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Der neue VW-Touran, ne ehrliche Haut mit viel Platz und Reisekomfort

Der VW-Touran: Auf der Suche nach dem Raumwunder

Von wize.life-Nutzer - Montag, 06.07.2015 - 20:18 Uhr

Obwohl das Segment der Vans eher rückläufig ist, glaubt VW an diese praktische Fahrzeugklasse mit extra viel Platz im Innenraum. Von Familie, Freizeit bis zu den Minijob-Spediteuren oder Taxlern spannt sich der Bogen. Eher still und leise mausert sich der Wagen auch für jene Genießer-Menschen, die Komfort schätzen, für die Sicherheitsfeatures und praktischer Alltagsnutzen höher rangiert, als hohe Fahrleistungen im sportlichen Trimm.

Wer auf der Suche nach einem Raumwunder ist, stößt sehr schnell an Grenzen. Da gibt es den VW-Bus und seine Ableger, viel, sehr viel Platz, aber auch immens teuer. Die kleinen Stadtlieferwagen der Caddy-Klasse kommen in den Sinn, scheitern aber am Design und genügen eingeschränkt den KomfortAnsprüchen eines Personenwagens. Der Sharan-Van irgendwie altbacken. Und dann? Nein, ein Kombi soll’s nicht sein und ein SUV ist zwar groß und wuchtig, aber wundersam klein im Innenraum. Ach ja und dann hat VW noch einen Touran im Angebot, der so ganz und gar nicht im eigenen Fokus stand – bis eine Probefahrt anstand.

It’s a family affair: Drei Sitzreihen oder Platz übersatt


Es mag ja sein, dass dem Touran die Rolle des Unscheinbaren, Ich-versteck-mich-lieber zugewiesen bekam. Zugegeben, er wird sicher nicht zum hochbegehrten Oldtimer heranwachsen, und auch im Straßenverkehr übersieht man ihn mehr, als dass er heraussticht.

Ein Fahrzeug ohne besondere Eigenschaften, wenn man so will die Inkarnation des Volkswagen Designs: kein WOW-Effekt, kein Aufreger, keine überragende Schönheit. Kühl, sachlich, mit dem Chic des Understatements. Dabei sind seine Karosserielinien überaus harmonisch, auf Ausgleich bedacht - dem Goldenen Schnitt folgend.

Auf jeden Fall ist der Touran kein Platzhirsch. Das Aussehen ebenso dezent, manche würden auch sagen langweilig, wie sein Name. Man muss ihn schon lange auf der Zunge hin- und herwenden und nachschmecken, um Touring & Van, Raum & Reise zu erahnen.

Ein Van ohne Schiebetür


Also einsteigen und erfahren. Die vier Türen lassen sich weit genug öffnen. Nur bei den hinteren sind kleinere Verrenkungen notwendig, um die beiden Sitze der dritten Reihe zu erreichen. Eine Schiebetür ist nicht vorhanden. Die hat aber der Sharan, heißt es. Und der VW-Bus und der Caddy.

In der Tat sind Schiebetüren praktisch, aber auch schwer und laut. Sie erfordern zudem besondere Verstärkungen. Und der Peugeot 1007, der mit pfiffigen Schiebetüren für Fahrer und Beifahrer aufwartete, konnte damit nicht reüssieren. Er fand keine Nachahmer. Gepaart mit einem Drehsitz, erleichtern jedoch Schiebetüren das Ein- und Aussteigen enorm, besonders Menschen, die sich etwas damit schwerer tun.

Deutlicher Limousinen-Charakter


Hinter dem Steuer Platz genommen, ist alles so wie bei jedem anderen Wagen im Konzern auch. Zwar ist die Sitzposition im Vergleich zum Golf leicht erhöht, aber nicht so wie bei einem SUV. Das Cockpit des Van entstammt der Limousine. Wie auch der Wagen jetzt in seiner zweiten Generation auf dem Modularen-Quer-Baukasten, MQB, steht.

Dank dieser atmenden Plattform ist der Wagen zu Vorgänger (seit 2003) um 13 Zentimeter länger, auf 4,53 m gewachsen. Das kommt der dritten Sitzreihe zugute. Auch dem Kofferraum. Auf bis zu knapp 1900 Liter lässt sich die Staufläche bei umgeklappten Rückenlehnen vergrößern. Lädt mit etwa 1,90 Meter Länge fast zum Schlafen ein. (Aber mit aufgeblasener Luftmatratze im Volvo Kombi zu Zweit durch Irland zu touren, nach reichlichem Guiness-Genuß in die „Koje“ zu kriechen, um dann am Morgen den Dark-Beer-Tau an den beschlagenen Scheiben wegwischen zu müssen, nun, dies bleiben Erinnerungen.)

Allrad-Antrieb nicht vorgesehen


Mit so viel Platz im Rücken wird schnell aus dem Familien-Van ein Freizeit-Fahrzeug für die immer stärker anschwellende Ausrüstung diverser sportlicher Aktivitäten. Von den 12-Volt-Steckdosen kann man bekanntlich nicht genug haben; praktisch der Schukostecker im Kofferraum. Für das Outdoor-Vergnügen reicht all dies weniger, denn ein Allradantrieb ist nicht vorgesehen. Aber was noch nicht ist, kann noch werden, schließlich hat sich der Caddy jetzt mit Allrad und Campingausstattung zu einer ernsthaften Alternative zum sehr teuren VW-Bus gemausert.

Von der Familie zur Freizeit. Aber auch im gewerblichen Bereich sind die Transportqualitäten eines Touran geschätzt, ohne auf einen Lieferwagen mit karger Innenausstattung zurückgreifen zu müssen. Ein Bündel an Assistenzsystemen macht das Fahren leichter. Besonders die Rundumsicht mittels Videokameras hilft beim Einparken oder Ausfahren aus engen Parkhäusern. Auch der Trailer-Assist, der Premiere im Passat feierte und das rückwärts Rangieren mit Anhänger zum Kinderspiel werden lässt, ist als lohnenswertes Gadget für Gespannfahrer empfehlenswert.

Das Fahrwerk des Touran auf Reisekomfort abgestimmt


Mit den neuen Motoren aus dem Konzern ist der Touran zukunftsfit. Sie sind all in der Schadstoffklasse EU 6 eingestuft. Bei den Motorisierungen bleibt kaum ein Wunsch offen. Wer es sparsam mag, ist mit 4,1 Litern Normverbrauch dabei (realistische 6 Liter sind kein Problem) und bis zu 190 PS und 180 PS reichen Diesel und Benziner. 110 und 150 PS dürften aber am stärksten vertreten sein. Das Fahrwerk lädt ein zum gemütlichen Touren und ist auf Komfort abgestimmt. Einstiegspreis startet bei knapp über 23.000 Euro. Es kann auch steil nach oben gehen. In der Luxus-Line sind mit 150 PS Diesel über 33.000 Euro fällig.

Noch Wünsche? Gerade weil der Touran sich als Vielseitigkeits-Van präsentiert. Wäre ihm ein Allradantrieb zu wünschen. Automatisches Ein- und Ausparken, bei allen den Ablagen mehr sichere Verzurrmöglichkeiten. Und vielleicht sollte ich es doch mal wieder probieren, mit Schlafsack und Isomatte im erweiterten Kofferraum zu campieren – dieses Mal zusammen mit voller Konnektivität und dem World Wide Web, am Sandstrand von Dingle.

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