In den Tod geschleift: Aufnahmen zeigen die brutale Realität in deutschem Ho ...
In den Tod geschleift: Aufnahmen zeigen die brutale Realität in deutschem Horror-StallFoto-Quelle: Soko Tierschutz

In den Tod geschleift: Aufnahmen zeigen die brutale Realität in deutschem Horror-Stall

News Team
Beitrag von News Team

In einem Schlachthof in Niedersachsen haben heimliche Aufnahmen mit einer versteckten Kamera schwerwiegende Tierschutzverstöße aufgedeckt. Altersschwache Kühe wurden illegal in Schlachthöfe transportiert und unter qualvollen Umständen getötet.

Über einen Monat hat der Tierschutz-Verein "Soko Tierschutz" die Zustände in einem Schlachthof im niedersächsischen Bad Iburg per Kamera dokumentiert.

Soko Tierschutz

Illegales Vorgehen

Die Videoaufnahmen offenbaren ein System, bei dem altersschwache oder lahmende Kühe illegal in Schlachthöfe transportiert wurden. Nicht mehr transportfähige Tiere müssten eigentlich direkt auf den Höfen getötet werden, wie der Stern berichtet.

Eine Hausschlachtung sowie das Entsorgen des Kadavers sind jedoch aufwendig und teuer. Deshalb suchen einige Milchbauern nach Alternativen. In Niedersachsen haben mehrere kleine Schlachthöfe dieses Potenzial zum Geldverdienen entdeckt und nehmen deshalb auch kranke Tiere an.

Kühe werden gequält

Rinder dürfen laut Tierschutztransportverordnung nur dann verladen werden, wenn sie aus eigener Kraft in den Transporter und wieder heraus steigen können. Das war in Niedersachsen nicht der Fall. "Im Überwachungszeitraum haben wir mindestens 168 Tiere gezählt, die von der Ladefläche in den Schlachtbetrieb geschleift wurden.", bestätigt der Gründer von "Soko Tierschutz" dem "Stern".

Die kranken Kühe wurden nicht nur mit Ketten und Seilwinden über den Stallboden und die LKW-Rampe schleift. Wie es bei dem Magazin weiter heißt, wurden Tiere, die nicht mehr Laufen konnten, mit Elektroschockern dazu gebracht weiter vorwärts zu kriechen. Dieses Vorgehen verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Dort heißt es nämlich, dass den Tieren keine unnötigen Leiden zugefügt werden dürfen.

Konsequenzen

Der Veterinärdienst Osnabrück, der für die Kontrolle der Schlachthöfe in der Region zuständig ist, bestätigt dem "Stern" gegenüber, dass es sich bei den Handlungen um schwere Tierschutzverstöße handelt. Die zuständigen Kontrolleure wurden vorerst vom Dienst abgezogen. Eine Untersuchung muss nun klären, ob es bei den Kontrollen Versäumnisse gab.

Der so beschuldigte Schlachthof bestreitet die Anschuldigungen gegen ihn und möchte keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben.