Der Kunde ist Kasperl

Beitrag von wize.life-Nutzer

Klein, kleiner, unlesbar. Nach dieser Devise gestalten viele Unternehmen ihre Geschäftspapiere.
Bei der Umstellung der Bankleitzahlen konnte man es wieder leidvoll erleben: bei manchen Briefbögen entwickelte sich die Suche nach den neuen Daten zu einem zeitraubenden Geduldsspiel, spannend wie bei der Suche nach Bilderrätseln. Zugegeben: die endlosen Ziffern brauchen Platz, aber den hat man ja: Oben fressen die Firmennamen kostbare Flächen. Eitelkeit kennt kaum Grenzen. Für die dem Kunden so wichtigen Angaben zu BIC oder IBAN bleiben dann nur noch karge Millimeter. Gelegentlich hat man auch den Eindruck, dass sich die Grafiker alle ihrem Geschmacksempfinden störrenden Texte bewusst so klein wie nur irgend möglich halten.

Aber da gibt es noch eine Geschäftsleitung. Und wenn sie auch nur eine Sekunde an ihre Kunden dächte, gerade an ältere Personen oder junge Menschen die eine Lesebrille brauchen, würden Sie diese wichtigen Daten zumindest in einer Schrift drucken, die so lesbar ist, wie ein Zeitungsartikel. Oder sie schenken jedem Kunden noch eine Lupe. Bei ihrer Werbung für Zinsen von tollen 0,1 Prozent kann die Schrift nicht groß genug sein. Noch ärgerlicher ist es dann, wenn die Namen der Vorstände häufig größer sind, als die Zahlen der Konteninformation. So gewinnt man schon den Eindruck, dass man den Kunden als Kasperl sieht. Vielleicht könnte eine gezielte Protestaktion die Chefs auf den Gedanken bringen, dass eine verbrauchertnahe Lösung wichtiger ist als die Information ob Frau oder Herr Zwiebelzwack im Aufsichtsrat sitzen.
kjw