"Filmst du? Zahlst du", so das Motto der Polizei im Kampf gegen Gaffer
"Filmst du? Zahlst du", so das Motto der Polizei im Kampf gegen GafferFoto-Quelle: Polizei Oberbayern Nord

Gaffer behindern Verkehr nach Unfall mit Verletzten - Polizei erstattet Anzeige

News Team
Beitrag von News Team

Nach einem schweren Lkw-Unfall auf der A9 mit vier Verletzten hat sich bei Ingolstadt während des Berufsverkehrs am Freitag (23. November) ein bis zu 20 Kilometer langer Stau gebildet. Zeitweise war die Autobahn in Richtung Nürnberg komplett gesperrt.

Der Stau löste sich erst nach Stunden auf. Ein Grund dafür sollen nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord "langsam an der Unfallstelle vorbeifahrende Gaffer" gewesen sein.

"Wegen der Gaffer hat es länger gedauert, bis sich die Verkehrslage normalisiert hat", so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Demnach kam es im Verlauf der Bergungsarbeiten zu einem 20 Kilometer langen Rückstau.

Neun Personen wurden angezeigt


Gegen neun Personen hat die Polizei Anzeige erstattet - sie sollen aus dem Auto heraus den Unfallort gefilmt und fotografiert haben.

"Sie erwartet nun ein Bußgeld von 100 Euro", schreibt die Polizei in einem Facebook-Post.

Gegen Mittag, gut fünf Stunden nach dem Unfall waren sämtliche Fahrspuren wieder frei, die Staus lösten sich auf. Kurz nach dem Unfall usste die Autobahn in Richtung Nürnberg für gut eine halbe Stunde komplett gesperrt werden. Danach floss der Verkehr nur zäh.

Grund für den Stau war der Unfall eines Holzlasters gegen 7.20 Uhr. Das mit Holzstämmen beladene Fahrzeug war kurz vor der Ausfahrt Ingolstadt ins Schleudern geraten und umgekippt. "Die geladenen Baumstämme verteilten sich auf alle drei Fahrstreifen", so die Polizei.

Durch abrupte Bremsmanöver der folgenden Fahrzeuge kam es zu mehreren Auffahrunfällen.

Insgesamt wurden bei dem Unfall nach Angaben der Polizei vier Menschen verletzt. Darunter der 52-jährige Fahrer des Holzlasters, der in seinem Fahrerhaus eingeklemmt war und von der Feuerwehr befreit wurde. Er kam laut Polizei mit "schweren, aber nicht lebensbedrohlichen" Verletzungen in ein Krankenhaus.