-Liter-Zylinder, der mit Stickstoff gefüllt ist. Da Gase sich, anders als Flüssigkeiten, zusammenpressen lassen, wird Arbeit in Form von Druck hineingepresst und gespeichert. Bei Bedarf schnellt der Kolben wieder nach hinten und seine Kraft wird über ein Getriebe auf die Räder gelenkt. Das ist einfach und hocheffektiv und wirkt wie ein Turbo.

Bis zu 45 Prozent Ersparnis in der Stadt?


Zwar können die Gaszylinder nicht so viel Energie speichern wie etwa eine Lithium Ionen Batterie, aber gerade im Stadtverkehr mit dem häufigen Stopp-and-Go ist das System sehr effizient, weil schnell der Druck erzeugt und wieder abgegeben werden kann. Von bis zu 45 Prozent Kraftstoffersparnis im Stadtverkehr spricht das Konsortium.

Müllautos nutzen bereits diesen Antrieb


Diese Druckluftspeicher sind keine neue Erfindung. Bereits Müllwagen, die sehr häufig anfahren und wieder anhalten, verfügen über diese Technik. Dass sie nun auch in kleinen Personenwagen Verwendung findet, spricht auch für die unkomplizierte Technik. Fachleute, wie Daimler-Forschungschef Hubert Kohler, sind skeptisch ob der Druck aus dem Tank wirklich ausreicht, den Wagen nachhaltig zu beschleunigen. Von anderer Seite wird eingeworfen, ob durch das Bremsen allein der Drucktank ausreichend bespült werden kann. Werde hingegen der notwendige Kompressor durch de nVerbrennungsmotor angetrieben, steigt der Benzinverbrauch.

In einem Peugeot 208, dem „208 Air“, ist sie nun eingebaut worden und soll, wenn die Technik serienreif ist, dem Kleinwagen Peugeot 208 zur Verfügung stehen. Dann können die Besitzer erfahren, ob die Einsparung wirklich so gewaltig ist und der Wagen im Normzyklus 2,8 Liter Benzin erreicht. Der Aufpreis für diesen Gas-Hybrid soll übrigens etwa 2000 Euro betragen.


Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren