Lkw blockiert A9: Was die Retter bei der Anfahrt erleben, ist katastrophal
Lkw blockiert A9: Was die Retter bei der Anfahrt erleben, ist katastrophalFoto-Quelle: News5

Lkw blockiert A9: Was die Retter bei der Anfahrt erleben, ist katastrophal

News Team
Beitrag von News Team

Jeden Tag ereignen sich auf deutschen Straßen zahlreiche Unfälle in unterschiedlichsten Schweregraden. Während es bei einem nur den sprichwörtlichen „Blechschaden“ gibt, kämpft im nächsten Unfallwrack jemand um sein Leben. Medien berichten in einigen Fällen darüber, aber der Bevölkerung scheint dies nicht genug zu sein. Soziale Medien und Messanger-Dienste sind hier das Stichwort, um Geschehnisse schnell zu verbreiten. Gedanken an die betroffenen Personen, deren Angehörige und die Ansichten und Ängste der Einsatzkräfte, sind scheinbar in dem Moment, wo die sogenannten „Handygaffer“ ihr Mobiltelefon zücken, abgeschalten. So erst wieder geschehen am Samstagmorgen (06.10.2018) auf der A9 bei Dittersdorf im Saale-Orla-Kreis.

Ein querliegender Lastwagen hat am Samstagmorgen (06.10.2018) den kompletten Verkehr auf der A9 in Richtung Berlin lahmgelegt. Zwischen den Anschlussstellen Schleiz und Dittersdorf, genauer gesagt rund einen Kilometer vor Dittersdorf, geriet ein Brummifahrer mit seinem Truck aus noch ungeklärter Ursache ins Bankett und verlor die Kontrolle über sein Gefährt. Das schwere Fahrzeug kippte im Anschluss um und blieb quer über alle Spuren liegen. Es folgte der Alarm für Feuerwehr und Rettungsdienst. „War ein Lkw umgestürzt gemeldet mit auslaufendem Kraftstoff und einer leichtverletzten Person“, so Stadtbrandmeister Ronny Schubert.

Jedoch gab es noch vor dem Eintreffen der Kameraden Probleme. „Die Anfahrt war wieder eine kleine Katastrophe. Irgendwie hat man das mit der Rettungsgasse schon wieder vergessen“, so Schubert. Doch dies sollte nur eine der Komplikationen sein, welche die Feuerwehr bei dem Einsatz beschäftigte. Die Lage des Trucks war eine weitere, denn so wie er lag, hätte nicht einmal der Bergedienst anfahren können. Doch die pfiffigen Kameraden probierten etwas Neues aus. Zwei Feuerwehrfahrzeuge mit Seilwinde an das Heck des Lastwagens gehängt und mit vereinten Kräften soweit angezogen, bis eine Spur frei war. Schon konnten die im Rückstau stehenden Fahrzeuge nach und nach in langsamen Tempo an der Unglücksstelle vorbei fahren.

Doch genau hier lag das nächste Problem, was Schubert und seinen Kollegen der Feuerwehr Bauchschmerzen bereitet. Zahlreiche Fahrer zückten ihre Mobiltelefone, um den Lastwagen zu filmen. Ein Problem, das es früher nicht gab. „Das ist ein neues Problem, die neue Technik macht es möglich“, ärgert sich der Stadtbrandmeister. Deswegen appelliert er an die Vernunft der Bürger: „Wir finden es grundsätzlich natürlich nicht in Ordnung. Hier in dem Falle war zwar nichts Schlimmes zu sehen, aber auch das können die Bürger ja nicht wissen“. Zudem spielt die Angst im Hinterkopf eine Rolle. „Der könnte ja auch in die Unfallstelle reinfahren, weil er auf sein Handy gerade schaut“.

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