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Tod dem Verbrennungsmotor? Nein, er lebe hoch. Ein dreifach Hoch!

Tod dem Verbrennungsmotor? Nein, er lebe hoch. Ein dreifach Hoch!

Wolfgang Stegers
22.08.2017, 13:12 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Für manche Politiker und Regierungen kann es nicht schnell genug gehen. Offenbar beteiligen sie sich an einem Wettlauf, den Verbrennungsmotor möglichst schnell abzuschaffen. Diesel und Benziner sollen dann in 20, 15, 12 Jahren verboten sein. Ohne Rücksicht auf Verlust, komme was wolle. Das batteriegetriebene Elektroauto vor Augen und das klimaschädigende Kohlendioxid, CO2, im Hinterkopf soll die Mobilitätswende geschafft werden.

C02-neutrale Otto- und Dieselmotoren


Derweilen arbeiten Wissenschaftler längst an dem CO2-neutralen Verbrennungsmotor. Er benötigt nicht die herkömmlichen Treibstoffe der Mineralölindustrie sondern wird mit synthetischen Kraftstoffen befeuert. Sie heißen eFuels und werden aus elektrischem Strom gewonnen. Die Idee dabei, der überschüssige Strom von Windkraftwerken wird genutzt. Hinzukommt Kohlendioxid, das als Rohstoff für die Herstellung des synthetischen Benzins oder Diesels benötigt wird. So können synthetische Kraftstoffe einen großen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßs leisten und die Klimaerwärmung dämpfen.

Schädliches Klimagas als gesuchter Rohstoff


Wie groß dieser Beitrag allein im Bestand der europäischen Personenwagen wäre, haben Experten der Firma Bosch errechnet: Bis 2050 könnte der konsequente Einsatz von synthetischen Kraftstoffen bis zu 2.800.000.000.000 Kilogramm CO2 (= 2,8 Gigatonnen) einsparen. Das entspricht der dreifachen Menge des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes von Deutschland im Jahr 2016.

Batterie-elektrische Fahrzeuge führen in eine Sackgasse


„Um die künftigen Klimaziele zu erreichen, braucht es neben der Elektromobilität weitere intelligente Lösungen“, sagt Boschchef Volkmar Denner. Denn selbst wenn alle Autos eines Tages rein elektrisch fahren: Flugzeuge, Schiffe und selbst Lkw werden auch zukünftig überwiegend mit flüssigem Sprit angetrieben. CO2-neutrale Verbrennungsmotoren, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, sind deshalb ein vielversprechender weiterer Pfad – und zwar auch im Pkw. Hinzu kommt, dass synthetische Kraftstoffe so designt werden können, dass sie praktisch rußfrei verbrennen. Damit lassen sich die Kosten der Abgasnachbehandlung reduzieren.

Wie werden synthetische Kraftstoffe hergestellt?


eFuels werden ausschließlich mit erneuerbaren Energien hergestellt, indem aus Wasser zunächst Wasserstoff produziert wird. Für einen flüssigen Kraftstoff wird nun noch Kohlenstoff benötigt. Dieser kann aus Industrieprozessen oder sogar mit Filtern aus der Luft gewonnen werden. Aus CO2 und H2 gewinnt man anschließend den synthetischen Kraftstoff – also Benzin, Diesel, Gas oder auch Kerosin.

Wie teuer wird der Kraftstoff sein?


Noch ist die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen mit Hilfe der Fischer-Tropsch-Synthese aufwendig und teuer. Doch ein Markthochlauf der Produktion sowie eine günstige Preisentwicklung beim Strompreis könnten dafür sorgen, dass synthetisch erzeugte Kraftstoffe deutlich günstiger werden. Langfristig sind nach aktuellen Studien reine Kraftstoffkosten von 1,00 bis 1,40 Euro pro Liter realisierbar, allerdings ohne Steuern, wie Mineralöl- oder Mehrwertsteuer.

Was unterscheidet eFuels von Biokraftstoffen?


Anders als bei Biokraftstoffen gibt es bei synthetischen Kraftstoffen nicht die Abwägung zwischen Tank und Teller. Mit erneuerbarem Strom lassen sich eFuels zudem ohne die bei Biokraftstoffen zu erwartende Mengenbegrenzung - bspw. durch begrenzte Anbauflächen – herstellen.

Klimaneutral und vielfältig einsetzbar


Technisch ist es schon heute möglich, synthetische Kraftstoffe herzustellen. Wenn der Strom, der dafür eingesetzt wird, regenerativ – und damit CO2-frei – gewonnen wird, sind diese Kraftstoffe klimaneutral und vielseitig verwendbar. Mit dem Ausgangsstoff H2 können Brennstoffzellen betrieben werden, mit weiter verarbeiteten Kraftstoffen auch Verbrennungsmotoren oder Flugzeugturbinen.

