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Schnell noch volltanken! In Deutschland wird Sprit knapp

News Team
Beitrag von News Team

Den ersten Tankstellen in Deutschland geht der Sprit aus. Wegen Lieferschwierigkeiten erhalten sie keinen Nachschub mehr. Dadurch steigen auch die Preise für Benzin – obwohl sie wegen fallender Rohölpreise auf dem Weltmarkt eigentlich sinken müssten.

Grund für die Lieferprobleme ist die in Deutschland seit Monaten anhaltende Trockenheit. Nach dem heißen Sommer und dem niederschlagsarmen Herbst sind die Pegelstände der Flüsse so niedrig wie selten. Das gilt vor allem auch für den Rhein, der eine wichtige Transportroute für Tankschiffe ist.

Der Schiffsverkehr auf dem Rhein ist allerdings wegen des Niedrigwassers seit einiger Zeit nur eingeschränkt und in geringerem Umfang als sonst möglich. Dadurch können die Tankstellen nicht ausreichend beliefert werden. Die Folge: Flaute an den Zapfsäulen.

IM VIDEO: Tankstellen geht der Sprit aus


„Die Situation verschärft sich jeden Tag, solange es nicht regnet“, sagte ein Sprecher des Tankstellen-Interessenverbandes dem WDR. Einige Tankstellen in Nordrhein-Westfalen lagen zeitweise buchstäblich auf dem Trockenen und mussten mangels Benzin und Diesel schließen.

In einem Fall war sogar die Feuerwehr betroffen: Sie bekam laut WDR in Wuppertal an ihrer Vertragstankstelle keinen Kraftstoff für ihre Fahrzeuge mehr.

Lieferprobleme als Folge des Klimawandels

Und wie immer, wenn die Nachfrage das Angebot übertrifft, wirkt sich das auch auf die Preise aus. An den Tankstellen müssen Kunden für Sprit derzeit mehr bezahlen. Obwohl die Rohlölpreise auf dem Weltmarkt seit einiger Zeit sinken. Doch wegen der Lieferschwierigkeiten bekommen Verbraucher das derzeit nicht zu spüren.

Zu spüren ist dagegen nach Meinung von Experten der Klimawandel, zu dessen Auswirkungen ihrer Logik zufolge auch die Lieferprobleme an den Tankstellen gehören. Denn dass die diesjährige Trockenheit ein Zeichen dafür ist, dass der Klimawandel auch in Deutschland angekommen ist, zu diesem Schluss kommt ein aktueller Bericht des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums.

„Viele dachten lange Zeit, Klimawandel betreffe nur Inseln im Pazifik“, sagt Ursula Heinen-Esser, Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen. „Dem ist aber nicht so. Wir werden uns an Extremwettereignisse wie Hitzewellen, lange Trockenperioden, Hagel, Starkregen gewöhnen müssen“, so die CDU-Politikerin. Ein Jahr wie dieses mit heftigen Stürmen zu Jahresbeginn und der anhaltenden Trockenheit werde immer mehr zum Normalfall werden.

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