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EKELFUND! Jedes fünfte Hähnchen aus Brandenburg mit Durchfall-Bakterium kontaminiertFoto-Quelle: Pixabay

EKELFUND! Jedes fünfte Hähnchen aus Brandenburg mit Durchfall-Bakterien verseucht

News Team
Beitrag von News Team

Ekel-Skandal im Osten der Republik: Jedes fünfte Hähnchen aus Brandenburg, das in diesem Jahr von Behörden untersucht wurde, ist hochgradig mit dem Durchfallbakterium Campylobacter kontaminiert. Das zeigen bislang noch unveröffentlichte Daten des Landeslabors Berlin-Brandenburg, die dem rbb vorliegen.

Nach Informationen des Senders sollen sechs von 30 untersuchten Schlachthähnchen eine Keimkonzentration aufweisen, die über dem seit Anfang des Jahres geltenden EU-Grenzwert liegt. Auf zwei Proben fanden die Behörden eine Keimbelastung, die den Grenzwert sogar um mehr als das Zehnfache übersteigt.

Auch rund jede vierte getestete Hühnerfleisch-Probe aus dem Berliner Einzelhandel war im Jahr 2018 nach rbb-Informationen mit Campylobacter verunreinigt. Das zeigen untersuchte Proben des Landeslabors.

70.000 Erkrankungen und vier Tote im Jahr 2017

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind die häufigsten Infektionsquellen für eine Campylobacteriose der Verzehr von halbgarem Hähnchenfleisch sowie andere roh verzehrte Lebensmittel wie Salat, die mit rohem Hähnchenfleisch in Kontakt gekommen sind.

Das Bakterium kann starken Durchfall und Bauchkrämpfe verursachen, in seltenen Fällen auch chronische Gelenkschmerzen und Nervenerkrankungen. Im Jahr 2016 zählte das Robert-Koch-Institut bundesweit 70.000 Erkrankungen, die Dunkelziffer liegt zehnmal höher. Vier Senioren starben sogar an Campylobacteriose.

Nach Angaben des BfR ließe sich rund jede vierte Infektion verhindern, wenn die Schlachthöfe den Campylobacter-Grenzwert flächendeckend einhalten würden. Wie die rbb-Recherchen zeigen, ist das aber bei Weitem nicht der Fall.

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Gesetzgebung nicht streng genug

Nach Informationen des „rbb“ ermöglichen laxe EU-Gesetze den Verkauf von kontaminiertem Hähnchenfleisch. Diese sehen vor, dass nur 60 Prozent der untersuchten Hähnchen den Grenzwert einhalten müssen.

Auf Anfrage des Senders erklärte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft: „Auch eine optimale Hygiene kann das Risiko des Auftretens von Campylobacter-Keimen zwar reduzieren, aber nie gänzlich ausschließen.“

Rohfleisch nicht waschen

Damit die gefährlichen Bakterien nicht oder nur in sehr geringer Menge in den Körper gelangen, empfehlen Experten, das Fleisch vor dem Anbraten nicht zu waschen. Sonst verbreiten sich die Keime im Spülbecken und können leicht andere Lebensmittel wie Gemüse kontaminieren. Um den Saft zu entfernen, sollte das Fleisch nur abgetupft werden.

Weitere Tipps, wie man sich vor Campylobacter schützen kann, gibt es in der Sendung „Super.Markt“ vom 3. September. Hier geht es zur rbb-Mediathek.

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