Selbst Oldtimer vertragen SynFuel


Für synthetischen Diesel, Benzin und Gas erfolgen derzeit erste Industrialisierungen in Pilotprojekten in Norwegen und Deutschland. Dazu kommt: Weil sie mit der bisherigen Infrastruktur und Motorengeneration kompatibel sind, wirken synthetische Kraftstoffe direkt im Bestand und damit deutlich schneller als eine Flottenerneuerung durch Elektrofahrzeuge. Auch für Fahrer älterer Fahrzeuge würde sich nichts ändern: Denn synthetisch erstelltes Benzin bringt selbst einen Oldtimer zum Fahren – es bleibt von den chemischen Strukturen und grundsätzlichen Eigenschaften nach wie vor Benzin.

4 Kommentare

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Ich kann die Wertigkeit deiner Aussagen nicht nachvollziehen, aber es klingt recht vernünftig.
Wie oft hat man uns schon vorgegaugelt, dass jetzt "die Lösung" gefunden wurde. Der Kat, der geregelte Kat, der Diesel wird sauber und leistugsstark, mit Kat mit Russpartikelfilter....
Ich weiß nicht was richtig ist, aber alleine das Elektroauto ist es sicher nicht, solange es keine Möglichkeit gibt auf Autobahnen und vielbefahrenen Bundesstraßen, kontaktlos (s. Rasieraparat, elektr.Zahnbürste...) während der Fahrt Energie nachzutanken oder zumindest zum Dahinrollen aus der Straße zu entnehmen.
Dazu kommt: Man versucht immer mehr Energie in die Akkus zu packen. Wie beim Handy, die manchmal einfach abbrennen. Und wie ist das beim "Stromer" beim Laden, beim belasten und vor allem beim Unfall?? Was ist wenn es einen Kutzschluss in den Batterien/Akkus gibt und die Kiste brennt???
Was werden für die Herstellung und den weiteren Austausch der Akkus (nach 5-7 Jahren sind die hinüber) für Rohstoffe verbraucht?
Sind die alle recycelbar und wenn was kostet das?
Was ist im Winter mit der Leistung der Akkus? Ich vermute 30% und mehr an Verlusten, ohne dass das Auto beheizt wird. Mach ich mir die E-Kiste über die Akkus mollig warm, am besten noch Fahrtbeginn, wo bin ich dann mit der Reichweite? Im Sommer ist es dann die Klimaanlage! Stop und Go, Stau, Umwege....während der Urlaubsfahrt...
Was ist wenn ihr zum Wintersport fahrt? Verluste durch Kälte, heizen im Auto, wie weit kommt ihr dann?
Und wenn wir dann alle elektrisch Fahren stellt man dann fest, dass wir "jetzt Elektrosmok haben".

Googelt doch mal nach "Ludwig Elsbett", und dann überlegt mal was man seit den 80ern hätte tun können, wenn man gewollt hätte?!
man = Automobilindustrie, die Regierung und die Ölkonzerne.
"Vernünftig ist das was bisher abgelaufen ist jedenfalls nicht"
  • 23.08.2017, 08:08 Uhr
Wolfgang Stegers
Ohne jetzt im Ganzen auf die vielen Einzelnen Anregungen und Vorschläge einzugehen, die sicherlich bedacht werden müssen. Beim induktiven Laden etwa, wie wir es von der Elektrozahnbürste und bei manchen Handys bereits kennen, ist es nun leider so, dass die notwendigen Ströme so gültig sind, dass sie nicht auszuhalten sind - jeder Herzschrittmacher durchknallt, Kinder Schäden davontragen und der EMP - elektromagnetische Impuls so groß ist, dass die Elektronik im eigenen Fahrzeug und fremden Fahrzeugen so gewaltig ist, dass sie zerstört werden - zumindest aber nicht mehr störungsfrei arbeiten können. Solche starken elektromagnetischen Felder lassen sich kaum noch abschirmen.
  • 23.08.2017, 18:10 Uhr
Ok seh ich ein, aber lies doch mal über Dr.HC Ludwig Elsbett, ich kannte ihn persönlich, da wir den gleichen Heimatort haben.
  • 23.08.2017, 19:06 Uhr
Wolfgang Stegers
Ja danke für den Tip - ich habe selbst über ihn geschrieben und mit ihm auch telefoniert. Die Probleme des Elsbett-Motors sind aber leider seine Abgase, die fehlende Alltagstauglichkeit (Winterbetrieb, tiefe Temperaturen), die geringe Dynamik (daher von Eicher, später von Deutz als Traktormotor erprobt) und die deutlich höheren Herstellungskosten. Außerdem Treibstoff Rapsöl hat (Diskussion Tank oder Teller) keine ökologischen Vorteile, für den Boden aber Nachteile. Außerdem haben elektronische Gemischaufbereitung sowie Turboaufladung der Dieselmotoren die anfänglichen Vorteile des Elebettmotors mehr als wettgemacht. Aber danke für den Hinweis
  • 27.08.2017, 19:26 Uhr
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