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Meist reicht der Platz nicht, um Fahrräder im Kofferraum zu transportieren.  ...

Mit dem Fahrrad auf die Autobahn: „Vorsicht Fliegende Holländer“

Von wize.life-Nutzer - Dienstag, 02.06.2015 - 15:53 Uhr

Der fliegende Holländer, diesmal nicht als Wagner-Oper sondern ein Autobahn-Albtraum. Wenn Fahrräder Autofahren, sei es aufs Dach gestellt oder am Heck transportiert, ist erhöhte Umsicht gefragt. Denn bei Geschwindigkeiten von 130 km/h und mehr wirken ungeheure Kräfte. Das ist die Windlast, die wie ein Orkan an den Drahteseln zerrt. Nicht zu vergessen die Bremskräfte, deren Gewalt kaum zu erahnen ist.

Vor allem die beliebten Pedelecs, deutlich schwerer als Sport- oder Tourenräder, sind für die gängigen Fahrradträger oft zu schwer. Mit Akku und Elektromotor wiegen sie leicht 20 Kilo. Was dann passieren kann, hat das Unfallzentrum der Allianz-Versicherung in Versuchen nachgestellt.

Fahrversuche mit Fahrradträger auf der Anhängerkupplung


Für die Untersuchungen wurden drei Pedelecs mit je 26,8 kg (incl. Akkus) auf einem Fahrradträger auf der Anhängerkupplung befestigt, der für maximal drei Fahrräder mit je 15 kg, also einem maximalen Gesamtgewicht von 45 kg zugelassen war. Insgesamt wurde die Halterung damit um 35,4 kg überladen. Bei einem simulierten Ausweichmanöver mit 50 km/h wurde das Auto durch das Verdrehen des Fahrradhalters auf dem Kugelkopf vom innersten Pedelec eingedellt und die Rückleuchte zertrümmert.

Bei Fahrversuchen beim Überfahren von Bodenwellen, Schlaglöchern und auf Feldwegen brach am Fahrradträger der Befestigungsarm für das äußerste Pedelec und die Räder wurden nur noch durch Befestigungsbänder auf dem Träger gehalten. Nach den Tests konnte die Fahrt jeweils aus Sicherheitsgründen nicht fortgesetzt werden. Es bestand die Gefahr, dass sich entweder ein Fahrrad oder der gesamte Träger vom Auto löst.

Crashtest mit Pedelecs auf dem Dachträger


Für den Transport von Pedelecs auf dem Dachträger wurden zwei Räder ohne Akkus mit je 24,5 kg auf zwei Haltern von unterschiedlicher Stabilität befestigt. Der robustere Fahrradhalter ist auf ein Fahrrad mit maximal 20kg ausgelegt, während der andere eine maximale Traglast von 15 kg aufweist. Ein Frontalcrash mit circa 50 km/h zeigte, dass der schwächer ausgelegte Fahrradhalter das schwere Rad nicht halten konnte. Die Befestigungselemente brachen und das Rad wurde nach vorne vom Dach geschleudert. Zwar konnte der robustere Halter das Akku-Rad festhalten, jedoch löste er sich unter deren Last der Grundträger mit dem Rad vom Dach.

Fahrradträger auf der Anhängerkupplung besser geeignet


Die Versuche haben gezeigt, dass Fahrradträger auf der Anhängerkupplung deutlich besser für den Transport von Pedelecs geeignet sind als Dachträger. „Bei Unfällen besteht das Risiko, dass die Räder vom Dachträger katapultiert werden und unkontrolliert umher fliegen“, sagt Melanie Kreutner vom Allianz Zentrum. Entscheidend sei nicht nur die Gesamtlast des Trägers. Wird eine Schiene überlastet, bricht der Träger. Das Elektrorad kann nicht mehr in der Position gehalten werden.

Daher sollte man sich vor der Autofahrt mit Pedelecs vergewissern, dass die Transporthalter für deren Gewicht ausgelegt sind. Auch sollten die Akkus abgenommen werden. Der kontrollierende Blick auf die Räder bei Pausen empfiehlt sich immer.

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